Stocherkahnrennen in Tübingen | Bildquelle: RTF.1

Region Neckar-Alb:

Von Stocherkähnen bis Steuererhöhung: Der Juni 2025

Stand: 05.01.26 16:55 Uhr

Das Rottenburger Fest der Nationen oder das Maultaschenfestival in Metzingen sind nur zwei der vielen Feste, die im Juni 2025 in der Region Neckar-Alb über die Bühne gingen. Dazu lockte das traditionelle Tübinger Stocherkahnrennen wieder ganze Menschenmassen an den Neckar - und in Reutlingen gingen beim dritten Christopher Street Day zahlreiche queere Menschen auf die Straße. Zudem hat der Tübinger Gemeinderat eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer beschlossen. Das alles und mehr jetzt in unserem Jahresrückblick: Juni 2025.


Die Stadt Rottenburg ist international in den Juni gestartet. Das Fest der Nationen im Freizeitpark Schänzle bot unter dem Motto „Dafür! ...was uns verbindet" kulinarische Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern und ein buntes Programm mit Tanzperformances und vielem mehr. Mit dabei waren die in Rottenburg beheimateten Nationen – von Deutschen, Indern, Türken bis hin zu Ukrainern.

Christopher Street Day ohne Zwischenfälle

„Gemeinsam stark! Nie wieder still" lautete das Motto Mitte Juni in Reutlingen beim insgesamt dritten Christopher Street Day in der Achalmstadt. Zahlreiche queere Menschen aus Reutlingen und Umgebung hatten sich am regionalen Omnibusbahnhof versammelt, um gemeinsam gegen Diskriminierung und für Gleichbehandlung auf die Straße zu gehen.

Anders als bei anderen Christopher Street Days fuhren hier keine Wagen mit. Dafür war es aber ein bunter, vielfältiger Demonstrationszug, der sich durch die Reutlinger Innenstadt schlängelte. Der Zug – der frei von Störungen von rechts geblieben war, fand sein Ende im Reutlinger Bürgerpark, wo die Teilnehmer eine Kundgebung erwartete.

Gewahrte Traditionen beim Stocherkahnrennen

Schon seit fast 70 Jahren messen sich beim Tübinger Stocherkahnrennen die Studentenverbindungen und studentischen Initiativen und locken zahllose Zuschauer auf die Eberhardsbrücke und die Platanenallee. Auch in diesem Jahr, neben dem eigentlichen Rennen, wieder ein Blickfang: Der Kostümwettbewerb, dessen erster Platz fast genauso bedeutsam ist wie der Sieg beim Rennen.

Ebenfalls seit Jahren Tradition: Die Besatzung des Verlierer-Kahns muss nicht nur das Stocherkahnrennen im kommenden Jahr organisieren, sondern auch das gefürchtete Glas Lebertran trinken.

Ein Festival fürs „Herrgottsbscheißerle"

Um eine, wenn nicht sogar die schwäbische Spezialität drehte sich im Juni in Metzingen alles. Der Maultasche, liebevoll auch „Herrgottsbscheißerle" genannt, wurde dort sogar ein eigenes Festival gewidmet. Entsprechend war diese dort auch in den verschiedensten Rezepturen zu finden.

Die Variationen in Metzingen reichten sogar so weit, dass eine Bäckerei ein anderes regionales Gericht mit der Maultasche verband und eigens für das Festival Maultaschen-Spätzle kreierte – mit einem Spätzle-Teig aus Brät, Hackfleisch, Spinat und Kräutern.

Harald Lesch hielt die 20. Mediendozentur

Der bekannte Astrophysiker und Autor Harald Lesch war Ende Juni in Tübingen zu Gast. In der neuen Aula der Universität übernahm er dort die 20. Mediendozentur. Diese richtet die Uni einmal pro Jahr aus – zu Gast ist immer eine bekannte Persönlichkeit.

Lesch, der seine ursprünglich geplante Rede kurzfristig über den Haufen geworfen hatte, sprach frei über „Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde." Hart ins Gericht ging er dabei mit der Nutzung von Social Media und warb für öffentlich-rechtliche Medien, aber auch für den persönlichen Dialog.

Das Interesse an der 20. Mediendozentur war so groß, dass bei weitem nicht alle Interessierten in den prall gefüllten Festsaal passten.

Grund- und Gewerbesteuer erneut erhöht

Die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer war eines der bestimmenden Themen von Grundbesitzern im Jahr 2025 – nicht nur in Tübingen. In der Unistadt hat der Gemeinderat Ende Juni rückwirkend aber noch eine weitere Erhöhung des Hebesatzes der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer beschlossen – wenn auch denkbar knapp mit 19 zu 18 Stimmen. Für Oberbürgermeister Boris Palmer eine notwendige, aber auch vertretbare Erhöhung.

"Die Gewerbesteuererhöhung ist nur halb so hoch wie die Entlastung, die durch die Landesgrundsteuerreform bei den Gewerbebetrieben angekommen ist. Das heißt, die haben in Summe immer noch eine Steuerentlastung. Die Grundsteuererhöhung kann man übersetzen in 3,50 Euro mehr pro Monat für jeden Bewohner in Tübingen. Das ist ärgerlich, aber die Welt geht davon nicht unter" so Palmer.

Um den – inzwischen genehmigten Haushalt – so weit zu bekommen, war die weitere Erhöhung in Tübingen nötig geworden. Die ursprüngliche Erhöhung bei der Grundsteuerreform Anfang des Jahres hatte sich als zu niedrig herausgestellt.

Enten-Invasion in Hechingen

Eine mysteriöse Entensippe hat das Hohenzollerische Landesmuseum Hechingen heimgesucht. Die Duckomenta-Ausstellung stellt auf eine humoristische Weise eine Art Parallelwelt zu der Unseren dar, in der Enten die Pioniere ihrer Zeit sind.

"Wir haben hier von den Dinosauriern, über die Steinzeit, die Griechen und die Römer, das Mittelalter, Barock, Renaissance über den Klassizismus bis hin zur Moderne alles vertreten. Wir haben die Epochen wirklich durch und die Persönlichkeiten, die in diesen Epochen gewirkt haben, sind auch in Entenform dargestellt" erklärt Museumsdirektor David Hendel.

Vertreten sind sie alle, von Musikergrößen wie Johann Sebastian Bach oder Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zum wohl berühmtesten Gemälde der Welt: Der Mona Lisa. Aber auch die Pioniere der Neuzeit wie Steve Jobs finden hier Platz. Ebenfalls mit dabei: Elvis, der einmal beinahe von einem Hechinger Soldaten festgenommen worden wäre und nur davon kam, weil letzterer ein großer Fan des Musikers war.

Die Duckomenta war gekommen, um zumindest etwas länger zu bleiben. Bis Ende November war die Ausstellung in Hechingen zu sehen.

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