Am Montagabend großer Bahnhof im Umspannwerk. Innenminister Manuel Hagel machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und sagte klipp und klar, wo jetzt die Prioritäten liegen:
"Die erste Priorität – und die steht vor allem – ist die Wiederherstellung der Stromversorgung auf dem ganzen Gebiet der Stadtwerke hier in Reutlingen. Die zweite Priorität ist die Bewältigung der Folgeschäden auch vom Stromausfall, und die dritte Priorität für uns, die wir heute auch bereits angegangen sind, sind die Ermittlungen zur Brandursache." In allen drei Punkten, so Hagel, komme man sehr gut und sehr zügig voran.
"Ich möchte Ihnen berichten, dass wir zwischenzeitlich entschieden haben, dass SAT BW, also unser Staatsschutz und Antiterrorzentrum beim Landeskriminalamt gemeinsam die weiteren Ermittlungen unter Sachleitung des Staatsschutzzentrums bei der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart übernommen hat", so Hagel weiter. Das Ermittlungsverfahren werde mit Hochtouren verfolgt, vor allem wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung.
"Ich möchte Ihnen sagen, dass wir ergebnisoffen, ergebnisoffen in alle Richtungen ermitteln, das heißt ausdrücklich, also auch die Frage, ob ein Brandanschlag hier vorliegt oder gar ein terroristischer Akt vorliegt", sagte Hagel. Dabei sei es egal, von welcher Gruppe und aus welcher Motivation heraus die Tat begangen worden sei. "Wir werden in aller Härte gegen die Täter vorgehen, und unsere Ermittlungsgruppe wird jeden einzelnen Stein umdrehen, und werden die Täter auch mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen."
Dabei sagte Oberbürgermeister Keck dem Innenminister die volle Unterstützung der Stadt Reutlingen zu. "Ich muss ganz ehrlich sagen, es macht mich beklommen zu realisieren, dass es Leute gibt, dass es Menschen gibt, die letztlich den Tod anderer Menschen in Kauf nehmen, um letztlich auch gegen diesen Staat vorzugehen. Denn nichts anderes ist das, was hier passiert, egal, was auch welcher Ecke das kommt, das ist schon ein Grad von Menschenverachtung, der betroffen macht", sagte Keck.
Den Schaden trage die Allgemeinheit, so Keck. Es gebe Härten für Industriebetriebe, für Gewerbetreibende und für Privatpersonen. "Aber wenn es dann an so Sachen geht wie Klinikum, Beatmungspatienten etc, wenn es also wirklich radikal an das Leben anderer Menschen geht, das ist unverzeihlich, und deshalb ist es gerechtfertigt, hier wirklich alles zum Einsatz zu bringen und die Urheber zu ermitteln und ihrer gerechten Strafe zuzuführen."
Während Manuel Hagel das Umspannwerk verließ, hatten nahezu alle Privathaushalte wieder Strom. Die FairNetz bittet aber die Bürger, den Stromverbrauch auf das notwendige Maß zu reduzieren.
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