A320 von germanwings | Bildquelle: Pressebild germanwings

Südfrankreich / Düsseldorf:

Germanwings-Copilot fliegt mit Airbus absichtlich in den Tod - Zweiter Flugschreiber gefunden - Handyvideo zeigt letzte Sekunden / Chronologie der Ereignisse

Stand: 07.04.15 11:27 Uhr

Der Germanwings-Copilot, der den Airbus A320 mit 150 Menschen an Bord absichtlich abstürzen ließ, war am Tag des Unglücks krank geschrieben. Seine - nach Medienberichten psychische - Erkrankung hatte er seinem Arbeitgeber aber verschwiegen. Darauf deuten medizinische Dokumente hin, die in seinen Wohnungen gefunden wurden, wie zerrissene Krankschreibungen. Ärzte hatten ihn zudem als Selbstmordgefährdet eingestuft. Während des Absturzes hatte sich der Copilot im Cockoit eingesperrt. Der Flugkapitän an Bord des Fluges #4U9525 versuchte verzweifelt, wieder ins Cockpit zu gelangen. Der Airbus A320 der deutschen Fluggesellschaft Germanwings war am 24. März 2015 über Südfrankreich abgestürzt. Es gibt keine Überlebenden. Als Konsequenz verschärfen Airlines jetzt ihre Cockpit-Regeln. Inzwischen ist auch der zweite Flugschreiber gefunden.

Lesen Sie nachfolgend unseren Live-Ticker mit den neuesten Entwicklungen und Informationen. Weiter unten haben wir außerdem für Sie eine Chronologie der Ereignisse zusammengestellt:

Hier das Neueste im Live-Ticker: 


11:30 Uhr - 03.04.2015 Die zweite Blackbox bestätigt den bisherigen Ermittlingsstand, dass der Germanwings-Copilot den Sinkflug absichtlich eingeleitet hat.

15:50 Uhr - 02.04.2015 Laut Staatsanwaltschaft Marseille haben Helfer die zweite Blackbox des abgestürzten Airbus in den französischen Alpen gefunden. Sie kann Hinweise auf Fluggeschwindigkeit etc. geben, weil sie die technischen Daten aufzeichnet. In Düsseldorf gab die Staatsanwaltschaft bekannt: Co-Pilot Andreas L. suchte im Web nach Selbstmord-Möglichkeiten sowie Infos zu Cockpit-Türen und deren Verriegelungstechnik.

04:00 02.04.2015 - Neue Pläne für mehr Flugsicherheit: Die Cockpit-Verriegelung steht offenbar auf dem Prüfstand, die Co-Pilot Andreas L. für seine Tat ausgenutzt hatte.

20:40 Uhr - 31.03.2015: Handyvideo entdeckt: Mindestens ein Mensch an Bord der letzte Woche an einer Felswand zerschellten Germanwings-Maschine hat die letzten Sekunden vor dem Aufprall in einem Video festgehalten. Das berichten übereinstimmend das französische Magazin "Paris Match" und die BILD-Zeitung. Demnach habe eine Person aus dem Kreis der Ermittler es beiden Medien ermöglicht, sich das Video anzusehen. In den letzten Sekunden vor dem Aufprall sei das Schreien der Passagiere zu hören. Dann werde das Schreien der Passagiere lauter, und die Flugzeugkabine wird zur Seite geschleudert. An dieser Stelle bricht das Video ab.

Das Video sei von einer den Ermittlerkreisen nahestehenden Person in den Trümmern der Absturzstelle entdeckt worden.

Demnach rufen Passagiere in verschiedenen Sprachen "O mein Gott". Sie seien sich ihrer Situation genau bewusst gewesen. Das Video sei "ganz hinten" im Flugzeug gemacht worden, schreibt BILD, und es sei verwackelt. Einzelne Personen seien deswegen kaum zu erkennen. Es seien auch drei Mal metallische Schläge zu hören. Wahrscheinlich von den Versuchen des Flugkapitäns, mit Gewalt wieder ins Cockpit zu gelangen.

"Die Szene war so chaotisch, dass es schwer war, Leute zu identifizieren. Aber die Schreie der Passagiere machten es absolut klar, dass sie sich darüber im Klaren waren, was sie erwarten wird - mais les cris des passagers révèlent qu'ils étaient parfaitement conscients de ce qui allait arriver.", schreibt Paris-Match.

Am Schluss des Videos scheine "ein Teil des Flugzeugs einen Berg zu berühren". Die Aufnahme zeige auch, dass das Flugzeug "mit einem Schlag zur Seite geschleudert" werde. Noch einmal höre man "Menschen aufschreien"  - dann ende die Aufnahme, schreibt die BILD-Zeitung.

Ähnlich heißt es bei "Paris Match": "Gegen Ende, nach einem schweren Schütteln, heftiger als die anderen, nimmt das Schreien zu. Dann nichts mehr. - Vers la fin, après une secousse plus forte, les cris s'intensifient. Puis plus rien." Die französische Zeitschrift stellt den Artikel auf Französisch, Englisch und Spanisch bereit.

Der französische Staatsanwalt sagte nach Angaben von "Spiegel Online" auf Anfrage, ihm sei kein gefundenes Video bekannt. Es seien am Unglücksort zwar mehrere Handys gefunden worden. Diese seien aber in einem schlechten Zustand und müssten erst noch ausgewertet werden.

Allerdings waren auch die Ergebnisse des Stimmrecorders aus den Ermittlerkreisen bereits vorab an die Medien - die "New York Times" - gelangt, bevor der französische Staatsanwalt selbst die Auswertung erhalten hatte.

17:50 Uhr - 31:03.2015: Deutschland & Frankreich sind zusammengewachsen: Kanzlerin Merkel, Präsident Hollande sowie mehrere Kabinettsmitglieder sind in Berlin zum Deutsch-Französischen Ministerrat zusammengetroffen. Beide Länder seien in den letzten drei Monaten enger zusammengerückt, erklärte Merkel. Das habe sich in der Agenda widergespiegelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande wiesen in der gemeinsamen Pressekonferenz auf die "Bewährungsproben" der vergangenen Monate hin: die Ereignisse um "Charlie Hebdo" und den Absturz der Germanwings-Maschine in Südfrankreich.

Ausdrücklich dankte die Kanzlerin nicht nur der französischen Regierung, sondern vor allen den Menschen in der Region, die nach dem Flugzeugunglück vor Ort Hilfe leisten und den Angehörigen beistehen. Sie würden in "unglaublicher und unnachahmlicher Weise deutsch-französische Freundschaft leben", sagte Merkel.

19:11 Uhr - 30.03.2015: Behelfsstraße gebaut: Die französischen Behörden bauen eine Straße zur Absturzstelle. Mehrere TV-Sender besuchten die Bauarbeiten. Demnach wird mit Baggern und Planierraupen eine robuste Straße durch den Bergwald zur Absturzstelle vorangetrieben. Die Straße wird als befahrbarer Waldweg angelegt. Der Erdboden wird dazu maschinell verdichtet. Damit soll es den Such- und Bergungsmannschaften ermöglicht werden, die Absturzstelle auch mit Fahrzeugen zu erreichen. Bisher sind die Mannschaften auf einen halbstündigen Fußmarsch oder auf den - derzeit meistens genutzten - Transport per Hubschrauber angewiesen.

Durch den Bau der Straße sollen die Bergungsarbeiten an der Absturzstelle erheblich erleichert und beschleunigt werden. In der Regel werden bei Flugzeugabstürzen nach Möglichkeit sämtliche Flugzeugteile geborgen. Aus den geborgenen Flugzeugteilen wird das Flugzeug in einer Halle - soweit möglich - wieder zusammengesetzt, um Aufschluss über Absturzursache und Materialverhalten beim Absturz zu gewinnen.

Mittlerweile sind die Bautrupps in Sichtweite der Absturzstelle angekommen. Um die Straße bis zur Absturzstelle voranzutreiben, muss jedoch noch ein Gelände mit mehreren Hügeln und Schluchten überwunden werden.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Behörden angekündigt, einen Weg zur Unfallstelle bauen zu wollen, damit in zukünftigen Jahren auch Hinterbliebene.

 

16:10 - 30.03.2015: CO-Pilot Suizid-gefährdet: Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, Andreas L., ist einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf zu Folge vor Jahren von ärztlicher Seite "als suizidgefährdet " eingestuft worden.

 

16:15 Uhr - 29.03.2015: Vater des Co-Piloten war da: Der Bürgermeister der nahegelegenen Gemeinde Prads-Haute-Bleone, Bernard Bartolini, sagte gegenüber dem französischen Fernsehsender BMF-TV: "Die Familie des Kopiloten war bei der zweiten Gruppe dabei, von Donnerstag Spätnachmittags bis zum späten Abend. Der Vater war da. Er war zusammengebrochen. Es ist ein Mann, der komplett zusammengeklappt ist." Der Bürgermeister sagte weiter:  "Es war ein Mann, dessen Leben komplett zerbrochen ist, weil er meint, dass er auf seinen Schultern die Verantwortung für das ganze Drama trägt. Er war voller Emotionen." Der Bürgermeister sagte weiter, er respektiere den Vater sehr, trotzdem, dass sein Sohn das Drama verursacht habe.

09:14 Uhr - 29.03.2015: Weitere Gespräche des Stimmrecorders veröffentlicht: Die Bild am Sonntag hat Auszüge aus dem Gespräch zwischen Copilot Lubitz  und dem Flugkapitän veröffentlicht. Der Zeitung liegt demnach das Protokoll mit der Abschrift des Stimmrecorders vor. Demnach habe der Flugkapitän seinem Copiloten erzählt, dass es ihm auf dem Flughafen Barcelona vor dem Rückflug nicht mehr gereicht habe, aufs Klo zu gehen. "Ich kann jederzeit übernehmen", habe der Copilot daraufhin zu seinem Flugkapitän gesagt. Ein paar Minuten später sagte der Flugkapitän dann zu Copilot Lubitz: "Du kannst übernehmen", und verließ dann offenbar das Cockpit. Als der Flugkapitän nicht mehr ins Cockpit eingelassen wird, rufe er: "Mach die verdammte Tür auf". Und: "Um Gottes Willen, öffne die Tür!".  Es seien "laute, metallische Schläge gegen die Cockpit-Tür zu hören".

21:00 Uhr  28.03.2015: Co-Pilot hatte massive Sehstörungen: Der Copilot des abgestürzten Germanwings-Flugzeugs litt möglicherweise unter massiven Sehstörungen. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach hätte die Behinderung seine Flugtauglichkeit gefährdet. Die "Welt am Sonntag" schreibt, Andreas L. sei wegen eines "starken subjektiven Überlastungssyndroms" in Behandlung und schwer depressiv gewesen. Medien berichten auch, dass die Beziehung des Copiloten kurz vor dem Unglück zerbrochen war. Die französischen Ermittler wollen aber auch einen technischen Defekt nicht vollkommen ausschließen.

06:30 Uhr - 28.03.2015: Ex-Freundin spricht über Co-Pilot: Eine Ex-Freundin des Germanwings-Copiloten, der den Airbus mit 150 Menschen an Bord offenbar vorsätzlich abstürzen ließ, berichtet in der BILD-Zeitung: Er habe sich aufgeregt, unter welchen Umständen er arbeiten müsse.

06:16 Uhr - 28.03.2015: Behörden wollen Fußweg anlegen:  Die französischen Behörden wollen später einen Fußweg zur Absturzstelle anlegen, um es den Angehörigen der Absturzopfer in späteren Jahren zu ermöglichen, ihren Lieben auch an der Stelle des Absturzes zu Gedenken. Bereits gestern war in Seyne-Les-Alpes eines Gedenkstele errichtet worden, mit Blick auf die Berge, in denen die Passagiermaschine abgestürzt ist.

19:31 Uhr - 27.03.2015: Bisher keine Hinweise auf private Krisen:  Die Düsseldorfer Ermittler haben bislang keine Hinweise auf eine zerrüttete Beziehung oder andere Krisen im privaten Umfeld des Co-Piloten gefunden. Das meldet die "Rheinische Post" unter Berufung auf den Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück. Eine Auswertung von Computer und E-Mails stehe aber noch aus. Weiteren Medienberichten zufolge soll der Co-Pilot vor wenigen Wochen zwei Autos für sich und seine Freundin bestellt haben. Ein Auto sei kürzlich an ihn ausgeliefert worden.

19:21 Uhr - 27.03.2015: Die Lufthansa hat den Hinterbliebenen der Passagiere, die auf dem Flug ihrer Konzerntochter Germanwings 4U9525 ums Leben gekommen sind, erste finanzielle Überbrückungshilfen angeboten. "Lufthansa zahlt bis zu 50.000 Euro pro Passagier zur Deckung unmittelbarer Ausgaben", sagte ein Germanwings-Sprecher dem Tagesspiegel. Nach Einschätzung von Luftfahrtexperten kommen auf den Lufthansa-Konzern Entschädigungsansprüche in beträchtlicher Höhe zu.

"Die Lufthansa haftet unbegrenzt", sagte Wolf Müller-Rostin, Privatdozent für Luftverkehrsrecht, dem Tagesspiegel. Die Entschädigungen dürften sich - je nach Einzelfall - zwischen mehreren Zehntausend Euro und mehreren Hunderttausend Euro pro Person bewegen, sagte Rechtsanwalt Holger Hopperdietzel, der in Wiesbaden eine auf Luftverkehrsrecht spezialisierte Kanzlei betreibt, dem Tagesspiegel.

18:51 - 27.03.2015: Das Universitätsklinikum Düsseldorf hat heute Einzelheiten zur Behandlung des Co-Piloten mitgeteilt. Demnach war der Co-Pilot "im Februar 2015 und zuletzt am 10. März 2015 als Patient" in der Uniklinik. Es habe sich um "diagnostische Abklärungen" gehandelt. Weitere Einzelheiten könnten nicht bekannt gegeben werden, da diese der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. Die Staatsanwaltschaft werde die Krankenakten noch heute erhalten. Der Co-Pilot sei am Universitätsklinikum aber nicht wegen Depressionen in Behandlung gewesen.

