Scharenweise sammeln sich die Bienen im Rahmen von Imkerin Birgit Wester. Honig wird sie mit dem Herbst vor der Türe nicht mehr gewinnen. Für sie geht es jetzt vor allem darum, die kleinen Tiere auf die kalten Monate vorzubereiten.
"Ich kümmere mich hauptsächlich um die Versorgung der Bienen, dass sie winterfest werden", erklärt die Imkerin. "Das bedeutet, die Varroamilbe entfernen, damit gesunde Winterbienen aufgezogen werden können und die Auffütterung, dass die Völker ausreichend Vorräte für den Winter haben." Und so einen Futtereimer mit einem Volumen von 5 Litern kann eine Kolonie binnen zwei Tagen vollständig vernaschen.
Bei Birgit Wester ist der Name BienenElfe Programm. Die Elfe als wohlwollender Naturgeist steht sinnbildlich für ihren Umgang mit den Tieren. Sie sieht die Bienen eher als gleichberechtigten Geschäftspartner und nicht als Nutztier. "Wenn man einen Deal mit den Bienen eingeht und ihnen einen Teil des Honigs entnimmt, muss man ihnen einen Ersatz geben. Und das ist dann Zuckersirup", so Wester.
Ihre Faszination für Honigbienen hatte Birgit Wester bereits in der Kindheit entdeckt. Was 2008 als Hobby begann, machte sie 2015 zum Beruf. Mittlerweile vertreibt die Imkerin ihren Honig im eigenen Laden. Gemeinsam mit ihrem Mann bietet sie regionale Produkte in der Reutlinger Innenstadt an. Hier landet der Honig aus Eningen, Sondelfingen, Holzelfingen und co. in Gläsern für den Verkauf.
Der Weg hinter die Ladentheke ist beschwerlich und mit vielen komplexen Arbeitsschritten verbunden. "Wenn der Honig dann reif ist, muss er aus den Bienenstöcken entfernt werden, natürlich bienenfrei gemacht werden", erklärt die Imkerin. "Dann kommen die Waben in eine Schleuder. Dann werden die Waben geschleudert, und der fertige Honig fließt dann durch einen Doppelsieb in einen Eimer", fährt Wester fort.
Den Honig füllt die Imkerin von Hand in Gläsern ab. Was sie fasziniert, ist die Bandbreite an Geschmäckern, obwohl sich die Ökosysteme an den einzelnen Standorten kaum bis gar nicht unterscheiden. "Das ist mein Ziel, die Landschaft schmeckbar zu machen. Jeder Standort schmeckt ein kleines bisschen anders", staunt Wester.
"Und das finde ich sehr interessant, dass selbst anderthalb Kilometer Abstand zwischen Bienenstöcken einen unterschiedlichen Honig produziert", erzählt die Imkerin. Mit ihren Bienen fängt Birgit Wester die Geschmäcker der einzelnen Ortschaften ein. Diese können sich Kunden am Ende auf der Zunge zergehen lassen.
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