Nach außen hin hat sich bei der Agentur für Arbeit nicht viel geändert. Und auch beim Beratungsangebot sollen die Kunden nicht – oder zumindest nicht negativ – von der Fusion der Agenturbezirke Reutlingen und Balingen beeinflusst werden.
Die Agentur selbst hingegen spürt den Zusammenschluss natürlich. Von der Zentralisierung verspricht man sich zwar kürzere Wege bei Arbeitsabläufen, das Einzugsgebiet der – jetzt – Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen ist aber riesig geworden. Was gleich bleibt, ist die Kernkompetenz.
"Der Arbeitsmarkt wird ein bisschen kritischer. Nach wie vor gibt es Möglichkeiten für Kundinnen und Kunden des Jobcenters, eine Beschäftigung aufzunehmen und Arbeitsstellen zu finden. Da möchten wir unterstützen, wo immer es geht, um möglichst viele Menschen in Arbeit zu kriegen" so der Geschäftsführer Markus Dick.
Eine Kernaufgabe, die im abgelaufenen Jahr 2025 eigentlich gut gelungen sei. In fast 2000 Fällen habe man Menschen zumindest temporär eine Beschäftigung ermöglichen können, so der Geschäftsführer. Die Integration von Geflüchteten sei ebenfalls zunehmend gelungen.
Die erwerbstätigen Leistungsberechtigten – also die Menschen, die trotz Arbeit auf finanzielle Hilfe angewiesen sind, seien sogar zurückgegangen, wenn auch eher geringfügig.
Leer ist das sprichwörtliche Glas also auf keinen Fall, auch wenn die Situation mit Blick auf die Arbeitslosenquote weiter angespannt bleibt. Diese steigt aus verschiedenen Gründen bereits seit Jahren stetig an.
"Ich kann nur das wiedergeben, was ich aus Gesprächen mit den Unternehmen mitbekomme. Nämlich dass die wirtschaftliche Unsicherheit, also die Zollpolitik und alles was dazu gehört, natürlich eine Rolle spielt. Dadurch sind die Auftragsbücher nicht so voll, wie man es erwartet. Dann erleben wir, dass die Unternehmen unternehmerische Entscheidungen treffen und der Weg nicht immer nur in die Kurzarbeit führt, sondern dass auch Menschen entlassen werden" so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen, Markus Nill.
Besonders zu spüren sei das im Maschinenbau und in der Metallbearbeitung, auch wenn noch viele weitere Branchen ebenfalls betroffen seien. Doch damit nicht genug. In den kommenden Jahren könnte das Pendel bereits in die Gegenrichtung ausschlagen.
"Die Arbeitslosigkeit, die wir gerade sehen, ist da und man kann sie auch nicht wegreden. Aber eins darf man nicht vergessen. Über die nächsten zehn Jahre werden so viele die Arbeit verlassen oder aus der Erwerbstätigkeit heraustreten, die sogenannten Babyboomer, dass sich ein Teil der Arbeitslosigkeit dadurch kompensiert" so Nill.
Darauf vorbereiten will die Agentur für Arbeit weiterhin durch Präsenz an Schulen und Jobmessen wie der binea, die am kommenden Wochenende in Reutlingen ansteht.
![]() | Bedeckt 0 / 0° C Luftfeuchte: 100% |
![]() | Bedeckt 0 / 0° C Luftfeuchte: 99% |
![]() | Bedeckt 0 / 2° C Luftfeuchte: 95% |