Hier die Pressemitteilung des Universitätsklinikums Düsseldorf im Original: "Co-Pilot der Germanwings-Maschine war zu Untersuchungen im Universitätsklinikum Düsseldorf. 27.03.2015 – (Susanne Dopheide) Das Universitätsklinikum möchte die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis setzen, dass der Co-Pilot der Germanwings Flug 4U 9525 im Februar 2015 und zuletzt am 10. März 2015 als Patient im Universitätsklinikum Düsseldorf vorstellig geworden ist. Es handelte sich um diagnostische Abklärungen. Einzelheiten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Die Krankenakten werden heute der ermittelnden Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben.

„Wir möchten unsere Betroffenheit, unser Entsetzen und unsere Fassungslosigkeit über das Unglück zum Ausdruck bringen. Wir werden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nachdrücklich und vorbehaltlos unterstützen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der in den Tod gerissenen Opfer der Flugzeugkatastrophe", sagt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKD.

Aus ermittlungstechnischen Gründen kann das UKD keine weiteren Auskünfte erteilen. Meldungen, wonach Andreas L. wegen Depressionen in unserem Haus in Behandlung gewesen sei, sind jedoch unzutreffend."

 18:33 Uhr - 27.03.2015: Ein Vertreter des Identifizierungs- und Forensik-Teams hat heute vor der Presse über seine Arbeit berichtet. Seinen Worten zufolge ist bisher noch kein einziger, unversehrter menschlicher Körper gefunden worden. Die sterblichen Überreste weisen schwere Verletzungen auf. Die gefundenen Körperteile werden nun mit entsprechenden Untersuchungsmethoden, beispielsweise mittels DNA-Analysen und zahnärztlichen Analysen den Flugzeuginsassen zugeordnet.

Experten zufolge sind die Flugzeuginsassen - aufgrund der rasend schnellen Geschwindigkeit von 700 Kilometer pro Stunde, mit der das Flugzeug auf die Felswand geprallt ist, und den dadurch freigesetzten Gravitationskräften -  in Bruchteilen von Sekunden gestorben.

Möglicherweise wurde das Flugzeug kurz vor dem Aufprall noch weiter beschleunigt. Darauf deutet eine Zeugenaussage hin: Demzufolge habe sich der Fluglärm des Flugzeuges unmittelbar vor dem Aufprall angehört, als ob der Airbus durchstartet.

15:40 Uhr - 27.03.2015: Germanwings betont, dass für den Unglückstag keine Krankmeldung des Copiloten vorgelegen habe. Hier die Presse-Erklärung im Wortlaut:

Aktuell gibt es eine Medienberichterstattung über eine Krankschreibung des Co-Piloten auf dem am vergangenen Dienstag verunglückten Flug 4U9525 für den Tag des Unglücks. Germanwings erklärt dazu, dass dem Unternehmen keine Krankmeldung für diesen Tag vorlag.Dies entspricht auch den Erkenntnissen des Leitenden Oberstaatsanwalts Düsseldorf, nach denen in den Unterlagen des Co-Piloten „zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen gefunden wurden". Dies stütze, so die Mitteilung des Staatsanwalts, „nach vorläufiger Bewertung die Annahme, dass der Verstorbene seine Erkrankung gegenüber dem Arbeitgeber und dem beruflichen Umfeld verheimlicht hat."

14:31 Uhr - 27.03.2015: Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden in der Wohnung des Copiloten medizinische Unterlagen gefunden, die darauf schließen lassen, dass der Copilot in medizinischer Behandlung war und seine - dem Vernehmen nach psychische - Erkrankung vor seinem Arbeitgeber verheimlicht hatte. In einem Mülleimer wurden zerrissene Krankschreibungen gefunden.

Medienberichten zufolge waren die Krankschreibungen von einem Psychiater und von einem Neurologen ausgestellt. Der Staatsanwaltschaft zufolge war der Kopilot auch für den Tag des Absturzes der Germanwings-Maschine krank geschrieben und hätte demzufolge an diesem Tag den Airbus gar nicht fliegen dürfen.

Hier die Presse-Erklärung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungsergebnisse im vollständigen Wortlaut: "Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat am gestrigen Abend die Durchsuchung der Wohnungen des verstorbenen Co-Piloten in Düsseldorf und Rheinland-Pfalz abgeschlossen.

Die Maßnahmen haben nicht zur Auffindung eines sog. Abschiedsbriefes oder Bekennerschreibens geführt. Ebenso wenig haben sich Anhaltspunkte für einen politischen oder religiösen Hintergrund des Geschehens ergeben. Allerdings wurden Dokumente medizinischen Inhalts sichergestellt, die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen. Der Umstand, dass dabei u.a. zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen gefunden wurden, stützt nach vorläufiger Bewertung die Annahme, dass der Verstorbene seine Erkrankung gegenüber dem Arbeitgeber und dem beruflichen Umfeld verheimlicht hat.

Vernehmungen hierzu sowie die Auswertung von Behandlungsunterlagen werden noch einige Tage in Anspruch nehmen. Sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen, werden wir die Angehörigen und die Öffentlichkeit weiter informieren. Die Kolleginnen und Kollegen in Frankreich sind vom Dezernenten des Verfahrens über die vorläufigen Ergebnisse der auch von französischer Seite angeregten Maßnahmen in Kenntnis gesetzt worden. Ralf Herrenbrück Oberstaatsanwalt."

14:30 Uhr - 27.03.2015: In der Wohnung des Kopiloten, der den Absturz der Germanwings-Maschine mutmaßlich absichtlich  herbeigeführt hat, wurde kein Abschiedsbrief oder ähnliche Unterlagen gefunden, die sein Handeln erklären könnten.  Das teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf heute mit.

10:12 Uhr - 27.03.2015: Frankreich hat in erheblichem Umfang Menschen und Material mobilisiert, um die Folgen der Flugzeugkatastrope zu bewältigen. Das hat das französische Innenministerium bekannt gegeben. Demnach sind noch am Tag des Absturzes mehr als 300 Gendarmen  und 5 Gendarmerie-Huschrauber in der Zone um die Absturzstelle entsandt worden. Hinzu kommt die CRS-Einheit Nr.60 aus Montfavet (Vaucluse) nebst umfangreicher Ausrüstung zur Sicherung der Unfallstelle. Die Funkverbindung wird mit einer C135 FR aufrecht erhalten. Weitere 7 Hubschrauber sind im Einsatz, um die Absperrung der Absturzzone durchzusetzen; die Absturzzone darf ohne Genehmigung weder betreten, noch überflogen werden.  Zusätzlich sind zwei SAR-Hubschrauber für die Recherche, und weitere vier Hubschrauber zum Transport von Einsatzkräften und Material im Einsatz.

09:10 Uhr - 27.03.2015: Einem Bericht der BILD-Zeitung zufolge hat der vom Copiloten aus dem Cockpit ausgesperrte Flugkapitän versucht, die Cockpit-Türe mit einer Notfallaxt einzuschlagen, um sich wieder Zutritt zum Cockpit zu verschaffen. 

08:53 Uhr - 27.03.2015: Bilder vom Absturzort zeigen Helfer, die die Erde mit Rechen auf kleinste Teile durchsuchen.

22:40 Uhr - 26.03.2015: Air Berlin und weitere Airlines erlässen als Kosequenz aus dem Germanwings-Unglück schärfere Cockpit-Regeln

22:15 Uhr - 26.03.2015: Medienberichten zufolge haben die Ermittlungsbeamten die Durchsuchung der Wohnung des Kopiloten Andreas Lubitz in Düsseldorf beendet. Die Beamten hätten einiges an Material aus der Wohnung mitgenommen. Staatsanwalt Christoph Kumpa hatte heute Nachmittag vor der Presse bekannt gegeben, dass - in Abstimmung mit der französischen Staatsanwaltschaft - Durchsuchungsbeschlüsse für zwei Objekte innerhalb und außerhalb Düsseldorf ausgestellt worden sind.

Hier die Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf vom 26. März 2015 zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen im Wortlaut: "Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf führt im Zusammenhang mit dem dramatischen Absturz des Fluges 4U 9525 unter dem Aktenzeichen 10 UJs 906/15 ein Ermittlungsverfahren, um die näheren Umstände des Todes der Fluggäste und der Besatzung aufzuklären. Die Behörde hat die Ermittlungen landesweit an sich gezogen, weil im dortigen Zuständigkeitsbereich mehrere Opfer ihren Wohnsitz hatten. Auf der Grundlage der öffentlich bekannt gemachten Ermittlungserkenntnisse der Staatsanwaltschaft Marseille finden in Abstimmung mit den französischen Ermittlungsbehörden in Düsseldorf und anderenorts richterlich angeordnete Durchsuchungen statt. Die Maßnahmen werden von Kräften des Polizeipräsidiums Düsseldorf umgesetzt, die Staatsanwaltschaft ist vor Ort vertreten und leitet die Ermittlungen. Die Durchsuchungen dienen insbesondere der Auffindung und Sicherstellung persönlicher Unterlagen, um Anhaltspunkte für einen denkbaren Tathintergrund zu gewinnen. Die Auswertung etwaiger Beweismittel wird einige Zeit in Anspruch nehmen; über wesentliche neue Erkenntnisse wird die Staatsanwaltschaft die Angehörigen und die Öffentlichkeit zeitnah unterrichten. Ralf Herrenbrück Oberstaatsanwalt."

21:55 Uhr - 26.03.2015: Die Eltern des Kopiloten, der den Airbus A320 mutmaßlich absichtlich zum Absturz gebracht hat, sind ebenfalls in Frankreich eingetroffen. Sie sind getrennt von den Angehörigen der anderen Opfer untergebracht und werden auch getrennt betreut.

21:50 Uhr - 26.03.2016: Nach ihrer Ankunft aus Marseille hielten sich die Angehörigen der Absturzopfer heute tagsüber am Einsatzlager in Seyne-Les-Alpes auf. Ein Überflug der Unglücksstelle mit Helikoptern war heute nicht möglich. Nach Angaben des Innenministeriums sollen Angehörige, die den Absturzort sehen möchten, in den nächsten Tagen die Gelegenheit für einen Überflug bekommen.

20:26 Uhr - 26.03.2015: Der Autopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine wurde um 09:30:00 Uhr manuell von 38.000 Fuß Höhe auf 100 Fuß Höhe eingestellt. Das hat eine Analyse der vorliegenden ADS-B/ModeS-Daten durch den Onlinedienst Flightradar24 ergeben. 100 Fuß Höhe sei der niedrigste, bei einem Autopiloten einstellbare Wert. 

19:49 Uhr - 26.03.2015: Die Pilotenvereinigung Cockpit hat in einer Pressemitteilung davor gewarnt, ausschließlich von einem Selbstmord des Copiloten Andreas Lubitz und einem absichtlich eingeleiteten Sinkflug auszugehen. Es seien auch noch andere Szenarien denkbar, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden könnten.

17:45 Uhr - 26.03.2015: Über die neuen Erkenntnisse zum Absturz der deutschen Passagiermaschine ist Bundeskanzlerin Merkel tief getroffen. Dadurch, dass der Co-Pilot die Maschine offenbar bewusst zum Absturz gebracht habe, werde "dieser Tragödie eine neue, schier unfassbare Dimension gegeben", erklärte sie am Nachmittag in Berlin.

"Wir können kaum das Leid ermessen, das mit dieser Katastrophe über so viele Familien gekommen ist. Wir versuchen zu begreifen, was dort geschehen ist", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Ansprache vor der Presse im Bundeskanzleramt. "Heute nun haben uns Nachrichten erreicht, dass dieser Tragödie eine neue, eine schier unfassbare Dimension gegeben wird."

Die Auswertung der Audiodateien des Stimmrekorders durch deutsche und französische Ermittler hatte zu neuen Erkenntnissen über das Unglück geführt. Demnach soll der Co-Pilot das Flugzeug bewusst zum Absturz gebracht haben. Der Pilot soll das Cockpit verlassen haben. Später sei ihm der Zugang zurück ins Cockpit verweigert worden.

Umstände restlos aufklären: Da noch nicht alle Hintergründe des Unglücks bekannt seien, sei es wichtig, dass weiter ermittelt werde, forderte Merkel. Bei ihrem Besuch des Unglückortes am Mittwoch in Südfrankreich habe sie zusammen mit dem französischen Präsidenten und dem spanischen Ministerpräsidenten den Einsatzkräften für ihre äußert schwierige Arbeit gedankt. "Und wir haben versprochen, dass wir von Seiten unserer Regierungen alles tun werden, um zu helfen, alle Umstände dieses Absturzes restlos aufzuklären."

Den Angehörigen der Opfer, der Familien und Freunde, aber auch allen Bürger versicherte sie, dass die Bundesregierung und die deutschen Behörden alles Erdenklich tun würden, um die Ermittlungen zu unterstützen. "Das sind wir allen Menschen, die am Dienstag in dieser Katastrophe ihr Leben lassen mussten und ihren Angehörigen, die jetzt so schrecklich leiden, schuldig."

Die heutigen Nachrichten seien noch einmal eine fürchterliche Belastung für die Angehörigen der Opfer. "In dieser so leidvollen Stunde und in diesen so leidvollen Tagen denken wir noch einmal besonders an sie", sagte die Kanzlerin.

Zuvor hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erklärt, dass für ihn die Bewertung der französischen Staatsanwaltschaft zum Absturz der Maschine plausibel seien. Nun hoffe man, den Flugdatenschreiben zu finden, um die Erkenntnisse zu den letzten Minuten des Fluges zu konkretisieren, sagte er in Berlin. Die Darstellungen der Staatsanwaltschaft seien "mehr als erschütternd", so der Minister.

Er stehe in ständigem Kontakt mit Experten vor Ort, seinen französischen Kollegen und der Deutschen Lufthansa, sagte Dobrindt. Ziel sei es, den Unfall aufzuklären und die richtigen Schlussfolgerung zu ziehen.

Gedenken im Bundestag: Mit einer Schweigeminute hatte der Bundestag am Donnerstagmorgen der Opfer des Flugzeugsabsturzes gedacht. Das Unglück habe Deutschland, Spanien und Frankreich in Schock und Schmerz vereint, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert zu Beginn der Sitzung.

Deutschland habe viel internationale Anteilnahme erfahren und sei dankbar dafür. Lammert dankte auch den Rettungs- und Bergungsmannschaften, die unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz seien.

