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Münsingen:

Hebammen-Praxis im lokalen Gesundheitszentrum

Nach der Schließung der Geburtsstation im Albklinikum in Münsingen, war für den Reutlinger Landrat Thomas Reuman und für Bürgermeister Mike Münzing klar - zumindest eine Versorgung der Schwangeren müsse erhalten bleiben. Mit einer Hebammen-Praxis in den Räumen der ehemaligen Geburtsstation im Albklinikum Münsingen wurde genau dieses Vorhaben jetzt umgesetzt.

Gesundheitszentren wie beispielsweise das PORT Gesundheitszentrum in Hohenstein sind zukunftsfähige Meilensteine in der Gesundheitsversorgung, insbesondere im ländlichen Raum - das betonte der Reutlinger Landrat Thomas Reumann immer wieder.

Ein weiteres lokales Gesundheitszentrum bildet jetzt die Hebammen-Praxis im Albklinikum Münsingen. Nachdem kein Arzt gefunden werden konnte, um die Geburtsstation in Münsingen weiter betreiben zu können, werden so weiterhin Angebote für Schwangere im gesamten Umkreis bereit gestellt.

Zwar können die Kinder hier nicht mehr zur Welt gebracht werden, dafür warten die Hebammen mit vielen anderen Angeboten auf, wie Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungskurse, Wassergymnastik für Schwangere, Babymassage sowie allgemeine Vor- und Nachsorge für Schwangere, erklärt Hebamme Stefanie Sailer.

Landrat Reumann ist froh, das Angebot in diesem lokalen Gesundheitszentrum machen zu können. Noch liege der Schwerpunkt auf der geburtshilflichen Versorgung, Begleitung und Unterstützung, doch das Angebot soll künftig noch erweitert werden.

„Beispielsweise brauchen wir weitere therapeutische Angebote. Wir brauchen einen Gynäkologen - unser Ziel bleibt es ja, dass wir einen Arzt finden, der das Team hier unterstützt. Und der Ausgangspunkt ist eigentlich immer die Gesundheitslotsin, die ein Netzwerk mit den Angeboten hier in der Stadt Münsingen, aber auch in der Raumschaft Münsingen, schafft", erklärt Reumann.

Die Aufgabe der Gesundheitslotsin übernimmt hier im lokalen Gesundheitszentrum Münsingen Hebamme Stefanie Sailer. Sie erklärt auch, warum die Hebammen-Praxis auch für die Hebammen von Vorteil ist.

„Viele Hebammen arbeiten eher als Einzelkämpfer, also jede betreut ihre Frauen. Was aber auch bedeutet, dadurch das Geburten eben nicht planbar sind, dass man so ziemlich immer abrufbereit sein muss. Der große Vorteil, wenn man wieder im Team arbeiten kann, ist eine geregelte Wochenendabsprache, so dass auch für uns die Work-Life-Balance ein bisschen mehr ins Lot gerät", erklärt Sailer.

Finanziert wird das Ganze vom Land und der Stadt Münsingen. Mit 150.000 Euro unterstützt das Land Baden-Württemberg das Projekt für zwei Jahre, 50.000 Euro kommen von der Stadt selbst. Doch wie geht es nach Ende der Projektlaufzeit dann weiter?

„Ich gehe davon aus, dass wir diese segensreiche Einrichtung auch über die Förderung des Landes hinaus erhalten wollen und hoffe darauf, dass bis dahin auch geregelt wäre, dass die notwendigen Mittel auch von den Kassen getragen werden. Anderenfalls gebe es vermutlich keine andere Möglichkeit, dass der Ausfallbürge Kommune dann wieder einschreitet und eintritt, um diese Lücke zu schließen", erklärt der Münsinger Bürgermeister.

Die Hebammen-Praxis befindet sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Geburtsstation im Albklinikum Münsingen und ist unter www.hebammenpraxis-muensingen.de und 07381-9381737 erreichbar.

(Zuletzt geändert: Montag, 14.09.20 - 17:46 Uhr   -   1601 mal angesehen)
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