Tübinger Hundeschule | Bildquelle: RTF.1

Tübingen:

Hundeboom - Landtagskandidatin Kliche-Behnke besucht Hundeschule

Stand: 15.02.21 14:07 Uhr

Die SPD-Landtagskandidatin Dorothea Kliche-Behnke aus Tübingen liebt den Wahlkampf, vermisst allerdings die Präsenztermine und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Der Besuch in der Tübinger Hundeschule kam ihr da sehr gelegen, denn draußen im Freien kann sie hin und wieder auch trotz Corona Termine wahrnehmen. Zudem war der Termin besonders süß, da gerade das Welpentraining in vollem Gange war.


Keine Frage – der Anblick von spielenden Welpen ist zuckersüß und herzerweichend. Mit Sicherheit auch für die SPD-Landtagskandidatin Dorothea Kliche-Behnke ein abwechslungsreicher und angenehmer Termin. Doch was hat ein Besuch in einer Hundeschule denn nun mit Wahlkampf zu tun?

„Also ich finde es sehr wichtig, mir vor Ort anzuschauen wie die Auswirkungen von Corona in verschiedenen Bereichen sind und jetzt auch konkret für das Thema Hundebesitzer und auch hier in den Hundeschulen hat auch das Thema Corona Auswirkungen. Im ersten Lockdown waren die Hundeschulen geschlossen, es ist gut, dass es jetzt aktuell nicht so ist. Denn die Zahl der Familien steigt sehr stark, letztes Jahr hatten wir 20% mehr Hundekäufe und es ist natürlich auch wichtig, dass insbesondere die Welpen dann auch eine gute Schulung erfahren", erklärt Kliche-Behnke.

Die Zunahme an Hundeanschaffungen seit der Corona-Krise spürt auch die Tübinger Hundeschule deutlich. Sie haben nun noch mehr zu tun als vor der Krise.

„Zum einen haben die Familien natürlich jetzt die Zeit, sich den großen Wunsch zu erfüllen. Das erzählen uns viele, dass sie schon jahrelang den Wunsch haben, aber nie die Gelegenheit dazu hatten. Jetzt ist im Prinzip Pause und sie sind daheim, im Homeoffice. Ich überlege aber schon, was passiert, wenn das Homeoffice vorbei ist und die Menschen wieder arbeiten gehen müssen, was passiert dann mit den Hunden?", erklärt die Inhaberin der Tübinger Hundeschule Nicole Kammerer besorgt.

Auch viele ältere Menschen würden sich jetzt einen Hund anschaffen, hauptsächlich um nicht mehr so viel alleine zu sein, erklärt Kammerer weiter.

Eine Teilnehmerin des Welpentrainings, erzählt uns, wieso sie sich jetzt während der Corona-Krise für eine Hundekauf entschieden hat.

„Ich habe schon von klein auf einen Familienhund [...] und ich wollte einfach auch einen eigenen Hund haben und das bietet sich jetzt eben gerade auch an. Dann kann man dem Hund auch beibringen, wie er alleine ist und man hat auch viel mehr Zeit. Also es war jetzt keine Hauruck-Aktion, sondern schon bedacht", erklärt die frischen „Welpen-Mama" Selina Lausterer.

Momentan gebe es kaum noch Hunde zu kaufen, selbst im Tübinger Tierheim gebe es nur noch zwei oder drei Hunde. Viele Menschen würden jetzt auf Hunde aus dem Ausland oder aus dem Internet zurückgreifen.

„Persönlich habe ich Verständnis, dass man sich jetzt gerade mehr danach sehnt und man hat auch mehr Zeit zuhause, deshalb geht es sicherlich nicht darum, jemanden zu verurteilen, der sich ein Tier oder ein Hund speziell anschafft, aber man sollte sich der Verantwortung bewusst sein. Und die große Sorge ist natürlich, was ist nach Corona? Wenn Menschen wieder mehr Reisen können, die Mobilität zunimmt, da haben wir natürlich ein bisschen die Befürchtung, dass das dann massive Auswirkungen, beispielsweise auf die Tierheime, hat", erklärt Kliche-Behnke.

Zur Zeit könne der Unterricht hier in der Hundeschule nur auf dem Platz oder digital stattfinden. Mit den Hunden in den Wald, in die Stadt oder an andere Begegnungsorte zu gehen, sei im aktuellen Lockdown nicht möglich, weshalb auch die freiwilligen Prüfungen zum sogenannten „Hunde-Führerschein" aktuell nicht gemacht werden können.

Die Tübinger Landtagskandidatin ist der Meinung, dass es sowohl für andere Menschen als auch für das Tier selbst, wichtig sei, dass der Halter oder die Halterin eine gewisse Sachkunde im Umgang mit Hunden besitzt.

„In Baden-Württemberg ist es anders als in manch anderen Bundesländern, da es hier keinerlei Sachkundenachweise braucht, um einen Hund zu halten. Und ich finde das zumindest bedenkenswert, ob wir nicht in Baden-Württemberg auch dahin kommen sollten, gewisse Rahmenbedingungen, Nachweise für Hundebesitzer einzuführen", so Kliche-Behnke.

Sogenannte „Corona-Opfer" seien auch hier in Tübingen entstanden. Die Welpen, die in der Zeit des ersten Lockdowns die Welpenschule verpasst haben, hätten nun oft starke Sozialisierungsprobleme, erzählt die Inhaberin der Tübinger Hundeschule.

Eine positive Veränderung hätte der Lockdown aber auch gebracht. So hätte der digitale Hausbesuch bei beispielsweise Problemhunden einen durchaus positiven Effekt, so dass man diese digitale Form des Trainings auch nach Corona beibehalten wolle, erklärt Kammerer.

Für die SPD-Politikerin Kliche-Behnke war dieser Nachmittag jedenfalls eine gelungene Abwechslung im Wahlkampf und brachte viele neue Erkenntnisse über die Arbeit in einer Hundeschule.




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