In Reutlingen-Sickenhausen gab es nun Anfang Juli 2026 den ersten bestätigten Fund der Asiatischen Steckmücke im Landkreis Reutlingen. In verschiedenen Nachbarlandkreisen war sie bereits nachgewiesen worden. Die Asiatische Tigermücke ist eine invasive Stechmückenart und stammt ursprünglich aus tropischen Regionen. Sie kann Krankheitserreger wie Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren übertragen und Krankheiten hervorrufen.
Das Kreisgesundheitsamt Reutlingen appelliert an die Bevölkerung, Vorsichts- und Bekämpfungsmaßnahmen zu ergreifen. Ein einzelner Fund bedeute zwar nicht automatisch, dass sich das Insekt großflächig ausgebreitet hat, dennoch sei erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Da die Verbreitung der Tigermücke in Baden-Württemberg über Einsendungen von Bürgerinnen und Bürgern erfasst wird, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Art bereits an weiteren Orten vorkommt.
Erkennen lässt sich die Tigermücke an ihrer auffälligen schwarz-weißen Musterung: Fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen erinnern an die Zeichnung eines Tigers, hinzu kommt ein weißer Streifen auf Kopf und Rücken. Mit einer Körperlänge von nur drei bis acht Millimetern ist sie kleiner als die meisten heimischen Stechmücken – sie würde locker in den Umriss einer 1-Cent-Münze passen. Im Unterschied zu einheimischen Arten ist sie tagaktiv und bei der Futtersuche besonders ausdauernd.
Die Saison der Tigermücke dauert von April bis Oktober, wobei die meisten Tiere im August und Anfang September gesichtet werden. Deshalb fällt sie vielen Menschen oft erst im Hochsommer auf.
Brutstätten beseitigen
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sind alle Landkreisbewohner aufgerufen, mögliche Brutstätten zu minimieren. Besonders die Bewohner Sickenhausens werden gebeten, ihre Grundstücke aktiv zu überprüfen und Brutplätze zu entfernen. Nach dem Schlüpfen bleiben Tigermücken meist in einem Radius von rund 300 Metern um ihren Ursprungsort – wo also Tiere gesichtet werden, sind in der Regel auch Brutstätten in der Nähe.
Die Mücke legt ihre Eier bevorzugt an ruhigen, stehenden Gewässern ab. Schon kleinste Wassermengen reichen aus – etwa Restwasser in Blumentöpfen, Gießkannen, Pflanzenuntersetzern oder Straßenabläufen. Gerade nach starkem Regen sollten auch kleinere Wasseransammlungen kontrolliert werden.
Das Gesundheitsamt rät daher, Gießkannen, Eimer und Blumenkübel umzudrehen oder überdacht zu lagern, Vogeltränken wöchentlich zu reinigen und das Wasser zu wechseln sowie Regentonnen möglichst abzudichten. Ist das nicht möglich, sollten sie regelmäßig entleert oder mit Bti-Tabletten behandelt werden.
Funde per Foto melden
Wer eine Mücke mit den beschriebenen Merkmalen entdeckt, kann ein Foto an den Verein KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.) senden – per E-Mail an info(at)kabsev.de. Besonders Bürgerinnen und Bürger aus Sickenhausen sind aufgerufen, auf diese Weise beim Monitoring zu helfen.
Rückkehrer aus Risikogebieten: Schutz zwei Wochen fortsetzen
Wer aus tropischen oder subtropischen Regionen zurückkehrt, in denen die Tigermücke bereits heimisch ist, sollte den Mückenschutz auch nach der Reise für zwei Wochen beibehalten – etwa durch bedeckende Kleidung, Repellentien und Fenstergitter. Der Grund: Tigermücken können bei einer Blutmahlzeit rund um den Erkrankungsbeginn Viren aufnehmen und nach einer Inkubationszeit weitergeben. Das gilt besonders im Sommer und Frühherbst. Auch vor der Reise empfiehlt sich, mögliche Brutstätten in Wohnortnähe zu beseitigen.
Treten ein bis zwei Wochen nach der Rückkehr Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen sowie Augenschmerzen oder -entzündungen auf, sollte umgehend eine Arztpraxis aufgesucht werden.
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