"Und bisweilen ist diesen Sagen tatsächlich ein wahrer Kern inne", berichtet Dr. Michael Kienzle, Leiter des Zentrums für Burgenforschung der Universität Tübingen. "Wir wissen zum Beispiel von der Sage über den Burgstein bei Holzelfingen, dass dort eine Greifensteiner Burg gestanden haben soll. Und man hat jetzt viele Jahre an der Existenz dieser Burg tatsächlich gezweifelt. Und wir konnten dort bei archäologischen Grabungen nicht nur diese Burg nachweisen, sondern wir haben auch ganz spannendes Fundmaterial da freilegen können."
Auch hier haben Kienzle und seine Studenten schon viel entdeckt. Sie zeigen der Ministerin mehrere Ausgrabungsstätten. Vieles hier wurde vor langem geplündert, doch einige wenige wertvolle Kulturgüter gab es auch heute noch zu finden. Auch die Ausmaße und die bauliche Gestalt der mysteriösen Burg konnten hier bestätigt werden.
"Und wir führen das in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege durch, das hier auch maßgebend mitfinanziert. Als Lehrgrabung der Universität Tübingen, wo dann eben die Studierenden in den vier bis fünf Wochen, die sie hier sind, die praktischen Kenntnisse der Feldarchäologie lernen sollen."
Ursprünglich sollte es auch zur Burg Untergrafenstein gehen, das war aber aus Sicherheitsgründen nicht möglich. So wurde die obere Burg als letzter Halt auf der Tour der Ministerin vorgezogen. Eindrücke hat sie auf ihrer Reise einige mitgenommen. Besonders betonen sie und die anderen Redner die Bedeutung von Denkmälern in der Kultur- und Identitätsfindung:
"Es ist wirklich eine Reise in die Vergangenheit und gleichzeitig auch Wegweisungen für die Zukunft. Wie die Leute zusammengelebt haben, was dann auch die entscheidenden Gründe fürs Scheitern waren. Gestern auch nochmal am Schluchsee moderne Industriedenkmäler. Einfach eine rundum interessante Reise, die hinorientiert, wie Denkmäler auch wichtig für unser Zusammenleben sind."
Auch soll die Reise auf den kommenden Sonntag hinweisen: den bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Dieser bietet dann auch der Öffentlichkeit tiefere Einblicke in die kulturgeschichtlichen Denkmäler des Landes. In Lichtenstein stehen beispielsweise am Alten Pfarrhaus bei der Johanneskirche und am Pumphäusle Honau Führungen an.
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