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Geduld und Ehrlichkeit - Marc Oliver Klett: als Sehbehinderter in einem ganz normalen Job

Um die Inklusion im Land voranzutreiben, hat die Regierung im Dezember 2014 die Kampagne "duichwir - alle inklusive" ins Leben gerufen. Wie die Eingliederung behinderter Menschen aussehen kann, zeigt der Landkreis Reutlingen.

Der 40-jährige Marc Oliver Klett arbeitet seit rund einem Jahr in der Geschäftsstelle Inklusionskonferenz des Landkreises Reutlingen. Seit seiner Geburt ist der studierte Sozialarbeiter hochgradig sehbehindert, mittlerweile fast blind. Für ihn kein Problem – für potenzielle Arbeitgeber schon.

Als Sozialarbeiter zum Beispiel habe er sich immer auf Stellen beworben, bei denen es um direkten Kontakt mit Klienten gegengen sei, etwa beim Jugendamt, beim sozialen Dienst, berichtet Klett. Er habe sich das zugetraut,aber die Arbeitgeber hätten oft gesagt  "Ja, Herr Klett, das trauen wir ihnen auch zu, fachlich", aber wenn es dann um so Sachen gehe wie Ortstermin, bei denen man die Leute zu Hause besuchen und schauen müsse, wie die Wohnung aussieht und ein Urteil drüber abgeben müsse, wie es um die persönliche Hygiene bestellt sei, da könne es sein, so die Bedenken der Arbeitgeber, dass Menschen die ihn nicht kennen, wenn Fälle dann vor Gericht gehen würden, das dann sein Urteil angezweifelt werde.

Argumente die Marc Oliver Klett eingesehen und akzeptiert hat. Die Inklusion, also die bedingungslose Teilhabe von Menschen mit Behinderung am normalen gesellschaftlichen Leben, so sagt er, stehe schließlich erst am Anfang. Da brauche es eben noch ein wenig Geduld.

Arbeitgebern könne er auf jeden Fall empfehlen, es einfach auszuprobieren, einen Menschen mit Behinderung einzustellen, meint Klett. Sie würden kein finanzielles und wirtschaftliches Risiko damit eingehen, denn es gäbe Fördermöglichkeiten bei der Agentur für Arbeit, beim Integrationsamt, um eben die vielleicht erstmal augenscheinliche Minderleistung des Menschen mit Behinderung auszugleichen.

Und darauf, rät der Landkreismitarbeiter, sollten Menschen mit Behinderung einen möglichen Arbeitgeber bei ihrer Jobsuche auch hinweisen. Außerdem rät er zu Geduld und Ehrlichkeit, in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten und darauf, was vielleicht auch nicht machbar ist. Aber das, so Klett, gelte ja eigentlich sowieso bei jeder Bewerbung.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 14.04.15 - 15:42 Uhr   -   1560 mal angesehen)
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