Merkel am Unglücksort: Am Mittwoch war die Bundeskanzlerin an den Unglücksort nach Südfrankreich gereist. In einer Pressebegegnung mit dem französischen Präsidenten François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Rajoy gedachte Merkel in Seyne-les-Alpes der Opfer des Absturzes: "Es ist eine wahrhafte Tragödie; das hat uns der Besuch heute noch einmal vor Augen geführt." Sie fuhr fort: "Den Familien und den Angehörigen aller Opfer wünsche ich viel Kraft, egal ob sie aus Deutschland kommen oder aus anderen Ländern."

Beispiellose Hilfsbereitschaft

Es seien nicht nur ihre Gedanken, die bei den Angehörigen, den Familien der Opfer und den Freunden der Opfer seien, sondern auch "und das ist das Bewegende am heutigen Tag, die Gedanken der Franzosen, aber vor allen Dingen der Menschen hier in dieser Region, die in einer beispiellosen Hilfsbereitschaft mit einem unglaublichen Engagement und einem großen Herzen hier Hilfe leisten."

Den Angehörigen der Opfer versicherte sie, sie würden vor Ort aus vollem Herzen willkommen sein. "Und es wird alles getan werden, um zu versuchen, das Unfassbare, das geschehen ist, so weit wie möglich aufzuklären."

Die Kanzlerin schloss mit einem Wort des Dankes an den französischen Präsidenten: "Und lieber François – ein ganz herzliches Dankeschön im Namen von Millionen Deutschen, die das zu schätzen wissen und die wissen, dies ist gelebte deutsch-französische Freundschaft."

Nachmittag - 26.03.2015:   Ein Team des Deutschen Roten Kreuzes aus Baden-Württemberg ist gestern nach Südfrankreich zum Absturzort der Germanwings-Maschine gereist. Die vier Spezialisten für Psychosoziale Notfallnachsorge betreuen die Familien und Freunde der 150 Opfer des Flugzeugabsturzes. Das Französische Rote Kreuz hatte um Unterstützung bei der Versorgung der rund 800 Angehörigen gebeten.

Nachmittag - 26.03.2015:  Als Konsequenzen aus den dramatischen Ereignissen, die zum Absturz des Germanwings-Passagierflugzeugs geführt haben, haben heute mehrere Europäische Fluggesellschaften ihre Sicherheits-Vorschriften geändert: Demnach müssen sich immer mindestens zwei Personen im Cockpit aufhalten, Zu den Fluggesellschaften mit den neuen Vorschriften gehören Norwegian und Easyjet, Lufthansa und Germanwings

Nachmittag- 26.03.2015: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf teilte mit, dass in Abstimmung mit den französischen Untersuchungsbehörden zwei Objekte in Deutschland untersucht werden: "Die Untersuchungsmaßnahmen dienen der Auffindung von Unterlagen und sonstigen Beweismittelen, die Aufschluss zur Unfallursache und Motivationsstand geben könnten." Bei den durchsuchten Objekten handelt es sich dem Vernehmen nach um die Wohnungen des Copiloten in Montaubauer und Düsseldorf.

14:50 - 26.03.2015: "Das macht uns fassungslos hier bei Lufthansa, bei Germanwings", erklärte der Vorstandsvorsitzende von Lufthansa, Carsten Spohr, auf einer Pressekonferenz am Nachmittag. Man wähle Cockpitpersonal sehr sorgfältig aus. In den Auswahlverfahren prüfe man nicht nur technische und kognitive Fähigkeiten. Man lasse auch viel Raum für psychologische Eignung der Kandidaten. Beide Piloten hätten die Tests durchlaufen und dann ihre Flugausbildung gemacht. Über Motive könne man nur spekulieren, man habe keinerlei Erkenntnisse.

2008 habe der Copilot Andreas Lubitz seine Ausbildung begonnen, danach folgte eine 11-monatige Wartezeit, in der er als Flugbegleiter arbeitete. Seit 2013 war er als Copilot auf dem Airbus A320 tätig. Es gab vor sechs Jahren in der Ausbildung eine längere Unterbrechung, erklärte Lufthansa-Chef Spohr. Als die Eignung des Kandidaten nochmals festgestellt worden sei, habe er die Ausbildung fortgesetzt.
Der Unglückspilot sei zu 100 Prozent flugtauglich gewesen: "Die fliegerischen Leistungen waren einwandfrei und ohne jede Auffälligkeit". Zur Technik sagte Spohr, der Pilot im Cockpit könne die Öffnung der Tür per Code immer verhindern. Unklar sei, ob der Copilot dies gemacht habe, oder ob der Kapitän draußen den erweiterten Code nicht eingegeben habe.

Der vorsätzlich herbeigeführte Absturz sei mit Abstand das furchtbarstes Ereignis in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. "Unsere Piloten bleiben die besten der Welt", betonte Spohr. Das Unglück sei ein unglaublich tragischer Einzelfall. Ein solches Einzeleignis lasse sich nicht komplett ausschließen. "Dass das ausgerechnet bei uns passiert, tut uns einfach nur leid". Sicherheit gehe bei der Lufthansa immer vor.

13:05 Uhr - 26.03.2015. Der Copilot der Germanwings-Maschine hat das Passagierflugzeug absichtlich in den Tod gesteuert. Das gab der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, nach Auswertung des Stimmrecorders auf einer Pressekonferenz bekannt. Der Copilot sei bis zum Aufprall am Leben gewesen, seine Atmung sei schwer geworden.

Erst unmittelbar vor dem Aufprall sind auf dem Stimmrecorder die Schreie der Passagiere zu hören. Offensichtlich waren die Passagiere bis kurz vor dem Aufprall ahnungslos. Das hat der französische Staatsanwalt auf seiner Pressekonferenz in Marseille bestätigt. Er sagte: "Ich glaube, dass die Opfer das erst im allerletzten Moment realisiert haben. Denn auf der Aufzeichnung hört man die Schreie der Opfer erst ganz am Ende, kurz vor dem Aufprall."

Vor der Pressekonferenz habe er als erstes alle Angehörigen über die neuen Erkenntnisse informiert, sagte der Staatsanwalt.

Bei dem Copiloten handelt es sich um den 28-jährigen Andreas Lubitz aus Montabauer in Rheinland-Pfalz. Medienberichten zufolge war er unter Freunden und Bekannten als ruhig und zuverlässig bekannt. Sein einziges Hobby war das Fliegen.

Der Gemanwings-Copilot war demnach - wie in der vergangenen Nacht als erstes die New York Times unter Berufung auf einen hochrangigen Militär-Ermittler berichtet hatte  - zum Schluss des Fluges alleine im Cockpit und hat den Sinkflug bewusst eingeleitet. Der Staatswanwalt sagte: "In den ersten 20 Flugminuten haben sich, so der Staatsanwalt, die beiden Piloten ganz normal, witzelnd, unterhalten. Dann hört man, wie der Kapitän mit dem Copiloten das Briefing für die Landung in Düsseldorf vorbereitet. Der Copilot antwortet lakonisch. Dann höre man, wie der Flugkapitän den Copiloten bittet, das Steuer zu übernehmen und man hört, wie ein Sitz zurückgleitet und der Flugkapitän das Cockpit verlässt."

Der Staatsanwalt sagt weiter: "Dann hört man, wie der Copilot, der sich nun alleine im Cockpit befindet, wie er über das Flight Monitor System den Sinklflug einleitet. Das kann nur eine bewusste Handlung sein." Dann höre man, wie der Flugkapitän mehrmals verlangt:  "Lass mich rein".: "Die Fluglotsen fordern dann die Besatzung dazu auf, den Transpondernotruf auszulösen. Die Aufforderung bleibt ohne Reaktion. Der [automatische] Alarm wurde aufgelöst, um der Besatzung mitzuteilen, dass sich das Flugzeug in gefährlicher Nähe zum Boden befindet. Dann hört man heftige Schläge." Dabei soll es sich um den FLugkapitän und die Crew handeln, die gegen die von innen verschlossene Cockpit-Tür hämmern.

Der Staatsanwalt sagte weiter: "Bis zum endgültigen Aufprall hört man einen ersten Schlag, als würde das Flugzeug hart [auf einem Hügel] aufschlagen, bevor das Flugzeug dann auf dem Felsen aufprallte. Nocheinmal: Es wurde kein Notruf ausgelöst. Und es gab keinerlei Kontaktversuche [aus dem Cockpit] gegenüber der Flugsicherung."

Robin sagte: "Nach unserer gemeinsamen Meinung ist es die wahrscheinlichste Interpretation, dass der Copilot durch bewusstes Nichtreagieren sich geweigert hat, die Kabinentür wieder für den Kapitän zu öffnen, und bewusst den Sinkflug eingeleitet hat. In den letzten 8 Minuten ist das Flugzeug ja aus 10 bis 11.000 Meter Flughöhe auf 2.000 Meter abgesunken und ist dann auf den Berg geprallt. ... Man muss davon ausgehen, dass der Copilot die Zerstörung des Flugzeugs bewussteingeleitet hat."

Bundesinnenminister de Maziere sagte als unmittelbare Reaktion auf die Informationen des französischen Staatsanwalts: "Die Fragen konzentrieren sich jetzt insbesonders auf den Hintergrund desjenigen, der [das verantwortet hat] und die entsprechenden Motive. Ich kann mitteilen, ... dass die Deutschen Sicherheitsbehörden noch am Tage des Absturzes, nch am Dienstag, eine Abfrage vorgenommen haben im nachrichtendienstlichen Informationssystem genannt NADIS und dem polizeilichen Informationssystem genannt INPOL. Und die Lufthansa hat uns auch mitgeteilt, dass auch die Sicherheitsüberprüfung, die dort regelmäßig stattfindet, auch kein Ergebnis gebracht hat. Deswegen gibt es, was den Hintergrund angeht, keine Hinweise auf einen wie auch immer gearteten terroristischen Hintergrund ... Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf führt ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren durch." 

12:45 Uhr - 26.03.2015: Der Pilot, der sich im Cockpit eingesperrt hatte, hat den Sinkflug offenbar selbst und freiwillig eingeleitet, so neueste Meldungen.

09:52 Uhr - 26.03.2015: Für Notfälle haben Besatzungsmitglieder außerhalb des Cockpits die Möglichkeit, durch Eingabe eines elektronischen Zahlencodes zurück ins Cockpit zu gelangen, auch wenn die. Der Pilot, der sich im Cockpit eingesperrt hatte, hat den Sinkflug offenbar selbst und freiwillig eingeleitet. Cockpit-besatzung die Tür nicht aufmacht. Das meldet die Zeitschrift Wirtschaftswoche unter Berufung auf ein Airbus-Video. Versucht ein Besatzungsmitglied, von außen durch die Eingabe eines Zahlencodes ins Cockpit zu gelangen, wird Cockpit ein Warnton und eine Warnleuchte aktiviert. Die Cockpit-Besatzung hat dann mehrere Sekunden lang die Möglichkeit, durch Drücken einer Taste die elektronische Öffnung der Cockpit-Türe zu blockieren. Passiert das nicht, kann man dieCockpit-Türe für fünf Sekunden von außen her öffnen.

Unter Kenntnis dieses Prozedere stellt sich die Frage, warum der Flugkapitän durch die Eingabe des Zahlencodes nicht wieder zurück ins Cockpit gelangt ist. Und es stellt sich die Frage, ob der Copilot den Notöffnungs-Mechanismus absichtlich oder unabsichtlich deaktiviert hat.

Hier sehen Sie den Airbus-Film, der die Prozedur zur notfallmäßigen Öffnung der Cockpit-Türe darstellt:

08:47 Uhr - 26.03.2015: Der Copilot des Airbus A320, der zum Schluss alleine im Cockpit war, hat seit September 2013, für Germanwings gearbeitet. Das meldet n-tv.de unter Berufung auf Angaben einer Lufthansa-Sprecherin. Der Copilot habe bisher 630 Flugstunden geflogen. Zuvor habe der Copilot in Bremen an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa, eine Ausbildung zum Piloten durchlaufen. 

08:36 - Uhr 26.03.2015: Seit dem frühen Morgen sind Mitarbeiter des kriminaltechnischen Identifizierungsteams der Gendarmerie unterwegs nach Seyne-les-Alpes. Sie sollen sich an der Identifikation der Absturzopfer des Airbus A320 beteiligen. Das meldet die Zeitung LaProvence. Heute sollen dort auch rund 400 Angehörige eintreffen.

08:17 Uhr - 26.03.2015: Der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, hat für 12:30 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt. Das meldet die Zeitung LaProvence. Es wird erwartet, dass Robin zu den jüngsten Meldungen der Tageszeitung NewYorkTimes und der Nachrichtenagentur AFP Stellung nimmt. Beide berufen sich auf Ermittlerkreise und melden, dass einer der beiden Piloten - AFP zufolge der Copilot - kurz vor dem Absturz alleine im Cockpit war und dem Flugkapitän nicht mehr geöffnet hat.  Die Pressekonferenz soll im im "Salon de l'aéroport de Marignane" bei Marseille stattfinden. 

00:45 Uhr - 26.03.2015: Dramatische Neuigkeiten zum Flugzeugabsturz: In den Minuten vor dem Absturz hat sich  an Bord des Germanwing-Airbus ein verzweifeltes Drama abgespielt. Das meldete die New York Times in der Nacht zum Donnerstag in einem Bericht und beruft sich auf die Auswertungen des Stimmrecorders:

Demnach habe einer der beiden Piloten das Cockpit verlassen, und sei anschließend nicht mehr in das Cockpit eingelassen worden. Zunächst habe er durch Klopfen, dann durch Rufen versucht, wieder ins Cockpit eingelassen zu werden. Auf das Kopfen und die Rufe des ausgeschlossenen Piloten habe es keine Antwort aus dem Cockpit mehr gegeben.

Schließlich habe der ausgesperrte Pilot versucht, die Türe zum Cockpit mit Gewalt aufzubrechen und von außen einzutreten.  Auf dem Stimmenrecorder sei zu hören, wie sich der Pilot gegen die Cockpit-Türe wirft. Offensichtlich ohne Erfolg.

