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Neue Initiative zur Eingliederung Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt

"Einstellung zählt - Arbeitgeber gewinnen" heißt die neue Initiative der Bundesagentur für Arbeit, durch die schwerbehinderte Menschen zukünftig besser in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Im Rahmen der Initiative stattete der FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober dem Betrieb Paravan einen Besuch ab, um sich selbst ein Bild der vielfältigen Integrationsmöglichkeiten zu machen.

Wer in ländlichen Gebieten wohnt, ist oftmals auf ein Auto angewiesen. Für schwerbehinderte Menschen stellt das Autofahren allerdings eine große Herausforderung dar. Hier setzt der Betrieb Paravan an, der Standard-Fahrzeuge barrierefrei umbaut. Auch im Unternehmen selbst sind fünf Prozent der Angestellten schwerbehindert.

Paravan verfüge deshalb über behindertengerechte Einrichtungen wie Sanitäranlagen und barrierefreie Zugänge. Die gegenseitige Synergie sei stark ausgeprägt, denn Paravan liefere Technik für Behinderte und kann diese gleichzeitig im eigenen Betrieb anstellen.

So vorbildlich sind allerdings nicht alle Betriebe. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote von Schwerbehinderten in einem Unternehmen liegt bei fünf Prozent, doch rund ein Viertel aller bundesweiten Unternehmen erfüllt diese Quote nicht.

Gründe dafür seien oft die innere Einstellung vieler Betriebe sowie der besondere Kündigungsschutz, erklärt Daniel Boban vom Arbeitgeberservice Reutlingen/Tübingen. Die Initiative „Einstellung zählt – Arbeitgeber gewinnen" will sich nun für die Integration von Schwerbehinderten auf dem Arbeitsmarkt einsetzen.

Dazu wurden zuerst Unternehmen ohne Schwerbehinderte aus der Region angeschrieben, danach hat die Agentur für Arbeit persönlichen Kontakt zu den Arbeitgebern hergestellt und Fördermöglichkeiten sowie potenzielle Bewerber den Betrieben vorgestellt.

Auch FDP-Bundestagsabgeordneter Pascal Kober ist an dem Thema interessiert. Er findet es wichtig, auf die Problematik aufmerksam zu machen, da viele Arbeitgeber sich gar nicht bewusst seien, welche vielfältigen Integrationsmöglichkeiten es in diesem Bereich gebe.

Laut ihm sollen sich Arbeitsplätze an den individuellen Bedürfnissen eines Menschen orientieren. Dazu können Arbeitsprozesse so zergliedert und neu zusammengefügt werden, dass auch Menschen mit Behinderung diese ausführen können.

Die Initiative startete im April mit einer Pilotphase in ausgewählten Agenturbezirken, unter anderem in Reutlingen. Im Jahr 2020 soll sie, unter Einbezug der Ergebnisse aus der Pilotphase, dann bundesweit eingeführt werden.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 11.07.19 - 15:39 Uhr   -   418 mal angesehen)
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