"Unter Risiko steht jeder, der Kontakt in die Außenwelt hat", so Bandtel. "Einfach jeder. Das hat nichts mit Größe zu tun, nichts mit Know-How zu tun, nichts mit dem Wohlhaben der Firma zu tun. Grundsätzlich jeder."
Die Gefahr: Cyberattacken. Diese seien dieser Tage oft nicht zielgerichtet, so Bandtel. Verbrecher würden eindringen, wo sie könnten und dann nehmen, was immer sie finden. Auf lange Sicht stünde jeder unter Gefahr. Ein Angriff sei kein Ob, sondern ein Wann.
"Es sind im vergangenen Jahr über 87% aller Unternehmen betroffen gewesen. Und das ist zu viel.", betont Thomas Blenke.
Staatssekretär Blenke von der CDU, hier als Vertreter für Parteikollege Manuel Hagel, stellt klar, dass das Problem ganzheitlich angegangen werden muss. Das Ziel: Digitale Souveränität für Baden-Württemberg. Man sei zu abhängig von Systemen, die man nicht selbst kontrollieren könne, besonders im Angesicht der außenpolitischen Lage.
"Wir haben nach Westen einen Partner mit den USA, die eine Politik betreiben, wo sie über den Cloud-Act auch in Dinge hereinschauen können, die bei uns geschehen", so Blenke. "Und wir haben im Osten, insbesondere mit Russland, aber auch in China, Akteure, die sehr aggressive Strategien verfolgen."
In Cloud-Speicher, Social Media, KI und in zahlreichen anderen Tech-Feldern nutzen deutsche Betriebe amerikanische Technologie. Das biete Angriffspunkte. Um dem entgegenwirken zu können, sollen lokale Alternativen entstehen und die digitale Sicherheit ausgebaut werden. Doch dafür brauche es Zusammenarbeit auf großer Ebene.
"Das sind auf der staatlichen Seite natürlich einmal unsere Behörden, die Cyber-Sicherheits-Agentur, das Landeskriminalamt, die Polizeipräsidien, die das flächendeckend machen und, nicht zu vergessen, das Landesamt für Verfassungsschutz. Und wir brauchen dann aber auch die Industrie, die Wirtschaft mit dazu. Und da sind wir in Baden-Württemberg sehr gut aufgestellt.", meint Blenke.
Auch mit etablierten und starken regionalen Firmen bleibt jedoch die Frage, ob sie Baden-Württembergern eine ernstzunehmende Alternative zu bekannten amerikanischen Eigennamen bieten können. Wie unabhängig Baden-Württemberg wirklich werden kann bleibt fürs erste abzuwarten.
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