Die hauptsächliche Forderung der Beschäftigten war am Donnerstag auf vielen Plakaten eindeutig zu lesen: Fünf Prozent mehr Entgelt und Auszubildendenvergütung für zwölf Monate. Außerdem soll es in den Gesprächen mit der Arbeitgeberseite um die Sicherung von Arbeitsplätzen gehen und in den Branchen, in denen es gut läuft, um eine tarifliche Gewinnbeteiligung.
"Und wir möchten auch über eine soziale Komponente reden. Eine Stärkung der Entgeltgruppen, denn auch die Kolleginnen und Kollegen, die nicht so hoch eingruppiert sind, haben finanzielle Belastungen durch Miete, durch Nebenkostenerhöhungen, durch Tanken, durch Einkaufen. Das Leben ist einfach teurer geworden für uns alle" so die IG Metall-Geschäftsführerin für Reutlingen-Tübingen, Dr. Claudia Hülsken.
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hingegen fordert in der dritten Verhandlungsrunde deutlichere Signale der Bewegungsbereitschaft von der IG Metall, lobte aber den Austausch über tarifliche Instrumente.
„Die Lage der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie gestaltet sich äußerst kritisch. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir, dass auch die IG Metall die Notwendigkeit sieht, sich über funktionierende tarifliche Lösungsansätze anlässlich der Lohnrunde auszutauschen. Dessen ungeachtet bestehen nach wie vor erhebliche Unterschiede in der Frage, wie die tariflichen Entgelte in der aktuellen Situation weiterentwickelt werden können" so der Verhandlungsführer Peter S. Krause.
Auch der Bosch-Betriebsratsvorsitzende des Werks Reutlingen, Thorsten Dietter, deutete für die aktuelle wirtschaftliche Situation Verständnis an. Den Beschäftigten gehe es aber um mehr: "Einerseits sind wir in einer schwierigen Tarifrunde jetzt, auch bei Bosch, also mit schwierigem, wirtschaftlichen Umfeld. Das verstehen wir. Insbesondere in der Belegschaft gibt es auch viele Stimmen, die eben auch feststellen: Da geht es um mehr wie jetzt um die Tarifforderung" so Dietter.
Und Claudia Hülsken kommentierte: "Streik hat keinen Selbstzweck. Aber das Angebot und die Themen sind wichtig für die Beschäftigten. Das Angebot der Arbeitgeberseite ist völlig unzulänglich. Wir haben den Eindruck, sie wollen mit tariflichen Standards nach unten abweichen. Sie wollen das, was wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten erreicht haben nach unten korrigieren. Da machen wir eine ganz klare Haltelinie."
Doch wie geht es weiter? Laut IG Metall folgen am 9. November folgen die nächsten Verhandlungen in den anderen Tarifgebieten. Bis dahin gilt es, abzuwarten. Kommt es dann nicht zu einer Einigung, droht die IG Metall mit 24-Stunden-Warnstreiks und unbefristetem Arbeitskampf.
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