Armin Laschet war 2021 als Kanzlerkandidat für die CDU/CSU ins Rennen gegangen – und hatte verloren. Heute nimmt er die Ereignisse von damals mit Humor: "Boris Palmer wollte mich hier eben zu einem bestimmten Amt bringen, ich weiß nicht, ob das etwas Erstrebenswertes wäre in diesen Tagen, Bundeskanzler zu sein, ich habe rechtzeitig gelacht, so dass dieses nicht passieren konnte", so Laschet.
Doch Armin Laschet war – übrigens auch durch Vermittlung von Klaus Kleber – nach Tübingen gekommen, um über Demokratie zu reden: "Viele sagen, wir erwarten von der Demokratie dieses oder jenes oder Schutz oder was auch immer, aber der Kern ist: Demokratie lebt vom Engagement jedes einzelnen. Der Staat kann Sicherheit garantieren, aber den Zusammenhalt einer Gesellschaft, das solidarische Leben, das braucht das Engagement von einzelnen", sagte Laschet.
Das Problem: Viele seien mit dem Staat unzufrieden, weil sie falsche Erwartungen hätten. Sie folgten dem maximalistischen Modell, dass der Staat dem Bürger zu liefern habe. "Thomas de Maiziere hat mal davon gesprochen, wir haben keine Lieferando-Demokratie", so Armin Laschet. "Also, wo man sich zu Hause zurücklehnt, mal guckt, was der Staat so liefert, und wenn er nicht rechtzeitig und gut liefert, dann lehnen wir mal den Staat ab. Oder dann lehnen wir die Demokratie ab. Dann sind wir verdrossen."
Denn wenn man die Demokratie als Lieferservice ansehe, dann komme man auf so Dinge wie den Tankrabatt, den Laschet klar kritisierte. "Du bringst jetzt Milliarden auf, die bei anderen Dingen fehlen, um eine internationale Krise abzufedern mit einigen Cents, die beim Benzinpreis sinken. Das ist eigentlich, man erzeugt damit die Illusion: Wir können für dich sorgen, und wir bewahren dich vor jedem Risiko der Welt. Das ist eigentlich das falsche Signal", sagte Laschet.
Demokratie bedeute, sich selbst mit einsetzen, sich selbst engagieren, und genau da setze die Bürgerstiftung an. Deren Siftungsratsvorsitzende Constanze Schemann-Grupp sieht die Arbeit der Bürgerstiftung aber nicht als Dienst an der Demokratie sondern als Dienst an der Gemeinschaft.
"Das ist mir in dem Fall wichtiger, denn Demokratie hat gleich so was politisches, ja? Und Gemeinschaft ist was, was uns alle verbindet. Bei der Demokratie spalten sich die Geister oft mal, aber die Gemeinschaft ist für uns doch alle ganz wichtig, und da bin ich der Meinung, dass wir da viel dafür tun müssen", so Schemann-Grupp.
Viel für die Gemeinschaft tun – das hat die Bürgerstiftung in den vergangenen 25 Jahren gemacht. Das wurde auch bei einem Interview mit den Vertretern von drei unterstützten Projekten deutlich. Für die Zukunft will Schemann-Grupp den Fokus mehr auf soziale Themen legen: "Wir haben sehr viel, was Kinder betrifft, müssen wir viel tun, glaube ich, was alte Menschen betrifft, und ich denke, das wichtige ist das Zusammenleben inzwischen. Jeder lebt seins, und ich glaube, wir müssen gucken, dass wir Plätze finden, Einrichtungen finden, wo die Menschen hingehen können, um nicht einsam zu sein."
Ein Projekt, bei dem es um Kinder geht, ist der Zirkus Zambaioni. Er bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, mal selber als Artist im Rampenlicht zu stehen. Und auch dieses Projekt bekam bei der Jubiläumsfeier seine Bühne.
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