Ahlandtanz in Rottenburg | Bildquelle: RTF.1

Rottenburg:

Fasnet endet mit Taufe und Buße

Stand: 18.02.26 15:25 Uhr

Der Aschermittwoch markiert das Ende der fünften Jahreszeit. Ausklingen lassen die Rottenburger die Fasnet mit der Geldbeutelwäsche. Am Tag zuvor feiern die Ahlande aber noch die Taufe der neuen Weißnarren. Wir waren bei beiden Veranstaltungen vor Ort, um zu schauen, wie in der Fasnetshochburg am Neckar die Dämmerung der Narrensaison einbricht.


Die Narren sind los - besser gesagt die Ahlande. Diese veranstalten wieder die traditionelle Ahland-Taufe vor dem besetzten Rathaus in Rottenburg. Gruppenführer Silvio La Monica weist die Anwärter in Begleitung der Taufpaten auf ihre Plätze.

"Traditioneller Fasnetsdienstag – da haben wir immer die Taufe der Neu-Ahlande", erklärt La Monica. "Da werden die Neu-Ahlande aufgenommen, werden getauft, dürfen das erste mal ins komplette Häs reinschlüpfen und sind ab heute quasi offiziell Ahland-Mitglieder."

Und was wäre die Ahland-Taufe ohne das traditionelle Trichtern? Nachdem die Neu-Ahlande ihre Montur angelegt haben, müssen sie aber noch das „Blodern" über sich ergehen lassen. Das Tragen der Maske ist eine Ehre, auf die sich die Anwärter erst mal bewerben müssen.

"Wir haben uns alle, die sich letztendlich beworben haben, dann bei uns im Zunfthaus getroffen. Dann hat man sich in einer Reihe hingesetzt und mit Fragen konfrontiert. Zum Beispiel: 'Warum möchte man zu den Ahlanden? Was hat man für ne Verbindung zu den Ahlanden?´ - ob es jetzt Familie ist et cetera", erzählt Neu-Ahland Fabian Kraft von seinem Bewerbungsprozess.

Er war offensichtlich ein ausreichend qualifizierter Anwärter. Seine Verbindung zu den Ahlanden reicht mehrere Generationen zurück, was eine 75 Jahre alte Maske seines Großvaters belegt.

Einen Tag später zeigt sich der Ahland-Gruppenführer Silvio La Monica in ernsterer Verkleidung. Ein Trauerzug bestehend aus den Anführern der Rottenburger Narrengruppen rückt jeden Aschermittwoch zum symbolischen Abschied an.

"Nach der Fasnet ist dann immer traditionell, dass wir dann die leeren Geldbeutel haben, weil man das ganze Geld auf der Fasnet gelassen hat. Dass man jetzt die Möglichkeit hat, die leeren Geldbeutel zu waschen und auch natürlich Buße zu tun, zurück zu blicken auf die ganze Fasnet und sich da jetzt einfach drauf besinnt", so La Monica.

Gewaschen wird also nicht nur der Geldbeutel. Auch der christliche Gedanke der Buße und Beichte spielt bei dem alten Brauch der schwäbisch-alemannischen Fasnet eine Rolle. 

"Es gibt auch teilweise Klagemauern, wo sie dann heulen und alles Mögliche", erzählt La Monica. "Daher kommt das, wenn die Geldbeutel eben leer sind nach der Fasnet und man da viel Geld gebraucht hat, dann hat man dort die Möglichkeit dort die Geldbeutel zu waschen und sich selbst auch symbolisch wieder zu reinigen und auf die Fastenzeit vorzubereiten."

Für den Ahland-Führer bedeutet das der Verzicht auf Kaffee, Süßigkeiten und Alkohol. Bis Ostern üben sich die Narren in Enthaltsamkeit, damit die Geldbeutel spätestens zur nächsten Fasnet wieder voll sind.

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