Die amerikanische Tageszeitung NewYorkTimes beruft sich dabei auf einen hochrangigen Militär, der an der Untersuchung des Stimmenrecorders beteiligt ist, und deshalb anonym bleiben wolle. Das Gespräch zwischen den beiden Piloten sei während des frühen Teil des Fluges "sehr ruhig, sehr gelassen - very smooth, very cool" verlaufen, zitiert die Zeitung den Militär. Dann lasse die Audioaufzeichnung darauf schließen, daß einer der Piloten das Cockpit verlassen habe und nicht mehr zurück ins Cockpit konnte:

"Der Pilot draußen klopft sachte an die Türe und bekommt keine Antwort - The guy outside is knocking lightly on the door and there is no answer," zitiert die Zeitung den Militär: "Und dann haut er stärker gegen die Tür und bekommt keine Antwort . Es gibt keine Antwort mehr. - And then he hits the door stronger and no answer." Weiter sagt der Militär:  "Sie können hören, wie [der ausgesperrte Pilot] versucht, die Türe einzutreten - You can hear he is trying to smash the door down."

Bisher kenne man noch nicht den Grund, warum einer der Piloten das Cockpit verlassen habe: "Aber was sicher ist, ist, dass am Schluss des Fluges der andere Pilot alleine ist und die Tür nicht öffnet."

Martine del Bono, Sprecherin der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA, hat es abgelehnt, den Bericht der New York Times zu kommentieren, schreibt die Zeitung.

Seit den 9/11 - Flugzeugentführungen am 11. September 2001 sind die Cockpit-Türen von Passagierflugzeugen standardmäßig o konstruiert, dass sie nur von innen geöffnet werden können und auch gewaltsamen Öffnungsversuchen standhalten. Damals hatten islamistische Terroristen der Terror-Organisation AlKaida vier amerikanische Passagierflugzeuge in ihre Gewalt gebracht, die Piloten getötet und zwei der Flugzeuge in die Twin-Towers von NewYork und einen ins Pentagon gesteuert. Ein weiteres Flugzeug war abgestürzt, als Passagiere versuchten, die Terroristen zu überwältigen und mit den Terroristen um die Kontrolle des Flugzeugs kämpften.

Abends - 25. März 2015: Dr. Frederic Petitjean ist Leiter der Feuerwehr von Haute Provence und Koordinator für medizinische Hilfe an der Unfallstelle. Er und zwei Begleiter sind die ersten, die die Unfallstelle erreichen - in einem Suchhubschrauber. Heute, einen Tag später sagt er der französischen Tageszeitung LeFigaro: " Die Stelle haben wir sehr schnell gefunden. Denn ein Zeuge hatte die Polizei angerufen, nachdem er eine laute Explosion gehört und eine große Rauchwolke gesehen hat, die aus den Bergen augestiegen ist. Die Hinweise haben uns zur Absturzstelle geführt."

Das Team von Dr. Petitjean ist überrascht: Die Männer hatten an der Absturzstelle Feuer erwartet und sichten nur leichten Rauch und winzige Trümmer. Zunächst denken die Männer, sie sind am falschen Ort. Aufgrund der kleinen Trümmerteile, "nicht größer wie ein Stuhl", vermuten sie zunächst, dass es sich um keinen großen Unfall handeln könne. Erst als sie ein Trümmerstück mit mehreren Bullaugen entdecken, sind sie sich sicher, dass es sich hier um den Absturz des Airbus A320 handelt.

Abends - 25. März 2015: Ein Sprecher der Polzei von Digne hat bestätigt, dass die ersten toten Absturzopfer spätnachmittags ins Tal gebracht wurden. Zuvor hatte es widersprüchliche Meldungen gegeben, ob die Bergung der Leichen schon begonnen hat. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte allerdings bereits bei der Pressekonferenz am Nachmittag gesagt, man werde die sterblichen Überreste der Opfer aufbahren und für die Angehörigen zugänglich machen.

19:30 Uhr - 25. März 2015: Die Lufthansa hat noch nie in ihrer Geschichte ein Flugzeug während der Reisephase verloren. Das sagte Lufthansa-Chef Spohr am Abend auf einer Pressekonferenz in Barcelona. Er sei selbst Pilot gewesen, und er könne sich nicht erklären, wie ein Flugzeug, dessen Inspektion am Tag zuvor noch einen einwandfreien Zustand ergeben habe, während der Reiseflugphase abstürzen konnte. Er sei ratlos. Es sei die dunkelste Stunde in der Geschichte der Lufthansa. Morgen werde mindestens ein Flugzeug mit 150 Sitzplätzen Angehörige nach Frankreich fliegen.

17:21 Uhr - 25. März 2015: "Wir haben es geschafft, eine Audiodatei auszulesen". Das sagte Remi Jouty, der Direktor der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA, auf einer Pressekonferenz in Paris um 17:21 Uhr. Man könne die darauf zu hörenden Geräusche und Stimmen aber noch nicht einem bestimmten Zeitpunkt des Fluges zuordnen. "Wir wissen, dass sich diese Audiodatei auf diesen Flug bezieht.". Für Spekulationen sei es aber noch zu früh.

Auf die Nachfrage eines Reporters, ob das die Stimmen der Piloten waren, verweigerte der Sprecher der Behörde jeden Kommentar: "Kein Kommentar dazu. Ich kann nichts dazu sagen. Diese Audiodatei haben wir erst seit ein paar Minuten zur Verfügung." In dieser kurzen Zeit könne man keine Stimmen einer bestimmten Person,wie dem Piloten oder Copiloten zuordnen. "Kein Kommentar dazu" war auch die Antwort auf die Frage, ob man die Stimmen bis zum Zeitpunkt des Absturzes gehört habe. Auf die weitere Nachfrage, ob man einen Terroranschlag ausschließen könne, war die Antwort: "Wir schließen derzeit gar nichts aus." Auf die Frage, ob es richtig sei, dass das Flugzeug eine Ladung Lithium-Batterien geladen hatte, die sich möglicherweise entzündet haben könnten, sagte der Sprecher der BEA: "Darüber liegen mir keine Informationen vor."

17:00 Uhr - 25. März 2015:  Die New York Times meldet online, es sei nicht gelungen, Daten aus dem gefundenen Stimmen-Recorder auszulesen. Mittlerweile sei auch der Daten-Recorder gefunden. Auch dieser sei offensichtlich schwer beschädigt worden: Der Speicherchip sei aus seiner Verankerung gerissen und sei nicht gefunden worden.

Nachmittags - 25. März 2015: Unmittelbar vor der nächsten Pressekonferenz - mit Merkel, Hollande und dem spanischen Premier - überschlagen sich die Spekulationen: TV-Sender berichten von einem möglichen Riß im Cockpit des Flugzeugs - waren die Piloten ohnmächtig? Der TV-Sender n24 beruft sich dabei auf eine Meldung der britischen Tageszeitung daily mail.

Demnach zirkulieren auf Pilotenforen im Internet Berichte, dass der Stimmrecorder mittlerweile analysiert wurde, und die Auswertung darauf schließen lässt, dass ein struktureller Ausfall (structural failure) für das Unglück verantwortlich ist. Demnach habe eine Fensterscheibe im Cockpit nachgegeben. Die Piloten seien dadurch handlungsunfähig geworden und hätten deswegen auch keinen Notruf mehr abetzen können.

Die Augsburger Allgemeine Zeitung veröffentlicht ein Interview mit dem Kemptener Bergführer Stefan Neuhauser, der den Absturz aus unmittelbarer Nähe mit angehört hat: Die Flugzeuggeräusche seien ungewöhnlich laut gewesen, so als ob das Flugzeug versucht, durchzustarten. Dann sei von einem Moment zum anderen absolute Stille gewesen. Keine Explosion, keine Schreie, nichts.

Die französische Tageszeitung Le Figaro meldet, bei dem gestern gesichteten, vermeintlichen Überlebenden an der Absturzstelle - eine Person, die sich bewegt habe - habe es sich um einen Journalisten gehandelt, der auf eigene Faust zur Absturzstelle gelangt sei.

Gegen 14:25 landet ein französischer Hubschrauber mit Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Hollande und der NRW-Ministerpräsidentin Kraft auf dem provisorischen Flugfeld von Soyne-es-Alpes.  Die drei steigen zusammen mit einigen Begleitern aus und werden von Vertretern der örtlichen Politik, Polizei und Rettungskräften begrüßt. Spaniens Premier Mariano Rajoy ist bereits vor Ort. Unter den Rettungskräften sind Feuerwehrleute (Sapeurs Pomperie), Bergretter ( Secours en Montagne), Medizinern und Angehörige der Armee und der Gendarmerie National. Später sollen Merkel, Hollande und Kraft auch mit Angehörigen der Absturzopfer zusammentreffen, die schon eingetroffen sind.

Deutschlehrer aus der Absturzregion sind zusammen gezogen worden, um die eingetroffenen Angehörigen der Absturzopfer, die seit gestern Abend am Behelfsflughafen von Seyne-les-Alpes eintreffen, in Deutscher Sprache betreuen zu können. Bisher ist, so wird später Francois Hollande auf einer Pressekonferenz sagen, die Familie eines Opfers eingetroffen.

Den Angehörigen der Absturzopfer hat  Lufthansa-Chef Karsten Spohr einen Transport zur Absturzstelle angeboten. Dazu sollen am Donnerstag Sonderflüge eingesetzt werden, die aus Düsseldorf und Barcelona nach Marseille fliegen..

In einer Schweigeminute haben am Mittwoch Vormittag, 25.03.2015,  in Deutschland und weltweit Menschen den Opfern des Flugzeugabsturzes gedacht. Neben dem Flughafen Düsseldorf und den Fluggesellschaften Germanwings und Lufthansa haben sich weltweit weitere Menschen, TV-Sender und Institutionen an der Schweigeminute beteiligt.

25.03.2015. Nach dem Absturz einer Gemanwings-Maschine über Südfrankreich kommt es zu Verzögerungen und Änderungen im Flugplan von Germanwings: Seit gestern haben sich mehrere Flugteams von Germanwing "not fit to fly" gemeldet. Diverse Flüge von Germanwings verzögern sich deswegen oder werden annulliert.

Am 25.03.2015, um 09:15 Uhr, teilt Germanwings mit: "Germanwings heute mit regulärem Flugprogramm / Eine Flugstreichung / 11 Flugzeuge und Crews von Lufthansa, Air Berlin und TuiFly im Einsatz. Germanwings streicht heute einen Flug und fliegt am Tag nach dem Unglück in Frankreich das reguläre Flugprogramm. Einige Crews sind auch heute aus Trauer und emotionaler Betroffenheit nicht einsatzbereit. Das Unternehmen hat dafür Verständnis, die Mitarbeiter haben zum Teil gute Freunde aus der verunglückten Crew verloren. Germanwings setzt heute elf Flugzeuge vor allem von anderen Airlines wie Lufthansa, Air Berlin oder TuiFly auf etwa 40 Flügen ein."

Aktuelle Meldungen zum Flugplan veröffentlicht Germanwings hier im Internet https://www.germanwings.com/de/informieren/aktuelle-meldungen.html. Ausserdem informiert Gemanwings gebührenfrei über folgende Telefonnummer: 0800 11335577

Um 15 Uhr am Absturztag hat Frankreich die Rettungsaktion mit dem Ziel, Überlebende zu finden, eingestellt. Es gebe keine Chance mehr, Überlebende zu finden. Ersten Bilder von der Unfallstelle zufolge wurde der Airbus bei seinem Aufprall auf die Felswand in unzählige kleine Trümmerteile zerfetzt. Die Fotos stammen von der französischen Gendarmerie und wurden vor der Freigabe sorgfältig ausgewählt. Sterbliche Überreste der Opfer sind mit Rücksicht auf Opfer und Angehörige nicht zu sehen.

Französische Medien verbreiteten etwas später die - unbestätigte - Meldung, es gäbe doch einen Überlebenden. Zwischenzeitlich wurde die Blackbox der Maschine gefunden. Diese soll nach Angaben der Regierung mit Hochdruck - möglicherweise schon über Nacht - ausgewertet werden.

Nach Angaben von Germanwings hatte das Flugzeug planmäßig seine Reiseflughöhe erreicht. Aber schon eine Minute später sei ein starker, kontrollierter Sinkflug eingeleitet worden. Medienberichten zufolge gab es für den Sinkflug keine Freigabe der Lotsen. Der kontrollierte Sinkflug der Maschine sei typisch für einen Landeanflug. Das Flugzeug sei auf 1.500 Meter Höhe gesunken, während es auf die bis zu 3.000 Meter hohen Berge hinter Marseille zugeflogen und dann in unwegsamen gebirgigen Gelände abgestürzt sei.

Nach Angaben von flightradar 24, sei die Maschine bis zum Abbruch des Signals exakt die gleiche Route wie gestern geflogen.

Unter den 150 Passagieren sollen auch 72 Deutsche, 35 Spanier, 37 Türken (andere Quellen sprechen von einem Türken), 3 Briten, 3 Kasachstaner, 2 Japaner, 2 Kolumbier, 2 Australier, 2 US-Amerikaner, 2 Venezulaner, ein Holländer, ein Däne und ein Belgier, ein Israeli und ein Mexikaner gewesen sein. Darunter zwei Babys und eine Gruppe von 16 deutschen Schülern und 2 Lehrerinnen des Josef-Königs-Gymnasiums in Haltern (Keris Recklinghausen), die von einem Schüleraustausch mit dem lnstitut Giola de Llinars del Vallès in der spanischen Kleinstadt Llinars del Vallés bei Barcelona zurückkamen. Nach Angaben der Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, sei es sicher, dass die Gruppe on Barcelona an Bord des Flugzeugs gegangen sei.

Die Unglücksstelle in der Nähe der Ortschaft Prads-Haute-Bléone liegt an einem zerklüfteten Gebirgshang und ist für Fahrzeuge nicht zugänglich. In der Absturzregion ist ein provisorisches Flugfeld für Hubschrauber und Einsatzfahrzeuge eingerichtet. 10 Hubschrauber sind im Einsatz. Mehrere Hubschrauber haben den Absturzort erreicht: Die Trümmer des Flugzeugs seien über einen weiten Bereich verstreut.

Augenzeugenberichten zufolge sei das Flugzeug in eine Felswand gerast und in Flammen aufgegangen. Die jüngste Meldung der französischen Polizei, dass es keine Überlebende gebe, stützt sich wohl auf die Erkenntnisse der Hubschrauber-Besatzungen. Videos der Absturzstelle zeigen eine große Zahl an Helfer, die sich an der Absturzstelle befinden und sich ein Bild von der Absturzstelle und den Trümmern machen. Erste Leichen wurden gegen Abend geborgen.

