Das Thema Sexsualisierte Gewalt aus der Tabuzone hervorholen – das ist nur eine der Aufgaben, die die „Kindergartenboxen" der Bundeszentrale für politische Bildung in Zukunft im Landkreis Reutlingen erfüllen sollen. Ein Thema, dass auch dem Landrat selbst am Herzen liegt.
"Sexualisierte Gewalt an Kindern ist leider häufiger, als wir uns das vorstellen können. Und tatsächlich kommen die wenigsten Fälle an die Oberfläche. Deswegen ist es wichtig zu sensibilisieren, Kompetenzen aufzubauen bei all jenen Akteuren, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt sind" sagte Fiedler.
An dem Projekt sind mehrere Institutionen beteiligt, zum Beispiel auch der Verein Wirbelwind e.V., dessen Mitglied Dorothee Himpele noch vor der Übergabe erläuterte, was in den Boxen alles drin ist:
"Da sind Puppen drin, da sind Spiele drin, da sind CDs drin mit Liedern und mit Texten. Es gibt Material zum Ausmalen und Bemalen, es gibt ein ganzes Brettspiel darin, Karten, ein Gefühlewirfel, ganz viel Kreatives."
Mithilfe dieser Gegenstände sollen Kindern auf eine sehr einfache Art und Weise gezeigt bekommen, was mit sexueller Gewalt überhaupt gemeint ist. Betroffene sollen auf diese Weise zum Beispiel lernen, rechtzeitig „Nein" zu sagen und ein schlechtes Gefühle richtig einzuordnen.
"Es macht auch Sinn Prävention vorzustellen, denn die Kinder kommen mit den Themen nach Hause und erzählen dann am Esstisch: Heute haben wir was über Körper gelernt, und dann sitzen die Eltern am Esstisch und sagen: Oh nein, was haben sie gelernt? Und wenn man die Eltern von Anfang an mit einbezieht und vielleicht einen Elternabend dazu macht, dann kann man eben die Eltern mit in ein Boot nehmen" sagte Himpele.
Die Boxen sind also aber ein Teil eines Prozesses, der im Landkreis bereits läuft. Noch nicht alle wurden heute übergeben, die weiteren Kommunen folgen.
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