Jochen Weeber an seinem Laptop | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

Autor Jochen Weeber zum Internationalen Kinderbuchtag

Stand: 02.04.26 14:41 Uhr

Der 2. April ist der Geburtstag des vielleicht bekanntesten Kinderbuchautors aller Zeiten, Hans Christian Andersen. Und auch, wenn er heute nicht mehr lebt, werden mit dem internationalen Kinderbuchtag am selben Datum Werke wie seine weiterhin gefeiert. Jochen Weeber, ein Kinderbuchautor aus Reutlingen, hat uns im Interview mehr über das Schreiben für die Kleinsten erzählt.


Wer in Reutlingen lebt und Interesse an Literatur hat, der ist Jochen Weeber vielleicht schon einmal begegnet. Neben dem AUTORMAT, wo es gegen Münzeinwurf Mini-Lesungen gibt, hat er auch das Poetry-Slam-Event „Poesie & Pommes" im franz.K erschaffen. Doch vor allem mit seiner eigenen Literatur hat er sich einen Namen gemacht.

"Ich schreib sehr gern für Erwachsene", erklärt Weeber. "Aber für Kinder zu schreiben ist nochmal schöner find ich, weil man einfach nochmal anarchischer sein kann. Noch freier den Dingen seinen Lauf lassen kann, noch verrückter sein kann."

Weeber hat viele Bücher für ein jüngeres Publikum geschrieben. Eins seiner Werke, „Was ist bloß mit Gisbert los?", ist bereits in der 6. Auflage verfügbar und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Hier geht es um eine Giraffe, die von den Worten der Tiere um sich herum klein gehalten wird und immer weiter schrumpft.

"Kinderbücher sollten eigentlich nie mit einem erhobenen Zeigefinger kommen und uns die Moral aufdrücken wollen", meint der Autor. "Das ist vielleicht auch die Kunst, dass man trotzdem ein Thema, das einem am Herzen liegt, so aufbereitet, dass Kinder was damit anfangen können. Und man ihnen dadurch auch bestimmte Dinge mitgibt."

Etwas wichtiges zu vermitteln, ohne wie ein Lehrer zu wirke,n ist für Weeber essenziell. Die Fanpost von seinem jungen Publikum, die er sorgsam aufbewahrt, spricht für seine Methode. Diesen spielerischen Lehrcharakter zu erhalten, ist eines der Kernziele des Internationalen Kinderbuchtags. Das heißt sowohl, Kindern Zugang zu Büchern zu ermöglichen, als auch Autoren zu helfen, sie zu veröffentlichen und zu verbreiten. Denn hier tun sich viele schwer.

"Die großen Namen haben es natürlich mit neuen Manuskripten leicht, während der Großteil der Autorinnen und Autoren, die jetzt nicht ständig präsent sind überall in den Buchläden, schreibt trotzdem natürlich total gute Geschichten. Hat Bücher in Verlagen. Und trotzdem werden sie nur zu wenig wahrgenommen oft."

Weeber gesteht, dass er besonders Sorgen um die Veröffentlichung von „Gisbert" auf dem amerikanischen Markt hatte. Er sei sich nicht sicher gewesen, wie viel Anklang ein Buch über sorgsame, mitfühlende Wortwahl in einem Land unter Donald Trump finden könnte. Doch besonders, wo Kinderbücher mit regimekonträren Thematiken aktiv verboten werden, sieht man auch die Macht und Bedeutung der Werke, um die es beim Internationalen Kinderbuchtag geht.

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