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Stuttgart:

Wahl des Landtagspräsidenten: Auch Grünen-Landesvorsitzende Walker kritisiert CDU scharf

Stand: 04.02.15 18:01 Uhr

Das Übergehen von CDU-Politikerin Sieglinde Gurr-Hirsch schlägt nach wie vor große Wellen. Statt der Politikerin kam bei der Wahl zum baden-württembergischen Landtagspräsidenten der CDU-Politiker Wilfried Klenk Klenk zum Zuge. Frauenverbände und weibliche Politiker kritisieren den Vorgang heftig. Nun hat sich auch Grünen-Landesvorsitzende Thekla Walker zu Wort gemedet.

Die Grünen-Landesvorsitzende Thekla Walker zeigt größtes Verständnis für den Zorn der Frauenverbände, die an diesem Mittwoch vor dem Landtag gegen die Wahl eines Mannes zum Landtagspräsidenten protestiert haben  - und für die Gegenstimmen, die der männliche Kandidat bekommen hat. Ohne mit der Wimper zu zucken hätte die baden-württembergische CDU einer erfahrenen CDU-Politikerin diesen attraktiven Posten verweigert und stattdessen einen Mann aus der zweiten Reihe nach vorn gehievt. Die baden-württembergische CDU sei und bleibe ein Männerbund, bei dem sich Männerseilschaften durchsetzten, sobald es um Macht und gut dotierte Posten gehe.

Die Grüne redeten nicht nur über Chancengleichheit, sondernn würden sie auch praktizieren, betont Thekla Walker. Frauen in Führungspositionen seien bei den Grünen selbstverständlich. Mit Edith Sitzmann als Fraktionsvorsitzender und Brigitte Lösch als Landtagsvizepräsidentin zeige man hier in Baden-Württemberg, dass es anders und besser gehe.

Wie sehr Frauen bei der CDU im Abseits stehen, lässt sich laut Thekla Walker auch daran erkennen, dass gerade mal zehn von 60 CDU-Landtagsabgeordneten weiblich seien. Dennoch stemme sich die CDU-Landtagsfraktion mit aller Macht gegen die Modernisierung des Landtagswahlrechts, mit dem endlich mehr Frauen ins Parlament zu bekommen wären. Mit einem Frauenanteil von 18 Prozent im Parlament ist Baden-Württemberg bundesweit Schlusslicht. Die Grünen stellen dabei mit elf von 36 die meisten weiblichen Landtagsabgeordneten.

Auch auf kommunaler Ebene haben die Frauen bei der CDU wenig zu melden, erklärt die Grünen-Landeschefin. Nur 18,9 Prozent der CDU-Gemeinderäte seien weiblich; noch trauriger sei der CDU-Frauenanteil in den Kreistagen mit zwölf Prozent. Von den Grünen könne man lernen, wie erfolgreich das konsequente Eintreten für mehr Chancengleichheit sei: Mit 44,8 Prozent beziehungsweise 43,3 Prozent liege der Frauenanteil der Grünen in Gemeinderäten und Kreistagen weit über allen anderen Parteien.

In der Grünen-Landespartei findet aktuell ein Vernetzungsprogramm "Frauen in Bewegung" statt. Thekla Walker: Doppelspitzen, quotierte Listenbesetzungen, Frauenvernetzung, ständige Weiterentwicklung und natürlich gute Inhalte, so sehe grüne Frauenförderung aus.

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