Reutlingen-Rommelsbach am Samstag-Nachmittag: Eine vielfältige, bunte Menge von Demonstranten hatte sich vor der Wittumhalle versammelt, aber ihre Botschaft war klar: Keine AfD für Deutschland. Ein Aufgebot aus mehr als 40 Organisationen hatte sich zusammengetan, von "Reutlingen ist bunt", über "Omas gegen rechts" bis hin zu Vertretern der Gewerkschaft ver.di, und auch der eine oder andere politische Landtagskandidat war zu sehen. Sie alle vertraten eine ganz klare Meinung: Kein Björn Höcke in Reutlingen!
Nach Polizeiangaben waren es rund 4.000 Teilnehmer, die sich vor der Wittumhalle versammelt haben, um gegen Björn Höcke zu demonstrieren.
"Ich demonstriere gegen den Herrn Höcke, weil er nachweislich und auch verurteilt ein Nazi ist. Und das möchte ich hier Rommelsbach in meiner Heimat nicht haben", sagte ein Demonstrant mit einem "FCK AFD"-T-Shirt. Und eine Demonstrantin sagte: "Ich bin hier für Menschenrechte, für Vielfalt, für Toleranz, für Solidarität und dass wir zusammenstehen in Deutschland, auch wenn es nicht immer rund läuft." Ein Mann mit Migrationshintergrund bekannte: "Ich bin ein Rommelsbacher Bürger und auch ein engagierter Bürger in der Stadt Reutlingen, ich will eine gute Zukunft für meine Kinder und für mich in Deutschland haben, ich will nicht remigriert werden."
Gegen Ende der Versammlung kam es zu einzelnen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Teilnehmer griffen die Einsatzkräfte mit Fahnenstangen an, versuchten, die Absperrungen zu übersteigen oder bewarfen die Polizisten mit Eiern. Die Beamten nahmen elf Vermummte vorübergehend fest und erteilten Platzverweise. In einem Fall setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray ein. Ein Polizeibeamter wurde bei der Abwehr einer Fahnenstange leicht verletzt und konnte seinen Dienst nicht fortsetzen.
Drinnen, in der Wittumhalle wetterte Björn Höcke gegen die Demonstranten vor der Halle. Sie seien vom Establishment bezahlte Berufsdemonstranten. "Die bunte Zivilgesellschaft dort draußen ist eine Kombination aus Ideologisierung und Repression. Repression deswegen, weil diese bunte Zivilgesellschaft dort draußen, jedenfalls die gewaltbereiten Teile selbiger, beispielsweise versuchen, solche Veranstaltungen zu blockieren und zu verhindern", so Höcke.
Höcke sieht sich und die AfD als Opfer und einzige Opposition in einer Diktatur der etablierten Parteien in Verbindung mit den Medien. Nicht die AfD sei extremistisch, sondern die Regierung. Björn Höcke: "Dann hat man die Migrationskrise selbst verursacht, denn die Migrationskrise gibt es weder so in Polen noch in Ungarn. Also muss es doch wohl das politische Wollen der Kartellparteien sein, dass ein gewachsenes Volk in der Mitte Europas, das deutsche, ohne Not und ohne Sinn und Verstand innerhalb von wenigen Jahrzehnten multikulturalisiert wird. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das ist Völkermord."
Man müsse die Multikulturalisierung stoppen und dort, wo es gehe, rückabwickeln, fordert Höcke. "Remigration, ja, was denn sonst? Denn, Freunde, diejenigen, die Millionen illegal ins Land gelassen haben, die haben sich gegen Recht und Gesetz versündigt, die haben Recht und Gesetz gebrochen. Und die versuchen diesen Rechtsbruch jetzt zu kaschieren. Mit Aufenthaltstiteln oder am Schluss sogar mit der Vergabe der Staatsangehörigkeit. Die deutsche Staatsangehörigkeit wird verramscht."
Am Ende gab es viel Applaus und sogar Standing Ovations und „Höcke! Höcke!"-Rufe für den Hauptredner des Abends. Die Halle war voller AfD-Anhänger, und sie zeigten sich am Ende der Veranstaltung begeistert.
Es war ein langer Tag in Rommelsbach. Erst um zehn vor zehn war die Veranstaltung beendet. Wir haben nach der Veranstaltung noch versucht, mit AfD-Kandidat Maximilian Gerner zu reden, aber leider hat er uns abgesagt, da es während der Veranstaltung anscheinend einen Angriff auf das Haus seiner Mutter mit Farbe gegeben hat.
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