Es ist die erste Vollversammlung für den Präsidenten der Handwerkskammer Reutlingen, Alexander Wälde, der sein Amt im November 2024 angetreten hatte. Etwas aufgeregt war er im Vorfeld durchaus, denn es gibt einiges zu besprechen.
So klage zum Beispiel das Friseurhandwerk über das Ausbleiben von „größeren" Kundenwünschen. Die Leute kämen eben „nur noch" zum Haare schneiden, für mehr fehle vielen das Geld. Ein Thema, das Wälde als Friseurmeister besonders bewegt.
Stets präsent ist auch der Fachkräftemangel, auch wenn man diesem wegen der demografischen Lage nur bedingt etwas entgegen setzen könne.
"Aber wir haben natürlich leider immer noch wenige, die sich fürs Handwerk entscheiden oder weniger. Man hat 50 Prozent, die Richtung Studium gehe – was toll ist – aber wir brauchen auch Handwerker. Wenn Sie morgens aufstehen und ihr Auto läuft nicht oder das Brötchen ist nicht da oder andere Sachen, dann merkt man erst einmal, wie wichtig einem das Handwerk ist" sagt Wälde.
Neue Azubis gewinnen ist die Strategie, mit der die HWK dem Fachkräftemangel entgegen wirken will. Dabei helfen soll Werbung über Soziale Medien, aber auch mit Hilfe von Ausbildungsmessen.
"Dann haben wir natürlich Instagram-Kanäle. Wir bespielen Facebook, was auch ganz wichtig ist. Aber die jungen Leute holt man vor allem mit Ausbildungsmessen ab. Das Handwerk kann etwas zeigen. Das ist anders wie in einem Industriebetrieb. Bei uns läuft man raus und hat etwas gearbeitet und das kann man auch zeigen" so Wälde.
Immerhin: Im Jahr 2024 habe man einen Zuwachs von 6,72 Prozent was die Ausbildungszahlen angeht, sagt Hauptgeschäftsführerin Christiane Nowottny. Aus ihnen sollen – so hofft die HWK – die zukünftigen Handwerksmeisterinnen, Handwerksmeister oder Betriebsgründer werden.
Finanziell lief das Jahr 2024 besser als gedacht. Der Jahresfehlbetrag von mehr als 350.000 Euro klingt zwar nicht danach, allerdings hatte man mit einem Minus von über 2 Millionen Euro gerechnet.
"Wir haben mit einem wesentlich höheren Defizit geplant als wir es jetzt tatsächlich hatten. Das liegt zum einen daran, das bestimmte Kostenfaktoren nicht zum Tragen gekommen sind. Beispielsweise der Tarifvertrag im TVL, aber auch die sparsame Haushaltsführung bei uns. Zum anderen, dass bestimmte Veranstaltungen nicht so stattgefunden haben, wie wir sie ursprünglich geplant haben" erläuterte Nowottny.
Es sind kleine Erfolgsmeldungen wie diese, die die HWK mit in die Zukunft nimmt. Denn die Themen, die die Kammer aktuell beschäftigen sind langfristig und auch in Zukunft rechnet die HWK mit komplizierten Jahren.
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