Als Jason Ullah am "Montag danach" die RTF.1-Redaktion besucht sind noch keine 48 Stunden vergangen, seit Sarah Engels beim ESC in Wien den Song gesungen hat, den Ullah zusammen mit seinem Team geschrieben hat. Ullah selbst spricht von einem "einmaligen Event", dass er und die deutsche Delegation erlebt haben.
"Es fühlt sich nicht an wie zwei Tage. Es fühlt sich an wie ein ganz langer, ausgedehnter Tag mit sehr wenig Schlaf. Die Show war lang, aber auch die Anfahrt und die Rückreise. Man hat ganz viele Eindrücke gesammelt und gar nicht über alles nachgedacht" berichtet Ullah.
Schon gar nicht darüber, dass Sarah Engels mit „Fire" am Ende „nur" Platz 23 belegte. Bei Ullah zumindest drückte die Platzierung nicht auf die Stimmung.
"Wir sind natürlich super froh, teilgenommen zu haben. Darum geht es ja auch bei diesem Wettbewerb: Zu präsentieren. Und natürlich wird ein Sieger verkündet, aber ich glaube, es gibt andere Beweggründe, warum Punkte an andere Länder vergeben werden und so weiter" so Ullah.
Auch die politische Bedeutung des ESC spielt dabei eine Rolle, findet Ullah. Am diesjährigen Song für Deutschland haben er und sein Team lange gearbeitet.
Die erste Skizze von „Fire" sei schon im Dezember 2024 entstanden. Mit dem Song bei einem ESC anzutreten, sei von Anfang an der Plan gewesen. Die Produktion beschreibt Ullah als harmonischen Prozess, trotz Höhen und Tiefen.
"Es hat sich alles sehr leicht angefühlt. Natürlich waren es sehr viele Stunden und sehr viele Versionen, die wir für jeden Bühnenauftritt neu anfertigen müssen. Dennoch war es nie so, dass man dachte: Das ist jetzt ein immenser Aufwand oder Stressgrund. Es schweißt eher zusammen", erinnert sich Ullah.
Umso kritischer steht er der sich weiterentwickelnden KI-Musik gegenüber. Ein Thema, dass ihn auch während der Entstehung von "Fire" begleitet hat.
"Das ist natürlich ein Thema, das uns seit letztem Jahr immer verfolgt. Also: Was ändert sich in der Musikindustrie? Was sind andere Dynamiken? Welchen Wert hat Musik in der Gesellschaft? Da sehen wir einfach sehr viel Veränderung gerade, wo wir uns auch selber fragen: Wie stellen wir uns auf? Was ist unser Fokus?", berichtet der Songschreiber.
Beim ESC in diesem Jahr sei vor allem handgemachte Musik präsent gewesen. Und auch Jason Ullah will weiterhin selbst Songs produzieren und Musik machen. Möglicherweise auch wieder einmal bei einem ESC.
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