Basierend darauf, dass das Flugzeug kurz nach Erreichen der Reiseflughöhe in einen Sinkflug gegangen ist, wird über verschiedene, möglichen Ursachen spekuliert: Die Spekulationen reichen von einem plötzlichen Druckabfall, vereisten Sensoren, Fehler in der Elektronik bis hin zu einem Terroranschlag. Als mögliche Gründe dafür, dass vor dem Absturz ein kontrollierter Sinkflug eingeleitet wurde, sehen Luftfahrtexperten einen plötzlichen Druckabfall in der Kabine oder auch eine beabsichtigte Notlandung. Etwa dreißig Kilometer von Prads-Haute-Bléone entfernt soll es einen Sportflughafen geben.

Berichten zufolge gab es an der Maschine gestern Probleme mit der Klappe für die Vorderräder. Luftfahrtexperten zufolge könne eine im Flug geöffnete Klappe aber keinen Absturz herbeiführen. Außerdem seien kürzlich in die Maschine Computer ausgetauscht und neueste Computersysteme eingebaut worden.

Bundespräsident Gauck hat seinen Staatsbesuch in Südamerika abgebrochen und ist auf dem Weg zurück nach Deutschland. Außenminister Steinmeier und Verkehrsminister Dobrindt reisten heute Nachmittag nach Marseille. Dort trafen sie mit der französischen Umweltministerin, Ségolène Royal und der spanischen Verkehrsministerin Ana Pastor zusammen. Gegen 19 Uhr trafen Steinmeier und Dobrindt dann per Hubschrauber in der Nähe der Unfallstelle am Basislager der Einsatzkräfte ein. Zuvor hatten sie die Unfallstelle überflogen. Bundeskanzlerin Merkel reist morgen zusammen mit der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, nach Frankreich.

Nach dem Absturz des Germanwings-Airbus A320 über den französischen Alpen sind am Flughafen Stuttgart drei Germanwings-Flüge mit dem Flugzeugtyp Airbus A319 annulliert worden. Sie sollten am Dienstagnachmittag nach Hamburg, Leipzig-Halle und Dresden starten. Laut Medienberichten haben sich die Crews geweigert, die Flüge anzutreten. 

Die Vereinigung Cockpit teilte am Abend zum Flugzeugabsturz mit:

"Mit Bestürzung hat die Vereinigung Cockpit e.V. Kenntnis davon erhalten, dass ein Airbus A 320 der Fluggesellschaft Germanwings heute in den Morgenstunden verunglückt ist. Wir trauern gemeinsam mit den Hinterbliebenen um die Opfer. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen, Freunden und Bekannten der Passagiere und der Besatzung.

Da im Augenblick keine ausreichenden Informationen über das Unglück bekannt sind, sehen wir von Aussagen zum Unfallhergang und zur Unfallursache ab. Die Vereinigung Cockpit bietet allen an der Unfalluntersuchung Beteiligten an, aktiv mit Hilfe ihrer Experten die Unfalluntersuchung zu unterstützen, um durch die dadurch gewonnenen Erkenntnisse die Sicherheit im Luftverkehr weiter zu verbessern.

"Wir sind tief erschüttert, unsere Gedanken sind bei den Angehörigen. Wir appellieren an die Öffentlichkeit, sich mit Spekulationen zurückzuhalten, da diese besonders schmerzhaft für die Hinterbliebenen und einer objektiven Unfalluntersuchung nicht dienlich sind", so Jörg Handwerg, Pressesprecher der Vereinigung Cockpit.

Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab und eine Krisenhotline für Angehörige eingerichtet : Telefon-Nummer 030 5000 3000. Auch German Wings hat eine Hotline für Angehörige eingerichtet: 0800 11335577

Spezialeinheiten der Bergrettung waren per Hubschrauber und zu Fuß zur Unglücksstelle unterwegs. Zu Fuß kann die Unglücksstelle erst nach einem zwei bis dreistündigen Fußmarsch erreicht werden. Die sterblichen Überreste der Opfer sollen der Zeitung "Les Echos" zufolge nach Seyne-les-Alpes gebracht werden. Dort sei nördlich der Unfallstelle in einer Jugendherberge auch ein Kommandozentrum eingerichtet worden.

 

Der Absturz - Die Chronologie der Ereignisse

Der Airbus 320 der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings war am frühen Vormittag um 6:48 Uhr mit 122 Passagieren in Düsseldorf gestartet und planmäßig, pünktlich und ohne Vorkommnisse in Barcelona um 8:57 Uhr auf dem El Prat - Flughafen gelandet. 

Der Kapitän des Fluges ist Kapitän Patrick S. Er ist ein fröhlicher Mensch, nett. Und hilfsbereit.Der verheiratete Familienvater hat Frau und zwei Kinder. EInen dreijährigen Buben und ein sechsjähriges Mädchen. Seine Mutter wird später über ihn sagen: Schon als kleiner Junge wollte er Pilot werden. Und nach dem Ende seiner Ausbildung hat er sich seinen Traum erfüllt. Die Familie lebt in Düsseldorf im Stadtteil Ludenberg. Germanwings-Chef Thomas Winkelmann wird einige Stunden später in einer Pressekonferenz sagen: "Beim Kapitän des Flugzeugs handelt es sich um einen Kapitän, der seit über 10 Jahren für Lufthansa und Germanwings im Einsatz ist."

Co-Pilot des Fluges ist Andreas Lubitz. Der Co-Pilot hat eine Freundin und lebt ebenfalls im Stadtteil Ludenberg in Düsseldorf. Lubitz hat von seinem Arzt in den vergangenen Wochen mehrere Krankmeldungen erhalten. Auch für den heutigen Tag hat er eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekommen und hätte seinen Dienst nicht antreten dürfen. Davon weiß sein Arbeitgeber, die Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings, aber nichts - Lubitz hat sich nicht krankgemeldet. Ermittler werden die Krankmeldungen drei Tage später zerrissen im Papierkorb in Lubiks Düsseldorfer Wohnung finden.

Auf dem Flughafen Barcelona nimmt die Maschine ihre neuen Passagiere für den Rückflug nach Deutschland auf. Mit an Bord des Flugs mit der Flugnummer 4U9525 geht eine Gruppe von 16 Schülerinnen und Schülern des Josef-König-Gymnasiens in Haltern am See, die von einem Spanisch-Austausch in der Stadt Llinars del Valles bei Barcelona zurück kommen: 2 Jungen und 14 Mädchen. Am nächsten Tag wird Schulleiter Wessel, dem mehrfach die Stimme zu versagen droht, berichten, dass für 40 Bewerber, die gerne mit nach Spanien wollten, nur 16 Plätze zur Verfügung standen. Es wurde ausgelost, wer mit durfte. Ein Teilnehmer habe erst über die Nachrückliste einen Platz bekommen.

Die Jugendlichen haben eine Woche bei ihren spanischen Gastfamilien hinter sich und werden von ihren Gastfamilien am Bahnhof verabschiedet. Von dort fahren sie, in Begleitung des spanischen Schulleiters, zum Flughafen in Barcelona. Eine Gastschülerin bleibt zunächst zurück, weil er seinen Pass vergessen hat. Sie wird mit einem Auto zum Flughafen hinterhergefahren, und erreicht dort die Gruppe gerade noch. Auch an Bord gehen der Bassbariton Oleg Bryjak, sowie die Altistin Maria Radner.

Germanwings startet mit leichter Verspätung um 10:01 Uhr mit dem Ziel Düsseldorf. Der Flugkapitä entschuldigt sich bei den Passagieren für die Verspätung. An Bord waren 144 Passagiere, darunter 2 Babys und insgesamt 6 Besatzungsmitglieder: 2 im Cockpit und 4 in der Kabine als Flugbegleiter.Der Rückflug mit der Flugnummer 4U9525 nach Düsseldorf verläuft zunächst normal: Die Maschine startet von Barcelona, und fliegt übers Mittelmeer Richtung Marseille. 

Um 10:27 Uhr erreicht das Flugzeug - den Daten von flightradar24 zufolge - seine Reiseflughöhe von 11.600 Metern.

 Das Gespräch zwischen den beiden Piloten verläuft während des frühen Teil des Fluges "sehr ruhig, sehr gelassen - very smooth, very cool", wird die amerikanische Zeitung NewYorkTimes knapp zwei Tage später ohne Namensnennung einen hohen Militär zitieren, der an der Auswertung des Stimmrecorders beteiligt ist. 

Der Flugkapitän erzählt seinem Co-Piloten, dass es ihm auf dem Flughafen Barcelona vor dem Rückflug nicht mehr gereicht hat, aufs Klo zu gehen. "Ich kann jederzeit übernehmen", antwortet Copilot Lubitz der Zeitung BILD zufolge seinem Flugkapitän.

Der Flugkapitän weist Lubitz an, die Landung vorzubereiten. Auffällig lakonisch seien die Antworten des Copiloten beim Briefung, wird der französische Staatsanwalt später sagen.  Der Check für die Landung ist abgeschlossen. Lubitz sagt zu seinem Chef: "Du kannst jetzt gehen,"

Der Flugkapitän sagt zu seinem Copiloten Lubitz: "Du kannst übernehmen". Man hört Geräusche, wie ein Sitz zurückgeschoben wird, und der Flugkapitän verlässt das Cockpit. Die Cockpit-Tür fällt ins Schloss. 

Etwa um 10:30 Uhr stellt der Flugradar ein Absinken des Fliegers fest. Nach zwei Minuten verliert er bereits mehr als 2000 Fuß (mehr als 600 Meter). 

Jetzt hat Lubitz das Kommando über das Flugzeug. Um 10:29 Uhr beginnt die Maschine, zu sinken. Gegen 10:30 registriert das Flugradar der Bodenstation den Sinkflug. Zwei Minuten später fliegt der Airbus bereit 2.000 Fuß - das sind 600 Meter - tiefer.

Die Fluglotsen versuchenn, das Cockpit zu erreichen - keine Antwort. Im Cockpit ertönt ein Alarm. Das Signal bedeutet: "Sink Rate." 

Als der Chefpilot wieder ins Cockpit zurück will, "klopft der Pilot von außen sachte an die Türe - und bekommt keine Antwort, - The guy outside is knocking lightly on the door and there is no answer," zitiert die New York Times als erstes Medium aus dem Stimmschreiber: "Und dann haut er stärker gegen die Tür und bekommt keine Antwort. Es gibt keine Antwort mehr. - And then he hits the door stronger and no answer." Weiter sagt der Militär: "Sie können hören, wie [der ausgesperrte Pilot] versucht, die Cockpit-Türe von außen einzuschlagen - You can hear he is trying to smash the door down.". Ohne Erfolg.

10:32 Uhr: Die französische Flugsicherung DSNA versucht vergeblich, die Maschine zu erreichen.  Gleichzeitig löst im Flugzeug ein Alarm aus. Auf dem Stimmrecorder hört man ein lautes Klopfen. Der Flugkapitän ruft: "Um Gottes Willen, öffne die Tür!".  Hinten im Flugzeug beginnen die Passagiere zu schreien.

10:35 Uhr: Es sind  "laute, metallische Schläge gegen die Cockpit-Tür zu hören". Der Flugkapitän versucht, die Tür zum Cockpit mit Gewalt aufzubrechen. Der Flugkapitän ruft : "Mach die verdammte Tür auf", zitiert BILD fünf Tage später, am Palmsonntag, aus einer vertraulichen Abschrift des Stimmrecorders. 

Eine Minute nach Erreichen der Reiseflughöhe - das zeigen die Daten von flight24 -  geht die Maschine in einen 8-minütigen kontrollierten Sinkflug über, der in etwa dem kontrollierten Sinkflung beim Anflug auf einen Flughafen entspricht. Nach Angaben von flightradar24 fliegt der Airbus während des gesamten Fluges, auch während des Sinkfluges, exakt die identische Route, die Germanwings auch am Vortag geflogen war.Für den Sinkflug hatte die Crew keine Erlaubnis der französischen Flugsicherung eingeholt.

90 Sekunden später löst im Cockpit ein weiterer automatischer Alarm aus: Durch den Sinkflug fällt das Flugzeug auf eine Höhe von rund 5.000 Fuß, das entspricht 1.500 Metern. Die Flugroute führt routinemäßig  über Marseille auf die französischen Alpen zu, die eine Höhe von bis zu 3.000 Metern erreichen. Ohne Änderung der Flugroute ist somit zwangsläufig eine Kollision mit dem Gebirge zu erwarten. Kurz vor dem Crash überfliegt das Flugzeug den kleinen Ort Saint les Alpes unterhalb der Absturzstelle.

Um10:40, Uhr touchiert der Airbus einen Berg; auf dem Stimmrecorder hört man die Schreie der Passagiere. Das seien die letzten Geräusche, die vom Stimmrecorder aufgezeichnet worden sind, schreibt Bild. 

Gegenüber n-tv sagte Emile Gall, ein Anwohner: "Das Geräusch war nicht normal. Der Motor, das alles war irgendwie sehr merkwürdig. Und Sekunden, nachdem sie hier rübergeflogen ist, hörte ich eine Explosion. Das war weiter weg, aber sehr gut zu hören."

ARD-Reporter Mathias Werth wird am nächsten Tag vor Ort in die Kamera sagen: "Das, was man wahrgenommen habe, hier von  Leuten, die´s mitbekommen haben, sei: Dass das Flugzeug frontal in den Berg gerast sei, dort zerschellt sei. Ein Stück des Berges sei auf auf die kaputte Maschine noch runtergefallen."

Der Bergführer Stefan Neuhauser aus Kempten im Allgäu ist mit 6 Kunden im Vallon du Crachet auf einer Skitour unterwegs. Die Gruppe ist zum Zeitpunkt des Unglücks nur 10 Kilometer Luftlinie von der Absturzstelle entfernt. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung berichtet Neuhauser:  Minutenlang sei Lärm zu hören gewesen, ähnlich wie bei einem Landeanflug: "Die Fluggeräusche waren komisch." Der Lärm sei sehr laut und sehr ungewöhnlich gewesen: "Ganz so, als ob ein Flugzeug noch einmal durchstartet." Nach Überzeugung von Neuhauser war das Flugzeug "total nah". Von einem Moment auf den nächsten sei es absolut still gewesen: Keine Explosion, keine Detonation, keine Schreie. Nichts.

