B28a in Hirschau wird blockiert | Bildquelle: RTF.1

Hirschau/ Wurmlingen/Grafenberg:

Jubel in Hirschau, Wurmlingen und Grafenberg: Bund macht Weg für B 28neu und B 313 frei

Stand: 21.07.15 09:57 Uhr

Für viele Menschen im den Neckartalgemeinden bei Tübingen und in Grafenberg bei Metzingen ist heute ein Tag zum jubeln: Seit Jahrzehnten sind die dortigen Anwohner von Verkehrslawinen, Abgas-geschwängerter Luft und Lärm geplagt , weil sich täglich tausende Autos und LKWs auf den Durchgangsstraßen schlängeln. Das wird sich nun endlich ändern: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat jetzt grünes Licht und Geld für die B28neu und die B313 gegeben. Damit geht - besonders im Fall der B28-Strecke - ein unendlich langer Kampf zu Ende.


8. August 2014 - In Hirschau und Wurmlingen kulminiert der Bürgerprotest. Anwohner machen die L371 dicht. Rund 15 000 Fahrzeuge, davon 1500 LKW täglich auf dem Weg zwischen Tübingen und Rottenburg haben das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Und das Gefühl, von der Bundes- und Landes- Politik trotz wohlfälliger Lippenbekenntnissen auf den Sankt Nimmerleinstag- vertröstet zu werden

Beim Thema Ortsumgehung B 28neu schoben sich Bund und Land lange den schwarzen Peter zu und bezichtigten sich gegenseitig der Blockade. Jetzt ist der knoten durch schlagen. 28 Milllionen Euro hat Bundesverkehrsminister Dobrindt, CSU, jetzt freigegeben. Da das Planfeststellungs-verfahren für den Ausbau der B 28 schon 1999 genehmigt wurde , kann jetzt sofort mit der Ausschreibung der Arbeiten begonnen werden.

Indessen zeigte sich der Ortstvorsteher der geplagten Gemeinde Hirschau, Lattus, in einer erster Reaktion „überglücklich". Es sei immer ein Hoffen und Bangen gewesen, so Lattus zum SWR. Die Tübinger-Hechinger CDU-Bundestagsabgeordnete Widmann Mauz sprach von einem großen Tag für die Menschen im Neckartal. Überschwänglich erleichtert zeigte sich auch die Tübinger SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid. Es sei eines der wichtigsten Straßenbauprojekte überhaupt. Haller-Haid hatte über Jahre erbittert für die Freigabe der Mittel gekämpft. Es sei immer eines ihrer zentralen Anliegen gewesen.

Erlösende Nachrichten auch für Grafenberg: Die Gemeinde bei Metzingen, die ebenfalls seit Jahren unter schwerem Durchfahrtsverkehr leidet, ist der Realisierung einer Ortsumfahrung einen erheblichen Schritt näher gekommen: Das Bundesverkehrsministerium hat jetz 8 Millionen Euro für eine entsprechende 1,6 Kilometer lange Verlegung der B313 um den Ort herum freigegeben.

Das gab heute der Reutlinger CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Donth bekannt. Nach dem das
Regierungspräsidium Tübingen bereits am 22. September vergangenen Jahres den Planfeststellungs-beschluss für die Ortsumfahrung erlassen und die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der rund 7,3 Millionen Euro teuren Ortsumfahrung geschaffen habe, sei mit der Freigabe der Mittel der letzte Stein aus dem Weg geräumt. Mit dem Geld, so Donth, könnten jetzt die begonnen Planungen, abgeschlossen, das Projekt feinjustiert, die Bauarbeiten ausgeschrieben und die Umgehung letztlich dann auch gebaut werden.

Dass bereits schon rund ein Jahr nach Beginn der Projektplanungen jetzt das Geld vom Bundesverkehrsministerium für Grafenberg freigegeben worden sei, zeige, dass sich der intensive Einsatz in Berlin gelohnt habe. Jetzt liege der Ball für den Beginn der Bauarbeiten in Stuttgart. Das Land muss jetzt die Durchführung der entsprechenden verwaltungsrechtlichen Schritte praktisch in die Wege leiten.

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