Tübingen/Knoxville:
Menschliche Evolution verlief anders als gedacht
Stand: 07.07.26 15:00 Uhr
Das Wachstum des Gehirns und die Verkleinerung von Gesicht und Kiefer sind zwei der bekanntesten Trends der menschlichen Evolution. Jetzt legt eine Studie von Forschern aus Tübingen und dem amerikanischen Knoxville nahe, dass diese Evolutionsprozesse langsamer und weniger gezielt verliefen, als es die traditionelle Lehrbuchdarstellung nahelegt.
Seit Jahrzehnten gehen Forscher davon aus, dass diese Veränderungen das Ergebnis einer zielgerichteten natürlichen Selektion waren, dass also größere Gehirne begünstigt wurden, während kleinere Gesichter energetische Vorteile boten, da Werkzeuge zunehmend die Arbeit des Kauens übernahmen. Doch die Daten erzählen eine andere Geschichte. Vielmehr spielten zufällige Veränderungen im Erbgut sowie biologische und ökologische Einschränkungen vermutlich eine wesentlich größere Rolle als bislang angenommen, so das internationale Forscherteam.
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