Der Kongo ist auf der einen Seite ein rohstoffreiches Land, auf der anderen Seite aber auch ein sehr armes Land. Gerade in solchen Ländern spiele die Kunst laut Ausstellungskuratorin und Direktorin des Kunsthauses Graz Barbara Steiner eine wichtige Rolle. Sie bilde alles ab, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Das fange an mit Alltagsszenen, aber es sei auch eine Auseinandersetzung mit Gewalt, mit kriegerischen Auseinandersetzungen, aber durchaus auch mit Banalitäten des Alltags, mit Dingen, die man beobachtet. Diese Malerei sei auch eine Malerei, die Gespräche auslösen soll. "Also es sind gewissermaßen Konversationsstücke, wenn man so will. Man steht davor und man fängt an, darüber zu sprechen."
In den Augen der Kunsthallen-Direktorin Nicole Fritz ist die Ausstellung ein kunsthistorisches, kulturwissenschaftliches Zeugnis, das die verschiedenen Prozesse im heutigen Kongo, ehemals Zaire, spiegelt. Anhand der Bilder könnten die Besucher viel über die Gesellschaft und Entwicklung des afrikanischen Staates lernen. Für Fritz hat die Ausstellung "Congo Stars" eine wichtige Bedeutung. "Durch die "primitive Kunst" über Jahrhunderte wurde Kunst idealisiert aus außereuropäischen Ländern und auch benutzt. Und es ist wichtig, dass wir diese Positionen jetzt auch differenziert anschauen und nicht nur von einem Afrikabild ausgehen, das ein Klischee ist, das über Jahrhunderte auch tradiert wurde in Europa." Außerdem sei es gut, dass sich die Kunsthalle Tübingen als Institution öffnen und außereuropäische Kunst auf Augenhöhe zeigen würde. Die Ausstellung "Congo Stars" ist bis Ende Juni zu sehen.
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