Pünktlich mit dem Zwei-Uhr-Glockenschlag der Domuhr begann Ahland-Gruppenführer Silvio La Monica mit dem Ahlandtaufen-Zeremoniell. Das sonnige, sehr milde Frühlingswetter hatte zahlreiche Zuschauer auf den Marktplatz gelockt. Auf die Ahlandtaufe selber hat das Wetter aber keinen Einfluss. Sie findet auch bei Wind und Regen statt. Begleitet von ihren Taufpaten, erfahrenen Ahlanden, zogen die Täuflinge auf den Marktplatz ein und auf die Tribüne. Fünf sind es in diesem Jahr.
Ahland werden kann nicht jeder. La Monica: "Also, als Ahland muss man aus der Stadt Rottenburg kommen. Also, alles, was 72108 betrifft, also, man kann auch in einem Dorf der Stadt Rottenburg wohnen, aber man muss aus Rottenburg sein, um zu den Ahlanden zu kommen."
Bis zu 13 Ahlande dürfen in einem Jahr getauft werden. Wer Ahland werden will, der stellt einen Antrag und muss wie bei einer Bewerbung durch ein Vorstellungsgespräch. Im Jahr der Taufe sind sie dann schon vollwertige Ahlande.
Die Taufe beginnt mit dem Eintrichtern. Dabei bekommen die Täuflinge Wein eingeflößt. Zum Wein kommt das Wasser aus dem Marktbrunnen, das Mechthildswasser, mit dem die Täuflinge getauft werden. Als nächstes bekommen die Täuflinge ihre Hosen. Sie sind selbst bemalt. Auf der Vorderseite mit kämpfenden Rittern, auf der Rückseite mit Türmen und Toren der Stadtbefestigung.
Silvio La Monica: "Der Ahland ist eigentlich so eine klassische Weißnarrenfigur, aber das Widersprüchliche ist, dass es eigentlich auch eine Teufelsfratze ist. (20:42) Also, es gibt in der ganzen Fasnet, in der Vereinigung in Baden-Württemberg keinen zweiten Weißnarr, der eine Teufelsfratze hat."
Als nächstes bekommen die Täuflinge ihre Kittel – übrigens allesamt selbstbemalt. Dafür gibt es Malkurse. Vorne ist die Gräfin Mechthild mit zwei Hofdamen abgebildet, hinten das Rottenburger Stadtwappen. Und da zu einem Weißnarren auch die Schellen dazu gehören, bekommen die Täuflinge sie jetzt. Jetzt noch die Maske aufgesetzt, und fertig ist der Ahland. Derzeit gibt es in Rottenburg 380 Ahlande.
Silvio La Marca: "In Rottenburg haben wir aber auch die Besonderheit, dass, wenn jetzt jemand ein Häs von seinem Opa, von seinem Vater, von der Mama, von wem auch immer im Schrank hängen hat, kann er das in Rottenburg auch anziehen und darf in Rottenburg auch frei oder wild mitlaufen, das sind dann die sogenannten „wilden Ahlande", die dann halt am Sonntag hier in Rottenburg oder am Montag auch mitlaufen dürfen."
Zum Schluss bekommen die Ahlande noch ihre Saublodere und werden von ihren Taufpaten kräftig geblodert. Die Saublodere ist eine echte Schweinsblase und findet nicht nur in Rottenburg Verwendung. Den Neu-Ahlanden zu Ehren wird der Ahlandtanz aufgeführt. Die Schrittfolge zu kennen ist übrigens keine Voraussetzung, um Ahland zu werden. Der Tanz ist nicht verpflichtend.
"Der Ahlandtanz, das bleibt jedem frei, ob er sich dafür anmelden möchte oder nicht für den Ahlandtanz, es gibt dann immer Neutänzerkurse für die, die es ganz neu erlernen, und dann in der Vorfasnet, ich sage mal so ab Januar, gibt es immer wieder Kurse, wir haben fünf Proben, dass wir das halt auch alles so choreographisch dann auch hinbringt und dass er dann halt immer wieder so schön ist, wie er ist", so Silvio La Monica.
Damit ist die Ahlandtaufe beendet, und die frisch Getauften schließen sich den erfahrenen Ahlanden an und ziehen ab.
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