Feuerwehrfahne im Stadtmuseum | Bildquelle: RTF.1

Tübingen:

Restaurierte Feuerwehrfahne kommt nach Hause

Stand: 21.08.24 15:12 Uhr

Sie ist das älteste Symbol der Feuerwehr Tübingen. 1854 stiftete der Heidelberger Feuerwehrgerätefabrikant Carl Metz eine bemalte Fahne, bestehend aus Baumwolle, Holz, Metall und Leder. Über 100 Jahre sollte sie von dort an die Einsätze der freiwilligen Feuerwehr begleiten. Dem Zahn der Zeit ausgesetzt, musste sie in der jüngeren Vergangenheit restauriert werden. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen, und die Fahne ist seit Dienstag im Tübinger Stadtmuseum ausgestellt und für die Öffentlichkeit sichtbar.


Das Tübinger Stadtmuseum in der Kornhausstraße – das neue, und genau genommen auch alte Zuhause der Feuerwehrfahne. Denn dort, wo sich das Museum heute befindet, war früher einmal die Tübinger Feuerwehr untergebracht. Ein würdiger Platz also für die „Alte Fahne", findet Feuerwehrkommandant Steffen Kratzel.

"Mir gefällt es sehr gut bzw. der Feuerwehr gefällt es sehr gut, dass wir jetzt einen würdigen Platz für unsere Fahne gefunden haben. Sie war bis jetzt auf der Feuerwache gelagert, aber eine Feuerwache ist einfach kein Museum, eine Feuerwache gibt natürlich vom Platz nicht so viel her. Und wir können einer solchen Fahne gar nicht so einen würdigen Platz auf unserer Feuerwache bieten wie hier in unserem historischen Stadtmuseum" sagte Kratzel.

Dort befindet sich die Fahne genau genommen in der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, die zur Zeit neu gestaltet wird. Unter dem Motto „Wegen Umbau geöffnet" ist sie aber trotz der Bauarbeiten bereits geöffnet. Stadt- und Feuerwehrgeschichte – das passt zusammen, findet Bürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel:

"Sie hat hier eine sehr lange Tradition. Vor zwei Jahren haben wir das 175-jährige Jubiläum gefeiert, und die Stadtgeschichte ist mit der Geschichte der Feuerwehr eng verwoben. Wir sind hier im Kornhaus, im jetzigen Stadtmuseum, aber hier war mal der Ort der Feuerwehr, also ganz zentral in der Tübinger Altstadt."

Bevor die Fahne ihren Platz im Stadtmuseum gefunden hatte, hat sie aber eine lange Reise hinter sich gebracht.

"Hat damals zwar in erster Linie beim Einsatz eine Bedeutung gehabt – wo die Fahne ist ist der Feuerwehrkommandant, der Einsatzleiter. Aber es war natürlich auch ein repräsentativer Gegenstand, und insofern ist das bis heute das älteste Repräsentationsstück der Tübinger Feuerwehr" sagte Bernd Gugel von der Feuerwehr Tübingen.

Später sei sie dann vor allem zu repräsentativen Zwecken genutzt worden – bei Festakten und Jubiläen zum Beispiel. Aber auch auf Beerdigungen war die Fahne im Einsatz. Ihren bisher letzten Auftritt hatte sie 2018 beim Heidelberger Landesfeuerwehrtag. Fast erwartbar also, dass im Lauf der Jahre Restaurierungsarbeiten an der Fahne notwendig wurden.

"Das Wichtigste war das Fahnentuch – das sogenannte Fahnenblatt – zu stabilisieren. Das Fahnenblatt ist ein sehr sehr dünnes Baumwolltuch, es hatte schon etliche Risse und Fehlstellen und war auch nicht mehr überall an der Fahnenstange befestigt. Da wurde mit einer sehr dünnen Seidenschicht gearbeitet, die komplett hinterlegt wurde" erläuterte Daniela Übelhör, ihres Zeichens Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtmuseum Tübingen.

Einige Fehlstellen habe man aber ganz bewusst sichtbar belassen, damit die Fahne weiterhin ein Zeugnis der Geschichte bleibe. Etwa zwei Monate lang hatten die Arbeiten gedauert – finanziert durch Spenden, die bereits im Jahr 2022 gesammelt wurden.

Ausgestellt ist die Fahne im Stadtmuseum ab jetzt dauerhaft. Zu sehen ist sie zu den Öffnungszeiten der Ausstellung und des Stadtmuseums unter www.stadtmuseum-tuebingen.de.

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