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Villingen-Schwenningen:

Ländle auch mit dabei - High-Tech aus Villingen-Schwenningen schnüffelt an Kometen Tschuri

Stand: 29.04.21 08:32 Uhr

HSG-IMIT - Bei der ersten Landung auf einem Kometen in der Geschichte der Raumfahrt sind High-Tech Bauteile aus Villingen-Schwenningen mit dabei. Genauer gesagt ein Duzend Mikroventile der Sorte MegaMic. Von Entwicklern des HSG-IMIT in enger Zusammenarbeit mit dem Pneumatik-Hersteller Hoerbiger­Origa Systems GmbH entwickelt, wurde MegaMic im Rahmen der Weltraumission in einem Gas-Chromatographen verbaut. Dieser ist wiederum Teil des COSAC­Experimentes (kurz für "Cometary Sampling and Composition") und wurde federführend vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entwickelt.

Selten beherrschte ein Thema das HSG-IMIT deswegen  so sehr wie in diesen Tagen die für den 12. November erwartete Landung von Philae, der Landeeinheit der Kometenmission Rosetta auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Grund für die Spannung am Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. (HSG-IMIT): In eines der insgesamt zehn Instrumente an Bord von Philae sind Mikroventile des HSG-IMIT verbaut.

Nachdem die Raumsonde Rosetta im Januar diesen Jahres wie geplant aus ihrer Tiefschlafphase erwachte und im August ein Landeplatz auf dem Kometen definiert wurde, steht nun der wohl entscheidendste aber auch kritischste Schritt dieser Raumfahrtmission bevor. Sollte Philae wie geplant am Spätnachmittag des 12. November auf dem Kometen landen, wäre dies eine absolute Sensation:

Die Forscher möchten damit die im Kometeneis enthaltenen organischen Moleküle sowie deren Mengenverhältnis identifizieren und charakterisieren, um so heraus zu finden, ob die Zusammensetzung der Moleküle denen auf der Erde ähnelten. Damit könnte der Frage nachgegangen werden, ob Kometeneinschläge einst die Bausteine des Lebens auf der Erde lieferten.

Um solche Rückschlüsse ziehen zu können, werden Bodenproben in kleinen Öfen auf bis zu 600°C erhitzt. Im weiteren Ablauf steuert MegaMic das nun flüchtige Gasgemisch durch einen Gas-Chromatographen, der die einzelnen Komponenten des Gemisches für weitere Analyseschritte trennt. Dabei öffnet und schließt sich das Ventil gerade mal um fünf Tausendstel Millimeter, was in etwa einem Zwölftel eines menschlichen Haars entspricht.

„Wir sind unglaublich stolz, an einer solch spektakulären Mission beteiligt zu sein und fiebern der Landung natürlich sehr entgegen" so Professor Roland Zengerle, heute einer der Leiter des HSG-IMIT und vor fast 20 Jahren der Initiator der Entwicklung der Mikroventile. „Nun bleibt nur zu hoffen, dass alles gut geht und MegaMic wie geplant seiner eigentlichen Arbeit nachgehen kann."

Über HSG-IMIT:

Das HSG-IMIT, Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. mit seinen beiden Standorten in Villingen-Schwenningen und Freiburg, steht nach eigenen Angaben für industrienahe, anwendungsorientierte Entwicklung, Forschung und Fertigung in der Mikrosystemtechnik.

In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Industrie, vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen, realisiert das HSG-IMIT innovative Produkte und Technologien in den Zukunftsfeldern Mobilität, Umwelt und Ressourcen, Gesundheit und Pflege sowie Information und Kommunikation. Das Angebot schließt auch die Herstellung von Muster-, Kleinserien und Produktionsüberführung mit ein. Das HSG-IMIT ist nach der Norm für Qualitätsmanagement DIN ISO 9001:2008 zertifiziert.

Einen weiteren interessanten Artikel über die geplante Landung auf dem Kometen Tschuri inclusive genauem Zeitplan für den Landetag  lesen Sie hier!

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