Covid-Kurve RT Gesundheitsamt | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

Ein Blick hinter die Kulissen - Das Gesundheitsamt in der Pandemie

Stand: 20.02.22 16:02 Uhr

In einer Pandemie haben die Gesundheitsämter viel zu tun. In Reutlingen gibt es für die Corona-Pandemie ein eigenes Sachgebiet mit 66 Mitarbeitern - die meisten davon im Home Office.


Nachdem die Nachverfolgung jedes einzelnen Falles in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr ausgesetzt worden war, bestehen die Aufgaben vor allem in der Erfassung neuer Fälle, in der Weitergabe der Daten an Ordnungsämter und Landesgesundheitsamt und im Schutz besonders vulnerabler Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime und Einrichtungen für Behinderte. Ein Blick hinter die Kulissen.

Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Zumindest nicht in Reutlingen. Das zeigt diese Grafik vom Gesundheitsamt.Nirgendwo weiß man das so gut wie hier. Deshalb ist das Hygienekonzept hier besonders streng. Es herrscht strikte Maskenpflicht, und die Mitarbeiter, sofern sie nicht im Home Office sind, haben jeweils ein Büro für sich allein.

Bärbel Haas ist Mitarbeiterin am Bürgertelefon. Wer in Quarantäne ist und Fragen hat oder einfach nur Frust abladen will, landet hier.Typische Fragen am Bürgertelefon: Wie lange dauert die Quarantäne. Oder: Wo und wie kann man sich frei testen? Wann gilt man als geimpft, geboostert, getestet?

Das Bürgertelefon ist Teil der Koordinierungsstelle. Hier kommen die Fälle an.Und so funktioniert das: Zertifizierte Testzentren melden jedes positive Testergebnis an das zuständige Gesundheitsamt. Wohnt die betreffende Person im Landkreis Reutlingen, dann ist das das Reutlinger Gesundheitsamt.Diese Daten landen dann zum Beispiel bei Martina Allgaier vom Team Survnet. Survnet heißt die Software, mit der die Fälle angelegt werden.

Gibt es einen Bezug zu einem Pflegeheim oder zu einer Behinderteneinrichtung, so geht der Fall direkt weiter zu den Experten.Ein solcher Experte ist Marc Kleindienst. Er ist für die Pflege zuständig – und hier insbesondere für den Schutz vulnerabler Personen.

Bei kritischen Häufungen arbeiten die Experten eng mit der Einrichtung zusammen, um zu verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Besonders gefährlich: Das Virus ist immer einen Schritt voraus, da es an den ersten zwei bis drei Tagen auch mit Test nicht nachzuweisen ist.

Hier kommen die Ermittler ins Spiel. Eine von ihnen ist Birgit Faiß. Ihr Job ist telefonieren.Birgit Faiß ruft also die Mitarbeiter von Einrichtungen an, die positiv getestet wurden, und ermittelt, ob sie in den letzten zwei bis drei Tagen Kontakt zu Patienten oder Kollegen hatten. Bei den übrigen Bürgern findet keine Nachverfolgung mehr statt. Hier werden die Daten einfach an die Ordnungsämter weitergegeben. Diese überprüfen dann, ob die Quarantäneregeln auch eingehalten werden. Auch an das Landesgesundheitsamt werden Daten für die Statistik weitergegeben. Doch zuvor müssen sie aber an ihm vorbei: Florian Klaihs, Experte für EDV. Er ist nicht nur für die Qualitätssicherung zuständig sondern bereitet die Daten auch grafisch auf.

Und der aktuelle Verlauf zeigt: Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Der Höhepunkt ist gerade überwunden. Auf das Team des Sachgebiets Pandemie im Reutlinger Gesundheitsamt kommt noch viel Arbeit zu.

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