Bestatterin Emily Bayer | Bildquelle: RTF.1

Metzingen/Dettingen/Erms :

Diese junge Frau zählt zu den landesbesten Handwerkern

Stand: 26.10.26 15:46 Uhr

Mit dem Wort Handwerker verbinden die meisten wohl einen Dachdecker oder Zimmermann. Handwerkerin Emily Bayer ist Bestattungsfachkraft und die landesweit Beste in ihrem Beruf. Sie wurde Landessiegerin bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk. Wir haben Bayer einen Tag bei ihrem Handwerksjob der etwas anderen Art begleitet.

Auf einem Sarg liegt ein Anzug, der später über den Körper eines Toten gezogen werden muss. Vorher kümmert sich Emily Bayer um die Versorgung, also das hygienische und ästhetische Aufbereiten des Verstorbenen. 

Und das macht sie so gut, dass sie mit dem Landespreis für Bestattungsfachkräfte ausgezeichnet wurde. "Bei den Bestattungsfachkräften ist es so, dass es einfach anhand der Prüfungsnote entschieden wird", erklärt sie.

"Und dadurch, dass ich eine 1,6 hatte in der Gesellenprüfung, wurde ich dann eben ausgewählt", verrät Emily Bayer. Dass die Bestatterin unter der Konkurrenz so hervorsticht, ist kein Zufall. Bereits mit 11 Jahren hatte sie den Entschluss für ihren beruflichen Werdegang gefasst.

Laut ihrem Ausbilder Uwe Serway ist es kein Wunder, dass gerade sie als Frau an vorderster Handwerker-Front steht: "In unserem Bereich ist es eben so, da muss man eine gewisse Einfühlsamkeit an den Tag legen muss. Klar, gehört das Körperliche auch mit dazu, aber man hat doch öfters mit Angehörigen in extrem sensiblen Situationen zu tun. Da sind Frauen in aller Regel einfach empathischer als Männer." Unter den Vollzeitkräften im Bestattungsunternehmen arbeiten ausschließlich Frauen – bis auf den Chef.

Für Emily Bayer geht es Anfang November auf die Deutsche Meisterschaft für Bestattungsfachkräfte im bairischen Münnerstadt. Was sie dort wohl erwartet? "Das weiß ich selber auch noch nicht so genau", verrät die Bestatterin hinter einem verlegenen Lächeln. 

So viel kann sie aber schon mal verraten: "Ich muss wieder Prüfungen ablegen. Was genau da beinhaltet ist, wissen wir ja logischerweise nicht. Es geht über zwei Tage. Es gibt drei Prüfungen, die man da ablegen muss. Und dann wird eben entschieden, wer Bundessieger wird."

Damit die Bestatterin aber nicht ganz ins kalte Wasser geworfen wird, erhält sie tatkräftige Unterstützung von ihrem Ausbilder. "Das sind einfach Dinge des täglichen Arbeitsbereichs", erklärt Uwe Serway.

"Und von dem her gesehen, gucken wir einfach, dass sie das gesamte Spektrum bis dahin noch einmal durchmacht, und da, wo sie das Gefühl hat, sie hat ein bisschen eine Schwäche, da versucht man es noch mal ein bisschen zu pushen und zu üben. Mehr kannst da sowieso nicht machen", meint Serway.

Sollte Emily Bayer auf Bundesebene erfolgreich sein, geht es für sie auf die Europameisterschaft und ferner auf die Weltmeisterschaft der Bestattungsfachkräfte.

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