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Denkendorf/ Stuttgart:

Gift statt Gassi: Wer ist der Denkendorfer Hunde-Hasser? 2000 Euro Belohnung

Stand: 23.03.15 14:55 Uhr

Hinterhältiger Anschlag auf Hunde: Am Dienstagmittag starb ein Labrador nahe Denkendorf, nachdem er vermutlich einen präparierten Köder gegessen hatte. Der Hund wurde morgens gegen acht Uhr auf einem Feldweg im Gewann Klosteräcker oberhalb des CVJM-Heims ausgeführt. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, wurde das Tier in eine Tierarztpraxis gebracht. Dort verstarb der Hund um 12 Uhr, die Veterinärin diagnostizierte eine Vergiftung. Noch ist unklar, was genau der Vierbeiner zu sich nahm. Der Polizeiposten Neuhausen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet unter der Telefonnummer 07158 95160 um sachdienliche Hinweise zu der Tat.

Die Behörde warnt außerdem alle Hundehalter vor möglichen weiteren ausgelegten Ködern. Der Halter des gestorbenen Labradors setzte Medienberichten zufolge eine Belohnung von 1.500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, aus. Um bei der Suche nach dem oder den Tierquäler/n zu helfen, erhöht PETA Deutschland e.V. die Belohnung nun um weitere 500 Euro. Zeugen haben die Möglichkeit, sich telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail an die Tierrechtsorganisation zu wenden – auch anonym. PETA weist darauf hin, dass Hundehalter, die Opfer von Giftködern wurden, in jedem Fall Anzeige erstatten sollten. Auch weitere Funde von präparierten Ködern sollten umgehend der Polizei gemeldet werden.

Der oder die Täter müssten schnellstmöglich gefasst werden, damit Hunde wieder sorglos spazieren geführt werden könnten, betont Judith Pein im Namen von PETA Deutschland e.V. Darüber hinaus würden die vergifteten Köder auch eine Gefahr für Kinder und frei lebende Tiere dar. Hundehalter sollten bei Spaziergängen jetzt besonders aufmerksam sein und im Falle eines Verdachts auf Verzehr von präparierten Ködern umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Tierquälerei ist eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

PETAs Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen: Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, einer gelblichen Verfärbung der Schleimhäute, blassem Zahnfleisch, großen Pupillen, Atembeschwerden, Krämpfen oder motorischen Störungen muss sofort gehandelt und der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

Grundsätzlich fordert PETA die Einführung eines zentralen Meldesystems für Anschläge dieser Art. Durch eine Registrierung könnte die Bevölkerung frühzeitig über Köderwarnungen und Gefahrenschwerpunkte informiert werden, um Kinder und Tiere somit besser schützen zu können. Zugleich würde durch eine stringente Dokumentation der Fälle deutlich, wie häufig Hunde Opfer von Delikten werden.

Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.

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