Kaum ein Ereignis hat im vergangenen Jahr so viel für Diskussionen gesorgt wie das Streitgespräch zwischen Oberbürgermeister Boris Palmer und AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier am fünften September in Tübingen. Dieses Streitgespräch war Bedingung, dass die AfD eine Demonstration in Tübingen abgesagt hatte.
Dafür demonstrierten die AfD-Gegner jetzt vor der Halle. Sie waren der Ansicht, man dürfe der AfD kein derartiges Forum bieten. Rund zweitausend Menschen zählte die Polizei. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich.
Laute Tumulte gab es jedoch im Saal, so dass die Veranstaltung unterbrochen werden musste und überlegt wurde, die Diskussion abseits des Publikums zu führen und in den Saal übertragen zu lassen.
Polizeisprecher Michael Schaal: "Das war eine gewisse Gruppierung, die hier auch Einlass bekommen hat, und die hat durch Lärminstrumente versucht, die Veranstaltung zu stören. Die haben dann vom Veranstalter ein Hausverbot erteilt bekommen und wir mussten das mit dem Ordnungsdienst durchsetzen."
Insgesamt 30 Personen wurden von der Polizei aus der Halle begleitet und ihnen anschließend Platzverweise erteilt. Danach konnte es gesittet weiter gehen.
Am Ende der Diskussion bedankte sich der AfD-Landesvorsitzende Markus Frohnmaier bei Oberbürgermeister Boris Palmer, dass dieser den Mut gehabt habe, mit ihm in die Debatte zu gehen. Palmer wiederum äußerte Angst vor einer Unterdrückung politisch Andersdenkender und einer Außerkraftsetzung des Rechtsstaats, sollte die Alternative für Deutschland tatsächlich an die Macht kommen.
Das historische Rathaus von Neuffen bildete am siebten September die Kulisse für ein Motorsport-Event der besonderen Art: Hier reihten sich Fahrzeuge auf, die es in dieser Zusammenstellung wohl kein zweites Mal zu sehen gibt. Zumindest nicht so hautnahe.
Gundbert Schall: "Es geht da drum, wir hatten hier in Neuffen ein bekanntes Bergrennen in den 60er, 70er und zu Beginn der 80er Jahre, also 20 Rennen, und dieses wollen wir wiederbeleben, nicht als Rennen, sondern als eine Präsentationsfahrt und eine Reminiszenz an diese Zeit:"
Das heißt, diese historischen Autos fuhren die Neuffener Steige hoch und wieder runter. Zügig, aber nicht im Renntempo. Die Autos mussten hinter einem Pacecar herfahren, gesteuert vom Neuffener Bürgermeister Matthias Bäcker. Die einzigartige Rennatmosphäre hat zahlreiche Prominente aus Politik, Show und natürlich Rennsport angezogen. So auch Leopold Prinz von Bayern:
"Was mich sofort beeindruckt hat, war diese Begeisterung der Menschen, die an der Straßenseite stehen und uns zuwinken und zuprosten. Wie auch immer, das ist einfach Emotion und Leidenschaft. Und das wird von den Zuschauern auch gefordert", so Bayernprinz "Poldi".
Zwanzigtausend Zuschauer waren an die Strecke gekommen, um sich das Spektakel anzusehen. Ein Spektakel, bei der eine ganze Kleinstadt am Rande der Schwäbischen Alb Kopf stand.
Trassenspaziergang zur Regionalstadtbahn am neunten September in Reutlingen. Das Interesse war groß, denn immerhin ging es um die Zukunft des echaz.Hafens. Denn in zwei Planvarianten geht die Trasse der Regionalstadtbahn mitten über das jetzige Konzertgelände. Das wäre das Ende des echaz.Hafens. Auch andere Trassenvarianten würden Nachteile für das franz.K bedeuten. Welche Trasse am Ende den Vorzug erhält, entscheidet der Reutlinger Gemeinderat. Das franz.K hat zwischenzeitlich eine Online-Petition für den Erhalt des Open-Air-Geländes gestartet.
Festakt in der Glashalle des Landratsamts Tübingen am 26. September. Landrat Joachim Walter, 22 Jahre lang in dieser Position tätig, wurde offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Auf eigenen Wunsch endete seine Amtszeit am 30. September. Jetzt gab er das Zepter an Hendrik Bednarz weiter.
"Ich fühle mich ganz gut, ich habe mir im Leben angewöhnt, Entscheidungen, die ich getroffen habe, nicht zu bereuen", so Walter. "Was werde ich machen? Ich werde in der ein oder anderen Stiftung noch tätig sein und hin und wieder mal die Beine hochlegen."
Hendrik Bednarz war mit denkbar knapper Mehrheit im Kreistag zum neuen Landrat gewählt worden: Im dritten Wahlgang war eine einzige Stimme ausschlaggebend.
"Ich trete in große Fußstapfen, mit Joachim Walter, der natürlich auch weit über den Landkreis hinaus, über die Ämter beim baden-württembergischen und beim deutschen Landkreistag bekannt war und ist und sich da natürlich riesige Verdienste erarbeitet hat. Ich werde meinen eigenen Weg suchen, ich werde seine Spur aufnehmen und weiter entwickeln und hier hoffentlich meinen eigenen Weg machen", so Bednarz.
Mit einem Großen Zapfenstreich der Bürgerwache Rottenburg wurde Landrat Joachim Walter in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Wieder Proteste gegen die AfD, diesmal in Metzingen. Dort hatte die als gesichert rechtsextrem geltende Partei zum Bürgerdialog in die Metzinger Stadthalle eingeladen. Gekommen waren einige hundert Menschen – allerdings nicht in die Stadthalle, sondern auf den Rathausplatz. Dort hieß es „Metzingen ist bunt". Mit Haltung und klarer Botschaft.
Und während die einen bei Musik, unterschiedlichsten Redebeiträgen und jeder Menge Mitmachangeboten rund ums Rathaus feierten, versammelten sich rund 500 Meter weiter unter massivem Polizeischutz etwa 150 AfD-Anhänger und interessierte Zuhörer zum Bürgerdialog. Ursprünglich als Redner angekündigt, sagte der Parteivorsitzende Tino Chrupalla kurzfristig ab.
In der Stadthalle störten sich die Anwesenden nicht an den lautstarken, aber friedlichen Protesten in der direkten Nachbarschaft. Man sei Schlimmeres gewohnt.
In Rottenburg wurde am 29. September der Eugen-Bolz-Preis verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich besondere Verdienste um Rechtsstaat und Verfassung erworben haben. In diesem Jahr war es Hape Kerkeling. Aber nicht für seine Kunstfiguren wie Horst Schlämmer, sondern für seine – Zitat – mutigen Äußerungen und seine klare Position gegen rechtsextreme Gesinnung.
"Die AfD vertritt nicht einfach nur eine andere politische Meinung. Sie bedroht unser Grundgesetz und unsere Demokratie in ihren Grundfesten. Das ist keine Übertreibung, sondern eine nüchterne Analyse", so Hape Kerkeling. "Die AfD grenzt Minderheiten aus, entmenschlicht Menschen mit Migrationshintergrund und stachelt Ängste vor dem Fremden an."
In Rottenburg erntete er viel Applaus, stehende Ovationen und am Ende dann auch den Eugen-Bolz-Preis, den er von Stephan Neher übergeben bekam.
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