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Homeoffice-Langzeitstudie:

Mehr Infektionen bei Rückkehr in Präsenzarbeit

Stand: 17.02.21 16:49 Uhr

Eine Langzeitstudie der Universität Konstanz hat sich mit der Frage beschäftigt, welche Gefahren drohen, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu früh zur Präsenzarbeit zurückkehren. Das Ergebnis: Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten, berichteten mehr Corona-Infektionen als diejenigen, die von Zuhause aus arbeiten.

Bei vielen Unternehmen sind das Homeoffice und andere mobile Formen des Arbeitens nach beinahe einem Jahr pandemiebedingter Einschränkungen nicht mehr das Mittel der Wahl. Trotz eines in mehreren Stufen verschärften zweiten Lockdowns arbeiten auch jetzt viele Beschäftigte in Vollzeit im Präsenzbetrieb – manche, weil ihr Beruf es nicht anders zulässt, andere dagegen auf Wunsch des Arbeitgebers, der Vorgesetzten oder auch aus eigenem Antrieb. Wie geht es diesen Beschäftigten im Vergleich zu denjenigen, die mobil oder von den eigenen vier Wänden aus arbeiten?

Zur Beantwortung dieser Frage setzte Organisationsforscher Prof. Dr. Florian Kunze (Exzellenzcluster „The Politics of Inequality", Universität Konstanz) mit seinen Mitarbeiter*innen Kilian Hampel und Sophia Zimmermann bereits im Frühjahr 2020 eine empirische Längsschnittstudie auf. Sie untersuchten Vorzüge und Nachteile von Homeoffice und Präsenzarbeit und befragten dazu stets dieselben Personen, um die Entwicklung ihrer Situation über die Zeit verfolgen zu können. Die jüngste Befragung Ende Januar 2021 liefert nun Befunde, die auf beträchtliche Gefahren bei der Rückkehr in volle Präsenztätigkeiten hindeuten:

Beschäftigte, die durch Präsenzarbeit regelmäßig engen Kontakt mit Kolleg*innen haben, berichten weitaus mehr Infektionen mit dem Coronavirus:

Seit Oktober 2020 haben sich viermal so viele Befragte, deren Arbeitgeber eine geöffnete Kantine bietet, im Vergleich mit Befragten ohne offene Kantine infiziert. Bei Meetings in physischer Präsenz ist die Infektionszahl unter den Befragten seit Oktober 2020 sogar um den Faktor acht erhöht.

Beschäftigte, die im Sommer oder Herbst aus dem Homeoffice in volle Präsenzarbeit zurückgekehrt waren, beklagten bereits leicht höhere emotionale Erschöpfung und sinkende Produktivität. Der Trend verstärkte sich über den Winter noch. Die Rückkehr in Präsenzarbeit erfolgt häufig auf Wunsch der Arbeitgeber oder Vorgesetzten; immerhin 36% der Befragten, die in Präsenz arbeiten, wünschten sich dies aber auch selbst.

Die wichtigsten Ergebnisse haben die Forschenden in einem Fact Sheet zusammengefasst, das hier heruntergeladen werden kann.

Quelle: PM Universität Konstanz

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