Ein anderer Augenzeuge wird einen Tag später ZDF-Spezial sagen: "Ich habe gerade Holz gemacht, als wir den Aufprall hörten. Als wir aufblickten, sahen wir Rauch. Und die Leute sagten, das war ein Flugzeug."

Das Flugzeug kracht oberhalb der Ortschaft Saint Les Alpes mit einer Geschwindigkeit von 400 Meilen pro Stunde in eine Felswand und geht in Flammen auf.

Die französische Flugsicherung versucht vergeblich, einen Funkkontakt mit der Maschine herzustellen. "Germanwings Eins Acht Golf"- so lautet das Funkrufzeichen des Flugs - meldet sich nicht.

Die französische Flugsicherung löst einen Notfall aus, nachdem der Kontakt mit der Maschine abgebrochen ist. Routinemäßig steigt ein französischer Kampfjet vom Typ Mirage auf, um nach dem verschwundenen Flugzeug zu suchen - ohne Erfolg.

Dann starten zwei Hubschrauer eine weitere Suche: Schließlich findet einer der Militär-Hubschrauber die Absturzstelle. Im Hubschrauber findet sich, zusammen mit zwei Gendarmen, Dr. Frederic Petitjean, der Leiter der Feuerwehr von Haute Provence. Die drei sind die ersten, die die Unfallstelle erreichen. Einen Tag später sagt er dem Figaro: "Wir waren die ersten, die an die Unfallstelle kamen. Die Stelle haben wir schnell gefunden, da ein Zeuge die Polizei angerufen hat, nachdem er eine laute Explosion gehört und eine große Rauchwolke in den Bergen gesehen hat. Die Hinweise haben uns zur Absturzstelle geführt."

Die französische Tageszeitung LeFigaro veröffentlicht ein Interview mit Dr. Frederic Petitjean, der Leiter der Feuerwehr von Haute Provence. Er und zwei Begleiter sind die ersten, die die Unfallstelle erreichen - in einem Suchhubschrauber. Einen Tag später sagt er dem Figaro: "Wir waren die ersten, die an die Unfallstelle kamen. Die Stelle haben wir sehr schnell gefunden, da ein Zeuge die Polizei angerufen hat, nachdem er eine laute Explosion gehört und eine große Rauchwolke gesehen hat, die aus den Bergen aufstieg. Die Hinweise haben uns zur Absturzstelle geführt."

Das Team ist überrascht, denn es hatte an der Absturzstelle Feuer erwartet und sichtet nur leichten Rauch und winzige Trümmer. Zunächst denken die Männer, sie sind am falschen Ort. Aufgrund der kleinen Trümmerteile, "nicht größer wie ein Stuhl", vermuten sie zunächst, dass es sich um keinen großen Unfall handeln kann. Erst als sie ein Trümmerstück mit mehreren Bullaugen entdecken, sind sie sich sicher, dass hier ein Airbus A320 abegstürzt ist.

Die Absturzstelle ist nur über die Luft oder zu Fuß mit einem zwei bis dreistündigen Fußmarsch zu erreichen. Ein erster Eindruck des Absturzes bietet sich aus den Hubschraubern. Später werden Rettungsteams zur Absturzstelle abgeseilt, da die Hubschrauber wegen der Topografie nicht landen können. 

Den Hubschrauberbesatzungen und den abgeseilten Teams bietet sich ein schreckliches Bild: Von der Maschine ist buchstäblich nichts mehr vorhanden; die Trümmer liegen über ein Gebiet von zwei Quadratkilometer verstreut: Offensichtlich hat der Absturz den Airbus atomisiert und die Maschine war in unzählige Kleinteile zerborsten. Die gefundenen Trümmer sind, verschiedenen Zeugenaussagen zufolge, nicht größer als ein Kotflügel. Ein anderer Retter berichtet, das größte gefundene Teil hätte die Größe eines Kleinwagens.

Der 31-jährige Jean Sebastian ist der erste, der sich von einem Helikopter an Unfallstelle abgeseilt hat. Sein Team wurde um 10:45 Uhr informiert; sein Hubschrauber startete um 11 Uhr; um 11:07 Uhr waren sie an der Absturzstelle. Einige Tage später sagt er der BILD-Zeitung in die Kamera: Sie seien auf der linken Seite des Absturzortes gewesen. Seine Aufgabe war es primär, Überlebende zu finden und zu versorgen, sagt er. Aber das Bild, das sich an der Unfallstelle bot, machte schnell klar, dass nicht mit Überlebenden zu rechnen war. Überall sah man auch Körperteile liegen, sagt er: "Es waren keine vollständigen Körper mehr zu finden, nur viele kleine Körperteile." So konzentriert er sich darauf, den Unfallort für die Ermittler mit Fotos zu dokumentieren. 20 Minuten später findet er, hangabwärts, die Blackbox: Mit ihrer orangenen Farbe fällt sie ihm sofort auf.  Später wird die Blackbox von einem Experten abgeholt und in einen speziellen Behälter verstaut.

Erste Fotos und Videos von der Absturzstelle werden veröffentlicht. Die Fotos und Videos stammen von der französischen Gendarmerie und wurden vor der Freigabe sorgfältig ausgewählt. Sterbliche Überreste der Opfer sind mit Rücksicht auf Opfer und Angehörige nicht zu sehen.

Auf einem Foto ist ein Stück des Leitwerks der Germanwings zu sehen, in den Firmenfarben. Auf einigen wenigen intakte Stücke der Außenhaut sind vier, fünf, sechs Kabinenfenster zu sehen. Auf einem anderen ein Flugzeugrad samt Gestell. Ein Stück Außenhaut hat seine Form dem Felsrelief angepasst, auf dem es liegt: Die Wucht des Aufpralls muss enorm gewesen sein.

Die von Erosionsfurchen durchzogene Bergwand kann - basierend auf die Fotos und Videos - am ehesten mit einer Halde verglichen werden, voller zerfetzter Teile; die Farbe weiß dominiert. An wenigen Stellen qualmt es noch, an wenigen andern Stellen kann man erkennen, dass Trümmer und Vegetation - am ehesten handelt es sich um kleine, buschige Latschenkiefern - durch einen Brand schwarz verkohlt sind. 

Auf manchen Fotos hebt sich ein  großer Bereich dunkel gefärbter, vegetationsloser Erde voller Trümmer von Bereichen mit braungrauer Erde mit Gras- und Latschenbewuchs ab. Der Bereich zieht sich über mehrere Erosionsfurchen hinweg: Offensichtlich hat die Erde hier nach dem Aufprall gebrannt. Möglicherweise hat sich hier Treibstoff entzündet.

Weitere Bilder zeigen abgeknickte Nadelbäume und Trümmern aus Fels, Erde und Vegetation, die von der Wucht des Aufpralls zu wirren Haufen zusammen geschoben wurden. Auf einem anderen Bild sind hellfarbene, massive. große Felsblöcke zu sehen, die zusammen mit kleineren Felstrümmern offensichtlich nach dem Aufprall von weiter oben auf den schwarz verbrannten Untergrund heruntergefallen oder gerutscht sind.

Auf manchen Fotos hebt sich ein großer Bereich dunkel gefärbter, vegetationsloser Erde voller Trümmer von Bereichen mit braungrauer Erde mit Gras- und Latschenbewuchs ab. Der Bereich zieht sich über mehrere Erosionsfurchen hinweg: Offensichtlich hat die Erde hier nach dem Aufprall gebrannt. Möglicherweise hat sich hier Treibstoff entzündet.

Bereits am Vormittag tritt Frankreichs Präsident Hollande vor die Presse und erklärt, aufgrund der Umstände müsse man denken, dass es keine Überlebenden gebe.

Erste Informationen werden bekannt: An Bord der Lufthansa-Tochter waren den ersten Angaben zufolge 142 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Erste Trümmerteile seien entdeckt worden; Suchmannschaften seien unterwegs zum Absturzort. Dieser liege in 2.000 Meter Höhe. Er sei schwer zugänglich und liege in der Region Alpes-de-Hautes-Provence, im Trois Evêchés-Gebirge, bei Digne-les-Bains. Nach Angaben der französischen Regierung ist der Absturzort nur mit Helikoptern erreichbar.

Die sterblichen Überreste der Opfer sollen der Zeitung "Les Echos" zufolge nach Seyne-les-Alpes gebracht werden. Dort sei nördlich der Unfallstelle ein Kommandozentrum in einer Jugendherberge eingerichtet worden.

Nach Angaben von Echos dient außerdem das Krankenhaus Digne- les-Bains als Basis. Feuerwehrleute aus dem Rhone -Delta sollen zur Absturzstelle unterwegs sein. Die Gruppe wird von Mitgliedern einer Spezialeinheit für Bergrettung aus Perilous ( Grimp) verstärkt.

Um 11:42 Uhr ist der Internet-Auftritt auf der Homepage des Zielflughafens Düsseldorf nicht mehr zugänglich. Auf der Homepage steht stattdessen nur zu lesen: "Der Internetauftritt des Düsseldorfer Flughafens ist derzeit nicht verfügbar. Wir bitten um Ihr Verständnis. Betroffene können sich an die Hotline 0800-7766350 wenden."

"Es gibt keine Überlebenden", zitiert die Zeitung "Les Echos" um 12:41 Uhr den französischen Transport-Staatssekretär Alain Vidalies . Lufthansa-Sprecher Carsten Spohr twitterte: Wenn sich die Befürchtungen bewahrheiten, sei dies ein "schwarzer Tag für Lufthansa." Er hoffe aber, dass man Überlebende finde.

Später melden französische Medien, möglicherweise gebe es doch einen Überlebenden: Eine Person am Absturzort habe sich bewegt. Am darauffolgenden Nachmittag wird die französische Tageszeitung LeFigaro melden, bei der Person habe es sich nicht um einen Überlebenden, sondern nur um einen Journalisten gehandelt, der auf eigene Faust bis zur Absturzstelle vorgedrungen war.

Der Geschäftsführer von Germangwings sagt in einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag: Das Flugzeug sei um 11:20 abgestürzt:: "Nach jetzigem Kenntnisstand können wir nicht sagen, ob und wieviele Überlebende es gab. Über den genauen Unfallhergang lassen sich noch keine näheren Angaben machen. Das Geschehene tut uns unglaublich leid."

Der Unfallhergang ist völlig unklar. Bekannt ist nur, dass der Airbus vor dem Absturz einen Sinkflug eingeleitet hat, der für einen Landeanflug typisch ist. Denkbare Szenarien reichen von einem plötzlichen Druckabfall, der den Sinkflug notwendig machte, über einen Terroranschlag, über vereiste Sensoren bis hin zu einem Computerfehler.

Unter den Passagieren sind nach ersten Angaben der französischen Regierung viele Deutsche und einige Spanier. Die spanische Zeitung "La Vanguardia" meldet, 42 der Passagiere seien Spanier. Der französische Staatspräsident Hollande sagte, es gebe keine französischen Staatsangehörigen unter den Opfern.

Die ARD meldet: An Bord des Flugzeugs war auch eine Gruppe mit deutschen Schülern und Lehrern aus der Stadt Haltern. Die Schüler kamen nach Ausgaben einer Sprecherin der Stadt von einem Schüler-Austausch in der Nähe von Barcelona zurück. Der Bürgermeister von Haltern am See, Bodo Klimpel, spricht vom Tag des Absturzes als schlimmsten Tag in der Geschichte der Stadt.

Am Flughafen in Düsseldorf und am Josef-König Gymnasium in Haltern am See, Kreis Recklinghausen, sammeln sich die Eltern, die auf ihre Kinder warten. Sie versuchen, ihre Kinder, die jetzt gelandet sein müssten, über Handy zu erreichen - vergeblich. Der Schulleiter wird auf einer Pressekonferenz am nächsten Tag über die schlimmen Stunden nach dem Absturz berichten: Zunächst hoffe man, dass die Schüler nicht mit diesem Flug geflogen sind. Dann hoffe man, dass möglicherweise - was vor allem zu Beginn der Ferien vorkomme - zwei Flugzeuge der gleichen Fluggesellschaft fast gleichzeitig abgeflogen sind.

Und dann die schreckliche Gewissheit: Die Reisegruppe ging in Barcelona an Bord des Flugzeugs - das habe ihm der Schulleiter der spanischen Austauschschule bestätigt. Und die Aussage des französischen Transport-Staatssekretärs: Aufgrund der vorgefundenen Situation an der Unfallstelle müsse man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es keine Überlebende gebe: Die Eltern, die ihren geliebten Sohn oder Tochter verloren haben, "die Großeltern, die einen Enkel vermissen. Es ist eine Tragödie, die macht einen sprachlos."

Bundeskanzlerin Merkel tritt um 14:30 vor die Presse: "Es ist ein Schock der uns .. in tiefe Trauer stürzt. Jede Spekulation über die Ursache des Absturzes verbietet sich. Das alles wird gründlich untersucht. Heute beschäftigt mich zunächst mal das Ausmaß des Leides, das dieses Katastrophe über so viele Mensch gebracht hat. Meine Gedanken... sind auch die der Bundesregierung sind jetzt bei den Menschen, die ihr Leben verloren haben. Ich habe in den vergangenen Stunden sowohl mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande als auch mit dem spanischen Ministerpräsidenten .. telefoniert. Wir haben vereinbart, dass die Länder einander in jeder erdenklichen [Weise] helfen werden, [um die Absturzursache herauszufinden und sich gegenseitig zu unterstützen].

Bundesaußenminister Steinmeimer und Bundesverkehrsminister Dobrindt fliegen heute Nachmittag in die Region. Ich werde morgen in die Region fahren, um mir selbst ein Bild zu machen und mit den verantwortlichen sprechen zu können. Die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft wird mich begleiten."

Frankreichs Verkehrsministerin Ségolène Royal hat ihren Aufenthalt in London abgebrochen und ist auf dem Weg zur Absturzstelle. Frankreichs Staatspräsident Hollande sprach Bundeskanzlerin Merkel in einem Telefonat sein Beileid und seine Unterstützung aus.

Das spanische Königspaar befindet sich derzeit zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Frankreich. Derer spanische König Felipe hat am frühen Nachmittag bekannt gegeben, dass der Staatsbesuch abgebrochen wird.

