Bündnis "Mössingen für Demokratie, Solidarität und Respekt" | Bildquelle: RTF.1

Mössingen:

Kundgebung "Für Demokratie, Solidarität und Respekt"

Stand: 30.01.22 14:23 Uhr

Zahlreiche Menschen versammelten sich am Samstagmittag vor dem Gesundheitszentrum in Mössingen. Sie nahmen an der Kundgebung „Mössingen für Demokratie, Solidarität und Respekt“ teil.


Raphaela Pusch vom SPD-Ortsverein war eine der Initiatoren. Grund waren die Montagsspaziergänge, die auch zuletzt in Mössingen stattgefunden hätten, erklärt sie. "Da haben wir gedacht: ein Zeichen dagegen wäre schön." Wobei es gar nicht um das "Dagegen" gehe, sondern für eine andere Art der Demonstration.

Eine andere Art der Demonstration - Was damit gemeint ist, erklärt Mitinitiator Jonas Letsch, ebenfalls vom SPD-Ortsverein. In seiner Rede betont er, dass jeder seine Meinung öffentlich kundtun kann, ob er nun für oder gegen die Impfpflicht sei, ob er die Maßnahmen zu weitgehend oder zu kurz gegriffen finde. Die Art und Weise aber, wie Montagsspaziergänge stattfinden, passe ihm nicht: "Die Montagsspaziergänge, die sagen erstmal: wir sind ein Spaziergang, wir wollen keine politische Meinung kundtun, weil wir wollen ja nur an die frische Luft. Aber auf der anderen Seite nehmen sie es doch in Anspruch, dass sie eine Meinung kundtun wollen, das ist aber nicht angemeldet, man kann es nur über irgendwelche Online-Medien herausfinden. Das stört uns schon in einer Demokratie. Man hat das Recht, die Meinung zu äußern, man hat das Recht Versammlungen anzumelden, und das soll man bitte auch nutzen."

Die beiden Initiatoren zeigten sich am Ende zufrieden mit der Veranstaltung, bei der mehrere Rednerinnen und Redner zu Wort kamen und ihre Meinung kundtun konnten. Manche äußerten ihr Unverständnis über die Spaziergänger, wiederum andere betonten die Sicherheit der Impfstoffe.

Am Rande der Veranstaltung kam RTF.1 ins Gespräch mit einem Bürger, der seine Meinung offen mit uns teilte. Ihn störe es, dass die Impfbefürworter als Demokraten dargestellt werden würden, und die, die sich nicht impfen lassen wollten, als unsolidarisch, rechts oder Demokratiefeinde. Spaziergänger seien normale Menschen, aus jeder Gesellschaftsschicht. Er sei z.B. türkischer Herkunft und wolle sich nicht impfen, weil er mehr Angst vor dem Impfstoff als vor der Krankheit habe. "Ich bin ein junger Mann, ich bin gesund, hab keinerlei Vorerkrankungen, und dass man mich zwingt, mich zu impfen, das versteh ich nicht."

Er möchte, dass Meinungen gegenseitig respektiert werden. Initiatorin Raphaela Pusch hofft, dass die Kundgebung deutlich machte, dass sie nicht gegen die Menschen seien, sondern für einen anderen Umgang miteinander.

WERBUNG:



Seitenanzeige: