Wer die binea in der Stadthalle Reutlingen betritt, der wird erst mal erschlagen von dem riesigen Angebot. Hundertsechzig Aussteller buhlen um die Aufmerksamkeit des zumeist jugendlichen Publikums. Damit dieses nicht nur mit Spielen unterhalten und mit Popcorn verköstigt wird, sondern auch auf der Suche nach dem Traumberuf erfolgreich ist, bedarf es kluger Vorbereitung. Und dabei hilft die Agentur für Arbeit – nicht nur einer der Hauptsponsoren der binea, sondern auch Partner der Schulen, wenn es um Beratung geht.
Stefan Göhner, Teamleiter Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen: "Wir versuchen im Vorfeld an den Schulen die Schüler auf diesen Messebesuch ein Stück weit auch schon einzustimmen und ihnen da ein bisschen was an die Hand zu geben, wie man am besten und den größten Nutzen aus so einer großen Veranstaltung auch ziehen kann, also dass man sich ein bisschen schon vorab sortiert und orientiert, was möchte ich mir anschauen?"
Dabei wollten die Veranstalter den Suchenden in diesem Jahr ein wenig entgegen kommen und die Messe etwas übersichtlicher gestalten. Janne Hagel, Projektleiterin binea bei der Firma solutioncube: "Wir haben die Aussteller nach Berufsfeldern gruppiert, das heißt, wer schon weiß, welches Berufsfeld ihn genau interessiert, der kann dann ein bisschen filtern, damit er nicht die kompletten Stockwerke abklappern muss."
Wer sich zum Beispiel für Handwerk und Technik interessiert, der wird im Erdgeschoss und im dritten Obergeschoss fündig. Oder im zweiten Obergeschoss beim Stand von Messesponsor voestalpine. Dort macht ein Roboter auf den Beruf des Mechatronikers aufmerksam. Was diesen so attraktiv macht, weiß Ausbilder Tobias Haase:
"Weil es ein sehr vielfältiger Ausbildungsberuf ist, es ist ein meinen Augen ein sehr anerkannter Ausbildungsberuf, gerade in unserem Tätigkeitsfeld, in der Instandhaltung ist es sehr abwechslungsreich, wir machen eigentlich nie am einen Tag das gleiche wie am anderen, wir haben eigentlich immer Abwechslung drin, und die Technik mit der Robotik mittlerweile, macht einfach unfassbar viel Spaß", so Haase.
Doch bei voestalpine wie auch bei vielen anderen Unternehmen wird es immer schwieriger, geeignete Bewerber zu bekommen. Mittlerweile nehme man hier auch Schulabgänger mit einem guten Hauptschulabschluss, so Haase. Der Bewerbermangel macht sich bei vielen Arbeitgebern bemerkbar. Deswegen lassen sich zahlreiche Aussteller Gimmicks einfallen, um die Aufmerksamkeit der Bewerber zu erregen. Bewerbermangel kennt auch die Bundesagentur für Arbeit.
Stefan Göhner: "Aus der Perspektive der BA muss ich leider sagen, es ist nicht ganz so einfach, die Stellen zu besetzen, im letzten Jahr konnten wir zum Beispiel nicht alle Plätze für das duale Studium erfolgreich besetzen, das heißt also auch dieses Thema Mangel an passenden Bewerbern, das trifft uns auch in der Rolle als Arbeitgeber."
Beim Messesponsor Dr. Kroll & Partner sieht man sich dagegen ganz gut aufgestellt. Zwar tue man sich auch hier schwer, aber man biete immer mehr Praktikumsplätze an. So hat die Kanzlei das Bewerberproblem im Griff.
Am Stand des Messesponsors AOK geht es darum, fünf Sekunden möglichst genau zu stoppen. Die Krankenkasse wirbt für einen Beruf, den viele der Schüler sicherlich noch nie gehört haben. Auszubildende Asli Tezcan: "Also, es ist ein ziemlich langes Wort, Sozialversicherungsfachangestellte, wir kürzen es ab mit Sofa, und Hauptausbildungsgrund ist quasi dass man lernt, die Kunden zu beraten rund um die Sozialversicherung."
Schulabgänger mit mittlerer Reife oder Abitur können also auch diesen Beruf erlernen. Doch die binea will nicht nur Schüler, sondern auch Berufstätige ansprechen. Am grünen Ballon erkennen Messebesucher die Aussteller, die Weiterbildung anbieten. Es sind rund vierzig Stände.
Die binea in der Stadthalle Reutlingen hat noch am Samstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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