palmer bürgersprechstunde | Bildquelle: RTF.1

Tübingen:

Scharfe Kritik - SPD und Grüne zu Palmers Äußerungen im Frühstücksfernsehen

Stand: 29.04.20 17:02 Uhr

In einem Interview beim Sat.1-Frühstücksfernsehen sprach der Tübinger OB Boris Palmer über die Wichtigkeit der Wiederbelebung der Wirtschaft, sorgte aber vor allem mit einem Statement für Empörung.


"Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären – aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankung", so Palmer wörtlich. Weiter fügte er an: "Aber die weltweiten Zerstörungen der Weltwirtschaft sorgen nach Einschätzungen der UNO dafür, dass der daraus entstehende Armutsschock dieses Jahr eine Million Kinder zusätzlich das Leben kostet."

Die Tübinger SPD-Gemeinderatsfraktion kritisierte diese  Äußerung scharf und fordert eine ausdrückliche Entschuldigung. Der Tübinger OB würde Ältere pauschal kritisieren und zeige einen deutlichen Mangel an Empathie.

Mit solch einer Aussage ignoriere er zudem die durchaus noch beträchtliche durchschnittliche Lebenserwartung von Älteren und das erhöhte Sterberisiko auch jüngerer Menschen mit Risikofaktoren.

Die baden-württembergischen Grünen-Landesvorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand betonten in einer Pressemitteilung, dass Oberbürgermeister Boris Palmer nicht für die Grünen spräche.

Palmer hatte in seiner Äußerung allerdings einen Zusammenhang hergestellt zwischen den Menschenleben Älterer, die in Deutschland durch den Lockdown gerettet werden, und den tödlichen Folgen des Lockdowns für Kinder weltweit. Wörtlich sagte Palmer: "Aber die weltweiten Zerstörungen der Weltwirtschaft sorgen nach Einschätzung der UNO dafür, dass der daraus entstehende Armutsschock dieses Jahr 1 Million Kindern zusätzlich das Leben kostet."

Noch am Dienstagabend ruderte Palmer aufgrund der heftigen Kritik zurück. "Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen", erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Falls er sich "da missverständlich oder forsch ausgedrückt" habe, tue es ihm leid.

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