Einen wortwörtlichen Blick hinter die Kulissen, den so sicher nicht jeder zu sehen bekommt, gewährte das LTT den Teilnehmerinnen am Freitag im Rahmen des 4. Frauenwirtschaftstags. Wie entstehen die Bühnenwelten? Und welche Requisiten lagern hier? All das gab es bei einer Führung durch das Landestheater zu sehen.
LTT-Verwaltungsdirektorin Dorothee Must führte persönlich durch die Räumlichkeiten. Warum gerade ein Theater der richtige Gastgeberort für den Frauenwirtschaftstag ist hat sie sich im Vorfeld gefragt, fand auf den zweiten Blick aber dennoch einige Gründe dafür:
"Wir sind ein Kunstbetrieb, das bringt Besonderheiten mit sich, aber wir sind auch ein Betrieb. Und nachdem ich als Verwaltungsdirektorin in leitender Funktion tätig bin, als Frau, kamen die Kolleginnen auf die Idee, dass das doch vielleicht ein interessanter Ort sein könnte. Zumal es irgendwie ja auch um Rollenbilder geht und da kennen wir uns als Theater naturgemäß gut aus" so Must.
Das Rollenbild der Frau sei in der Gesellschaft noch immer zu sehr von traditionellen Erwartungen geprägt, findet Gundula Schäfer-Vogel. Die Sozialbürgermeisterin war ursprünglich im Justizbereich tätig und hatte den Frauenwirtschaftstag zuvor eröffnet. Laut ihr könne man sich beim Thema Gleichstellung im Beruf vor allem die Justiz zum Vorbild nehmen.
"In der Justiz gibt es viel Gleichberechtigung, gibt es viel Freiraum für offene Rollenkonzeptionen – also Teilzeit, 2/3 und Möglichkeiten, aus der Elternzeit wieder zurückzukehren. Da ist die Justiz relativ weit. Ich will jetzt über die Wirtschaft, wo ich den Einblick nicht habe, nicht den Stab brechen. Aber man hört natürlich immer, dass Frauen in Führungsebenen dann doch nicht ankommen" erläutert Schäfer-Vogel.
Sie wünscht sich mehr Flexibilität und Teilzeitmöglichkeiten, auch in der Wirtschaft. Das versuche man auch in der Kommune umzusetzen. Am LTT ist die Quote von Frauen und Männern etwa ausgeglichen. Das gilt auch für das Ensemble und ist eine Besonderheit.
"Traditionell gibt es im klassischen Theaterkanon viel mehr Männer als Frauenrollen, weshalb Schauspielensembles beispielsweise früher auch in der Regel aus mehr Herren als Damen bestanden haben. Jetzt kann man sagen: Ja gut, das kann man so machen. Es hat aber natürlich auch Auswirkungen auf Berufsaussichten von Frauen an Theatern gehabt. Die waren schwieriger" berichtet Dorothee Must.
Ziel der Frauenwirtschaftstag ist es, die große Bedeutung der Frauen auch für das Wirtschaftsleben hervorzuheben. Ähnliche Veranstaltung wie die am LTT laufen in diesem Jahr landesweit noch bis zum 24. Oktober.
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