Verkehrsminister Dobrindt sagte am frühen Nachmittag, seine Gedanken und Gefühle gelten den Angehörigen. Er begebe sich jetzt auf den Weg zur Unglücksstelle.

Außenminister Frank-Walter Steinmeiner befand sich zunächst beim Krisenstab des Auswärtigen Amtes. Der Krisenstab wurde heute Morgen wegen des Flugzeugabsturzes eingerichtet. Steinmeier sagte in Berlin: „Es hat uns gerade die schreckliche Nachricht erreicht, dass in Südfrankreich ein Flugzeug einer deutschen Fluggesellschaft abgestürzt ist. Wir haben sofort einen Krisenstab eingerichtet, der die Einzelheiten zu dieser Katastrophe in Erfahrung bringt."

Man stehe in engstem Kontakt zu den französischen Behörden: "Ich habe bereits mit meinem französischen Kollegen Laurent Fabius Kontakt gehabt. Wir werden auf das Engste zusammenarbeiten. Ich will schon jetzt der französischen Regierung danken, die sofort und umsichtig gehandelt hat. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei all denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Passagieren oder den Besatzungsmitgliedern sind." Das Auswärtige Amt hat eine Krisenhotline unter der Nummer 030-5000-3000 eingerichtet.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte heute in Berlin: "Das sind fürchterliche Nachrichten, die uns in diesen Stunden aus Frankreich erreichen. Wir alle sind fassungslos angesichts dieser schrecklichen Katastrophe, die so viele Menschen aus dem Leben gerissen hat. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen. Ihnen gilt unser Mitgefühl. Sie brauchen jetzt jede mögliche Unterstützung. Ganz persönlich und im Namen der deutschen Sozialdemokratie drücke ich meine tiefe Trauer aus."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte zur Flugzeugkatastrophe in Südfrankreich: „Mit großer Bestürzung und tiefem Schmerz habe ich Kenntnis vom Absturz einer Linienmaschine der Fluggesellschaft Germanwings in Südfrankreich erhalten. Wir gedenken der Opfer dieses Unglücks, das Menschen plötzlich und unerwartet mitten aus dem Leben gerissen hat. Mit großer Erschütterung fühlen wir uns als Kirche den Angehörigen der Opfer verbunden."

Die unfassbare Tragödie lasse Worte versagen: "Deshalb rufe ich zum Gebet für Opfer und Angehörige auf. Erbitten wir für sie Gottes Beistand und Trost. Den Einsatzkräften und Notfallseelsorgern bin ich dankbar für ihren aufopferungsvollen Dienst."

Mit Trauer und Bestürzung hat auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, auf den Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft „Germanwings" in Südfrankreich reagiert. Bedford-Strohm sagte:  „Die Nachricht von dem Unglück und der Tod von so vielen Menschen machen uns fassungslos. In Gebeten und Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen."

Das Team Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) Düsseldorf ist am Flughafen Düsseldorf im Einsatz und kümmert sich um Abholer und Angehörige. Zum Team gehören auch die Airportseelsorge und die evangelische und katholische Notfallseelsorge aus der Region.

US-Präsident Obama sagt: "Unsere Gedanken und unsere Gebete sind nach dem schrecklichen Flugzeugabsturz in Frankreich mit unseren Freunden in Europa, besonders mit den Menschen in Deutschland und Spanien. Es bricht einem teilweise das Herz, weil dadurch so viele Kinder gestorben sind, manche noch Babys." Er habe bereits Bundeskanzlerin Merkel angerufen und hoffe, später auch noch mit dem spanischen Präsidenten Rajoy zu sprechen, um das Beileid des amerikanischen Volkes auszusprechen. Er wolle "alle denkbar mögliche Hilfe bei der Untersuchung dieser schrecklichen Tragödie zu geben".

Zwischenzeitlich sind 10 Hubschrauber an der Unfallstelle im Einsatz. Auch der französische Transport-Staatssekretär und später die französische Polizei geben bekannt, dass es keine Überlebende gibt. Beziehungsweise, dass man aufgrund des Zustandes an der Absturzstelle nicht mit Überlebenden rechnen kann. Am späten Nachmittag gibt die französische Regierung offiziell bekannt, dass der Rettungseinsatz zum Auffinden und zum Bergen von Überlebenden um 15:00 Uhr eingestellt wurde. Es gebe keine Chance mehr, Überlebende zufinden.

Der Bergungseinsatz geht weiter. Der Vorrang soll auf die Bergung der sterblichen Überreste der Absturzopfer liegen. Die französische Gendarmerie gibt über Twitter die Einrichtung eines Sperrgebietes rund um die Unfallstelle bekannt: Das Gebiet darf auch nicht überflogen werden. So will man Katastrophen-Tourismus verhindern.

Am späten Nachmittag ereichen Bundesaußenminister Steinmaier und Bundesverkehrsminister Dobringt den Unglücksort. Mit dem Hubschrauber werden sie über die Absturzstelle geflogen. Steinmeier spricht anschließend von einem schrecklichen Anblick, der sich ihm geboten habe.

Am späten Nachmittag konnte auch die Blackbox mit dem Stimmrecorder geortet und geborgen werden. Der Stimmrecorder enthält die Aufzeichnung der Gespräche, die in den letzten Minuten vor dem Absturz im Cockpit geführt wurden. Von ihnen erhofft man sich Aufschluss, was in den letzten Minuten im Cockpit passiert ist, weshalb es zu dem kontrollierten Sinkflug kam, und weshalb die Piloten das Flugzeug nicht rechtzeitig abgefangen oder in eine andere Richtung gelenkt haben. Man wolle den Stimmrecorder möglicherweise schon über Nacht auswerten, heißt es.

Der zweite Flugschreiber ist noch nicht gefunden: Er zeichnet, sobald die Triebwerke gestartet werde, bis zu 2.500 einzelne technische Details des Flugszeugs auf, beispielsweise bestimmte Einstellungen während des Fluges. Die Aufzeichnung endet erst, wenn das Flugzeug die Parkposition erreicht hat.

Am Abend werden die ersten geborgenen Leichen ins Tal geflogen. Mit Einbruch der Dunkelheit wird der Großteil der abgeseilten Retter von der Unglücksstelle abgezogen. Fünf Retter bleiben über Nacht vor Ort, um die Absturzstelle gegen unbefugten Besuch zu sichern. Fünzig weitere Teams, darunter Mitarbeiter der Bergrettung, waren zu Fuß unterwegs zur Absturzstelle, hatten diese aber bei Einbruch der Nacht noch nicht erreicht, und biwakierten über Nacht.

Nach dem Absturz des Germanwings-Airbus A320 über den französischen Alpen sind am Flughafen Stuttgart drei Germanwings-Flüge mit dem Flugzeugtyp Airbus A319 annulliert worden. Sie sollten am Dienstagnachmittag nach Hamburg, Leipzig-Halle und Dresden starten. Auch an anderen Flughäfen fallen Germanwings-Flüge aus. Laut Medienberichten haben sich die Crews geweigert, die Flüge anzutreten.

Die Vereinigung Cockpit teilte am Abend zum Flugzeugabsturz mit: "Mit Bestürzung hat die Vereinigung Cockpit e.V. Kenntnis davon erhalten, dass ein Airbus A 320 der Fluggesellschaft Germanwings heute in den Morgenstunden verunglückt ist. Wir trauern gemeinsam mit den Hinterbliebenen um die Opfer. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen, Freunden und Bekannten der Passagiere und der Besatzung."

Die Pilotenvereinigung schreibt in ihrer Presse-Info weiter: "Da im Augenblick keine ausreichenden Informationen über das Unglück bekannt sind, sehen wir von Aussagen zum Unfallhergang und zur Unfallursache ab. Die Vereinigung Cockpit bietet allen an der Unfalluntersuchung Beteiligten an, aktiv mit Hilfe ihrer Experten die Unfalluntersuchung zu unterstützen, um durch die dadurch gewonnenen Erkenntnisse die Sicherheit im Luftverkehr weiter zu verbessern."

Weiter heißt es: "Wir sind tief erschüttert, unsere Gedanken sind bei den Angehörigen. Wir appellieren an die Öffentlichkeit, sich mit Spekulationen zurückzuhalten, da diese besonders schmerzhaft für die Hinterbliebenen und einer objektiven Unfalluntersuchung nicht dienlich sind", so Jörg Handwerg, Pressesprecher der Vereinigung Cockpit.

Am Morgen des 25.03.2015 dann die schlechte Nachricht: Der Stimmrecorder wurde bei dem Aufprall stark beschädigt. Später relativieren die französischen Behörden: Der Stimmrecorder werde wahrscheinlich trotz der Beschädigungen mindestens teilweise ausgewertet werden können.

"Germanwings streicht heute einen Flug und fliegt am Tag nach dem Unglück in Frankreich das reguläre Flugprogramm. Einige Crews sind auch heute aus Trauer und emotionaler Betroffenheit nicht einsatzbereit." Das gibt die Fluggesellschaft Germanwings am frühen Vormittag in einer Presseinfo bekannt. Weiter heißt es: "Das Unternehmen hat dafür Verständnis, die Mitarbeiter haben zum Teil gute Freunde aus der verunglückten Crew verloren. Germanwings setzt heute elf Flugzeuge vor allem von anderen Airlines wie Lufthansa, Air Berlin oder TuiFly auf etwa 40 Flügen ein."

Am späten Vormittag des 25.03.2015 gibt es eine Pressekoferenz im Josef-Königs-Gymnasium in Haltern am See. Der Schulleiter, dem mehrmals fast die Stimme bricht, berichtet, wie er, Schule und Eltern den gestrigen Tag erlebt haben. Den Tag, den Eltern in der Aula entgegentreten zu müssen und ihnen sagen zu müssen, dass es keine Hoffnung auf Überlebende gebe; den Eltern damit den letzten Funken Hoffnung nehmen zu müssen; den möchte er nicht noch einmal erleben.

Die New York Times meldet, es sei nicht gelungen, Daten aus dem gefundenen Stimmen-Recorder auszulesen. Mittlerweile sei zwar auch der Datenn-Recorder gefunden. Auch dieser sei offensichtlich schwer beschädigt worden: Der Speicherchip sei aus seiner Verankerung gerissen worden und sei nicht aufzufinden.

Unmittelbar vor der nächsten Pressekonferenz überschlagen sich die Spekulationen: TV-Sender berichten von einem möglichen Riß im Cockpit des Flugszeugs - waren die Piloten ohnmächtig? Der TV-Sender n24 beruft sich dabei auf eine Meldung der britischen Tageszeitung daily mail.

Demnach zirkulieren auf Pilotenforen im Internet Berichte, dass der Stimmrecorder analysiert wurde, und darauf schließen lässt, dasss ein struktureller Ausfall (structural failure) für das Unglpck verantwortlich ist. Demnach habe eine Fensterscheibe im Cockpit nachgegeben. Die piloten seien dadurch handlungsunfähig geworden und hätten auch keinen Notruf mehr abetzen können.

Gegen später trifft Bundeskanzlerin Merkel zusammen mit der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Frankreichs Präsident Francois Hollande auf dem Behelfsflughafen in der Nähe des Absturzortes ein. Zusammen mit einigen Begleitern steigen sie aus einem großen, dunklen Militärhubschrauber ud werden von Teilnehmer des Bergungseinsatzes und Offiziellen begrüßt. Spaniens Premier war schon früher eingetroffen.

Zunächst steht ein Treffen mit den Angehörigen auf dem Programm. Auf der anschließenden Pressekonferenz, die mit einiger Verzögerung beginnt, sagt Hollande, dass bisher eine Angehörigen-Familie eingetroffen ist. Fast zeitgleich beginnt in Paris die Pressekonferenz der Lufaufsichtsbehörde.

"Wir haben es geschafft, eine Audiodatei auszulesen". Das sagte der Sprecher der französischen Flugaufsichtsbehörde auf einer Pressekonferenz in Paris um 17:21 Uhr. Man könne die darauf zu hörenden Geräusche und Stimmen aber noch nicht einem bestimmten Zeitpunkt des Fluges zuordnen: "Wir wissen, dass sich diese Audiodatei auf diesen Flug bezieht." Für Spekulationen sei es aber noch zu früh.

Auf die Nachfrage eines Reporters, ob das die Stimmen der Piloten waren, verweigerte der Sprecher der Behörde jeden Kommentar: "Kein Kommentar dazu. Ich kann nichts dazu sagen. Diese Audiodatei haben wir erst seit ein paar Minuten zur Verfügung." In dieser kurzen Zeit könne man keine Stimmen einer bestimmten Person,wie dem Piloten oder Copiloten zuordnen. "Kein Kommentar dazu" war auch die Antwort auf dei Frage, ob man die Stimmen bis zum Zeitpunkt des Absturzes gehört habe. Auf die weitere Nachfrage, ob man einen Terroranschlag ausschließen könne, war die Antwort: "Wir schließen derzeit gar nichts aus." Auf die Frage, ob es richtig sei, dass das Flugzeug eine Ladung Lithium-Batterien geladen hatte, sagte der Sprecher: "Darüber liegen mir keine Informationen vor."

In der Nacht von Mittwoch, 25. März 2015 auf Donnerstag, 26. März 2015, kurz vor Mitternacht, veröffentlicht die "New York Times" erste Auszüge aus dem Stimmrecorder. Die Zeitung zitiert einen hochrangigen Militär, der an der Auswertung des Stimmrecorders beteiligt ist. Seinen Namen will der Militär nicht nennen. Die schockierende Wahrheit: Zum Zeitpunkt des Unglücks war einer der beiden Piloten alleine im Cockpit. Der andere habe von außen verzweifelt gegen die Tür geklopft und schließlich versucht, die Türe mit Gewalt einzutreten. Die New York Times bittet die französische Staatsanwaltschaft um eine Stellungnahme zu den der Zeitung vorliegenden Informationen: "Kein Kommentar" heißt es dort.

Unsere Nachtredaktion übernimmt die Meldung der New York Times unmittelbar nach Erscheinen, gegen 00:50 Uhr, in unseren "Newsticker" und in unsere "Chronologie der Ereignisse": Die New York Times ist eine außerordentlich renommierte Zeitung: Auch wenn die New York Times keine Quellen für ihre Nachricht nennt, und zu diesem Zeitpunkt noch kein deutsches Medium die Nachricht veröffentlicht hat, gehen wir in unserer Abwägung davon aus, dass die Information Hand und Fuß haben muss. Zudem war unserer Redaktion bereits am Nachmittag, bei einem Vergleich der New York Times - Meldungen mit den Aussagen des französischen Staatsanwaltes auf der Pressekonferenz aufgefallen, dass die New York Times einen "Sonderkontakt" zum Auswertungsteam des Stimmrecorders haben muss.

Ebenfalls in der Nacht wird der französische Staatsanwalt über die Auswertungen des Stimmrecorders informiert. Er ist wütend, dass die Ergebnisse durch eine Indiskretion bereits an die Presse gelangt sind.

Am nächsten Morgen eilt die Nachricht der New York Times um die Welt.

In einer Pressekonferenz bestätigt die französische Staatsanwaltschaft die Ergebnisse.

Donnerstag, 26. März 2015: "FAZ.net" erhält Hinweise aus dem Umfeld von Lubitz, dass der Kopilot unter starken psychischen Problemen gelitten habe. Mehrere andere Medien berichten ebenfalls in diese Richtung.

Samstag, 28. März 2015: Die vom Polizeipräsidium Düsseldorf eingerichtete "Ermittlungsgruppe Alpen" hat eindeutige Hinweise über eine gravierende "psychosomatische Erkrankung" gefunden. Ausserdem sei bei Lubitz  "ein starkes subjektives Überlastungssyndrom" diagnostiziert worden. Das meldet die "Welt am Sonntag." Demnach seien in der Düsseldorfer Wohnung des Kopiloten eine große Anzahl an Medikamenten zur Behandlung von Lubitz´psychischer Erkrankung sichergestellt worden. Eine offizielle Bestätigung der Staatsanwaltschaft gibt es nicht.

Am 28. und  29. März zitiert die "BILD-Zeitung" ausführlich, was an Bord passiert ist - ihr liegt eine unveröffentlichte Abschrift mit den Einzelheiten vor, die auf dem Stimmrecorder zu hören waren. Demnach hat der Stimmrecorder anderthalb Stunden Material aufgezeichnet. Darunter auch Teile des Hinflugs und den kompletten Rückflug, bis zur Katastrophe. 

Wir berichten und aktualisieren weiter.

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Dienstag, 21. Juli 2015
00:01
Sonntag, 19. Juli 2015
12:36 Hinterbliebene von Germanwings-Opfern lehnen Schmerzensgeld-Angebot ab
Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe lehnen das Schmerzensgeld, das ihnen der Mutterkonzern Lufthansa anbietet, als unangemessen ab. Das teilte ihr Anwalt Elmar Giemulla den Juristen von Lufthansa mit. Die Summe von 25.000 Euro sei zu niedrig. Angemessen seien mindestens 100.000 Euro für jedes Opfer. [Weiterlesen]
Samstag, 18. Juli 2015
10:55 Flugsicherheit in Europa: Kommission legt Task-Force-Bericht zu Germanwings-Absturz vor
Die EU-Kommission hat den Bericht einer von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit geleiteten Task Force zum Absturz des Flugs Germanwings 9525 veröffentlicht. Die im Mai 2015 eingerichtete Task Force analysierte die vorläufigen Untersuchungs-Ergebnisse dzum Absturz im Hinblick auf die Eignung der europäischen Regeln für Flugsicherheit und Luftverkehrssicherheit. In ihrem Bericht gibt die Task Force sechs Empfehlungen ab, bei denen es in erster Linie um eine bessere Überprüfung der Flugbesatzungsmitglieder geht. Die Kommission wird diese Vorschläge nun eingehend prüfen, bevor sie über künftige Schritte entscheidet. [Weiterlesen]
Donnerstag, 04. Juni 2015
14:59 Germanwings-Absturz - Deutscher Presserat: "Co-Pilot durfte benannt werden"
04.06.2015. Der Co-Pilot des Germanwings-Flugs 4U9525 durfte nach Ansicht des Deutschen Presserats in den allermeisten Fällen benannt und abgebildet werden. Die Abbildung von Opfern und deren Angehörigen war jedoch in der Regel unzulässig. Zu diesem Ergebnis kamen die Beschwerdeausschüsse des Presserats nach intensiven Beratungen über die Beschwerden zur Berichterstattung über das Unglück. Insgesamt hatten 430 Menschen die Berichterstattung beanstandet. Das ist die höchste Zahl an Beschwerden zu einem einzelnen Ereignis seit Gründung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Presse. [Weiterlesen]
Mittwoch, 06. Mai 2015
07:31 Absturz geprobt? Germanwings-Copilot schaltete offenbar schon bei Hinweg in Sinkflug
Hat der Co-Pilot des im März abgestürzten Germanwings-Airbus den Absturz geprobt? Er soll laut Bild-Zeitung bereits auf dem Hinflug nach Barcelona einen "flugtechnisch unbegründeten Sinkflug" ausgelöst haben. Das habe die Auswertung des Flugdatenschreibers ergeben, von der die Zeitung aus dem Umfeld der französischen Flugsicherheitsbehörde Bea erfahren habe. [Weiterlesen]
Freitag, 01. Mai 2015
10:40 Wie Journalisten Germanwings-Unglück erlebten: "Darf uns nicht noch einmal passieren"
Der Germanwings-Absturz ist für berichtende Journalisten ein Wendepunkt ihrer Karriere gewesen. Das "medium magazin" hörte sich in Redaktionen vor Ort um - von Frankreich über Düsseldorf bis Montabaur und Haltern. "Der Zorn, der Hass, der uns Journalisten in den sozialen Medien bereits wenige Stunden nach dem Absturz entgegenschlug, muss uns nachdenklich stimmen", sagt etwa Christian Schwerdtfeger, Reporter der "Rheinischen Post". Er erlebte eine extrem schwere Arbeit auch vor Ort: "Leute schüttelten verächtlich den Kopf, wenn man sich als Journalist zu erkennen gab. Ich musste mich mehrfach für meinen Berufsstand rechtfertigen." [Weiterlesen]
Samstag, 18. April 2015
16:00 Verkehrsminister Dobrindt gegen Berufsverbot für depressive Piloten

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich gegen Forderungen nach einem Berufsverbot für depressive Piloten oder Busfahrer als Konsequenz aus dem Absturz der Germanwing-Maschine gewandt. "Ein höheres Risiko wäre es doch, wenn Anreize gesetzt werden, Depressionen zu verheimlichen", sagte Dobrindt dem Tagesspiegel". Depressionen seien "heute eine weit verbreitete Krankheit, die in den meisten Fällen gut heilbar ist", betonte der Minister. "Deshalb sollten wir Betroffene ermutigen, sich dem Arzt gegenüber zu öffnen."

Dobrindt widersprach damit seinem Parteifreund, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und auch dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, die solche Berufsverbote zuvor als denkbar und "unter bestimmten Umständen notwendig" bezeichnet hatten. Auch an der ärztlichen Schweigepflicht will der CSU-Politiker infolge des Unglücks nicht rütteln lassen. "Ich glaube nicht, dass ein Aufheben der Schweigepflicht automatisch zu mehr Sicherheit führen würde", sagte Dobrindt. Diese Vorgabe für Mediziner habe zu Recht "einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft".

Freitag, 17. April 2015
05:57 Staatlicher Trauerakt für Absturz-Opfer
In Köln ist heute der staatliche Trauerakt für die 150 Opfer der Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen. Teilnehmen werden neben den Angehörigen und Rettungskräften auch Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Der ökumenische Gottesdienst im Kölner Dom beginnt um 12 Uhr und wird in Fernsehen, Radio und Internet live übertragen. Den Gottesdienst werden der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki und die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus gestalten.
Dienstag, 14. April 2015
06:49 Berufsverbot bei Depression? - BDP: "wirft viel mehr Probleme auf als es löst"
14.04.2015. Angesichts des vom bayrischen Innenminister Joachim Herrmann geforderten pauschalen Berufsverbots für die an einer Depression leidenden Menschen warnt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen vor Aktionismus. "Diese Forderung klingt wohlfeil und drückt vor allem Hilflosigkeit im Umgang mit nicht zu kontrollierenden Situationen aus", erklärt BDP-Präsident Prof. Michael Krämer. "Berufsverbote bergen das große Risiko, dass Depressionen und andere psychische Erkrankungen noch stärker verheimlicht werden und daher die Chance der Heilung durch eine verfügbare und wirksame Therapie sinkt." Deshalb fordert der Verband, dass statt uneffektiven Maßnahmen wie der Forderung nach Berufsverboten endlich die psychotherapeutische Versorgung in ausreichendem Maße sicher gestellt wird. [Weiterlesen]
Montag, 13. April 2015
06:01 Nach Germanwings-Absturz: Koalition will Angehörigen-Entschädigung gesetzlich regeln
Nach dem Germanwings-Absturz will die Koalition auch für Angehörige von Unfallopfern einen Anspruch auf Entschädigung gesetzlich festschreiben. "Der schreckliche Flugzeugabsturz hat den Handlungsbedarf deutlich gemacht", sagte der SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Die Gespräche zwischen den Fraktionen und mit Justiz-, Innen- und Sozialministerium sollten nun beschleunigt werden, so dass bis zur Sommerpause ein Ergebnis vorliege. [Weiterlesen]
Sonntag, 12. April 2015
20:22 Bombendrohung gegen Germanwings-Flug nach Mailand
Eine Bombendrohung gegen Germanwings hat heute am Flughafen Köln-Bonn zum Abbruch eines Starts geführt. Der Flieger sollte nach Mailand starten. Die Bombendrohung war bei der Bundespolizei eingegangen, so das Unternehmen, das zur Lufthansa gehört. [Weiterlesen]

20:22 Bombendrohung gegen Germanwings-Flug nach Mailand - Start abgebrochen
Eine Bombendrohung gegen Germanwings hat heute am Flughafen Köln-Bonn zum Abbruch eines Starts geführt. Der Flieger sollte nach Mailand starten. Die Bombendrohung war bei der Bundespolizei eingegangen, so das Unternehmen, das zur Lufthansa gehört. [Weiterlesen]

15:14 Französische Justiz vor Ermittlungen gegen Lufthansa wegen fahrlässiger Tötung
Im Zusammenhang mit dem Absturz der Germanwings-Maschine in den Alpen beabsichtigt die französische Justiz gegen den Lufthansa-Konzern und ihre Firmentochter Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung. Dies geht nach Focus-Informationen aus dem Rechtshilfeersuchen der französischen Justiz an die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hervor.
In ihrem Ersuchen um Amtshilfe hat der zuständige Ermittlungsführer Brice Robin aus Marseille unter anderem Artikel aus dem Unternehmensstrafrecht (221-7, 121-2 und 131-38) als Grundlage seiner Nachforschungen zur Ursache der Flugzeugkatastrophe aufgelistet. Im Gegensatz zu Deutschland ermöglicht das französische Strafgesetzbuch auch Ermittlungsverfahren gegen Firmen. Sollte es dazu kommen, hätte dies für den Airliner fatale Folgen: Im Falle einer Verurteilung drohen empfindliche Strafen bis hin zum Unternehmensverbot in Frankreich.
Freitag, 10. April 2015
19:00 Staatlicher Trauerakt für Absturzopfer - Live-Übertragung in TV, Radio und Web

Staatlicher Trauerakt im Kölner Dom zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes: Der WDR und Das Erste übertragen den ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom am Freitag, 17. April, in Fernsehen, Radio und Internet. Er beginnt um 12.00 Uhr. Neben Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft werden weitere Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. [Weiter Lesen] 


17:39 Staatlicher Trauerakt für Absturzopfer - Live-Übertragung in TV, Radio und Web
Staatlicher Trauerakt im Kölner Dom zum Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes: Der WDR und Das Erste übertragen den ökumenischen Gottesdienst im Kölner Dom am Freitag, 17. April, in Fernsehen, Radio und Internet. Er beginnt um 12.00 Uhr. Neben Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft werden weitere Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. [Weiterlesen]
Samstag, 04. April 2015
12:24 Germanwings-Airbus außerplanmäßig in Stuttgart gelandet - Notlandung oder Sicherheitslandung? Alle 124 Passagiere von Flug 4U814 kommen mit Schrecken davon
04.04.2015. Ein Germanwings-Airbus ist am heutigen Ostersamstag außerplanmäßig auf dem Flughafen Stuttgart. Das Passagierflugzeug war heute morgen auf dem Weg von Köln nach Venedig, als ein bislang noch unbekannter technischer Defekt auftrat. Nach Auslösung einer Luftnotlage landete Flug Flug 4U 814 gegen 11:10 Uhr in Stuttgart. Die 124 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder von Flug Flug 4U814 kamen mit dem Schrecken davon. Verletzt wurde niemand. [Weiterlesen]
Freitag, 03. April 2015
11:30 Zweite Blackbox bestätigt absichtlichen Todesflug
Die zweite Blackbox bestätigt den bisherigen Ermittlingsstand, dass der Germanwings-Copilot den Sinkflug absichtlich eingeleitet hat.
Donnerstag, 02. April 2015
16:02 Zweite Germanwings-Blackbox gefunden - Copilot googelte zu Cockpit-Türen und Selbstmord
Laut Staatsanwaltschaft Marseille haben Helfer die zweite Blackbox des abgestürzten Airbus in den französischen Alpen gefunden. Sie zeichnet die technischen Daten auf und kann somit Hinweise auf Fluggeschwindigkeit etc. geben. In Düsseldorf gab die Staatsanwaltschaft bekannt: Co-Pilot Andreas L. suchte im Web nach Selbstmord-Möglichkeiten sowie Infos zu Cockpit-Türen und deren Verriegelungstechnik. [Weiterlesen]

15:50 Zweite Blackbox gefunden - Copilot recherchierte im Internet
15:50 Uhr - 02.04.2015 Laut Staatsanwaltschaft Marseille haben Helfer die zweite Blackbox des abgestürzten Airbus in den französischen Alpen gefunden. Sie kann Hinweise auf Fluggeschwindigkeit etc. geben, weil sie die technischen Daten aufzeichnet. In Düsseldorf gab die Staatsanwaltschaft bekannt: Co-Pilot Andreas L. suchte im Web nach Selbstmord-Möglichkeiten sowie Infos zu Cockpit-Türen und deren Verriegelungstechnik.




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