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Laupheim:

IG Metall: Flächendeckende Warnstreiks stehen bevor

Stand: 29.01.15 12:30 Uhr

Am letzten Tag der Friedenspflicht hat die IG Metall im Südwesten die Arbeitgeber auf eine massive Warnstreikwelle in den nächsten zwei Wochen eingestimmt. Ab Freitag, 29.01. bis Mittwoch, 11.02. gibt es flächendeckende Aktionen in Baden-Württemberg.

Am letzten Tag der Friedenspflicht hat die IG Metall im Südwesten die Arbeitgeber auf eine massive Warnstreikwelle in den nächsten zwei Wochen eingestimmt. Nach dem dürftigen Angebot von Südwestmetall sei die Verärgerung unter den Belegschaften groß. Diesen Unmut bekämen die Arbeitgeber nun in Form von Warnstreiks, Kundgebungen und Demonstrationen zu spüren, sagte Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, gegenüber Medienvertretern in Laupheim.

Die ersten Aktionen am morgigen Donnerstag beginnen um kurz nach 0 Uhr pünktlich zum Beginn der Unfriedenspflicht, zum Beispiel bei Kolbenschmidt in Neckarsulm und Daimler in Stuttgart. Bereits an den ersten zwei Warnstreiktagen werden Beschäftigte aus fast 300 Betrieben im Land zeitweise die Arbeit niederlegen. Bis zur nächsten Verhandlung am 11. Februar werde es keinen Tag ohne Warnstreiks geben, kündigte Zitzelsberger an. Nach der jetzigen Planung werden allein bei der ersten Warnstreikwelle rund 100 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Südwesten erwartet.

Das am 26. Januar von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot ist aus Sicht der IG Metall in allen drei Punkten verbesserungswürdig. 2,2 Prozent Entgelterhöhung seien zu wenig und überdies schöngerechnet, das Angebot zur Altersteilzeit bleibt deutlich hinter bisherigen tariflichen Ansprüchen zurück und bei der Bildungsteilzeit herrscht nach wie vor die alte Verweigerungshaltung vor.

Mit solchen Vorschlägen forderten die Arbeitgeber die Beschäftigten regelrecht zum Widerstand heraus, so Zitzelsberger. Wer Weiterbildung und fairen Ausstiegen eine Absage erteile, müsse sich darüber aber nicht wundern und solle sich schämen, erklärte Zitzelsberger weiter. Petra Wassermann, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Ulm, ergänzte, dass die IG Metall dennoch ein Ergebnis auf dem Verhandlungsweg suche. Die Warnstreiks in den kommenden Tagen auch in unserer Region seien allerdings die konsequente Antwort auf das unzureichende Angebot der Arbeitgeber.

Ob es nach dem 11. Februar weitere Warnstreiks gebe, liege laut Zitzelsberger in der Hand der Arbeitgeber. Man habe Südwestmetall klar gemacht, was man von ihren Vorschlägen halte. Jetzt seien die Arbeitgeber an der Reihe, bei allen drei Forderungen eine deutliche Schippe draufzulegen, so Zitzelsberger. Am 11. Februar treffen sich die Tarifpartner um 15 Uhr in Sindelfingen zur dritten Verhandlung. Auch bei diesem Treffen werden Metallerinnen und Metaller lautstark das Forderungspaket aus 5,5 Prozent mehr Entgelt, Verbesserungen bei der Altersteilzeit und dem Einstieg in eine geförderte Bildungsteilzeit unterstützen.

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