Person mit Handschellen | Bildquelle: Pixabay.com

Nach Explosionen:

Verdächtiger für Sprengstoffpakete an Lidl, Capri-Sun und Hipp gefasst

Stand: 21.02.21 16:23 Uhr

Nach den Explosionen bei den baden-württembergischen Lebensmittelkonzernen Lidl und Capri-Sun ist ein Verdächtiger gefasst worden. Er soll auch ein Sprengstoffpaket an Hipp geschickt haben.

Nach den Explosionen von Postsendungen bei der Firma Wild (Capri-Sun) in Eppelheim am 16. Februar und bei der Firma Lidl in Neckarsulm am 17. Februar hatten eine Sonderkommission unter Leitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Heidelberg die Ermittlungen übernommen.

Noch in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar konnte ein weiteres Sprengstoffpaket in einem Paketzentrum am Flughafen München lokalisiert und durch das Bayerische Landeskriminalamt unschädlich gemacht werden. Es soll an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert gewesen sein.

Insbesondere die Ermittlungen zum Versandweg und zur Art der Sprengstoffpakete führten die Sonderkommission im Verlauf des 19. Februar auf die Spur eines Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm. Noch am selben Abend ordnete die Staatsanwaltschaft Heidelberg die vorläufige Festnahme des 66-jährigen Mannes an und holte eine Durchsuchungsanordnung des Amtsgerichts Heidelberg für seine Wohnräume ein.

Verdächtiger macht keine Angaben zum Motiv

Der Mann konnte durch Spezialkräfte der Polizei an seinem Wohnsitz widerstandslos festgenommen werden. Er steht im Verdacht, der Absender der Postsendungen zu sein. Bei den Explosionen waren insgesamt vier Personen verletzt worden. Der Rentner, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist, macht derzeit keine Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Die Untersuchung der bei der Durchsuchung aufgefundenen Beweismittel dauert an. Das Amtsgericht Heidelberg hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen und in Vollzug gesetzt. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.

Die Ermittler erachten es derzeit als wenig wahrscheinlich, dass der Beschuldigte noch weitere sprengstoffverdächtige Postsendungen versandt hat.




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