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Reiserückkehrer:

Sollen Urlauber Corona-Tests selber zahlen? Debatte um Kosten

Der Weltärztebund und einige Bundesländer fordern, dass Urlauber aus Risikogebieten ihre Corona-Tests selber bezahlen. Sie bestärken damit die Haltung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß aus dem Zollernalbkreis.

Der Vorstandschef des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery sagte am Montag im Inforadio vom rbb, wer sich das Ticket für eine Fernreise leiste, der müsse hinterher auch einen Test bezahlen können.

"Der kostet ja nicht die Welt. Den muss man einfach einkalkulieren in die Reisekosten heute. Ich kann nicht einsehen, warum wir in der Allgemeinheit alle die Kosten tragen müssen für Menschen, die genau wissen, welches Risiko sie eingehen, um dann hinterher an der Allgemeinheit diese Kosten abzuladen."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass die Corona-Tests weiterhin kostenfrei sind.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU) aus dem Zollernalbkreis, hatte die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer kritisiert. "Verantwortungsvolles Reisen beginnt bereits mit der Urlaubsplanung, die in diesen Zeiten eben auch einen Corona-Test umfasst. Die möglichen Kosten für einen Test gehören damit grundsätzlich zu den Reisekosten und müssen nicht zwingend von der Solidargemeinschaft getragen werden", sagte der CDU-Abgeordnete der Rheinischen Post.

Berlin und NRW wollen Urlauber an Testkosten beteiligen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) fordert dagegen, dass Urlauber zumindest an den Test-Kosten beteiligt werden. Dieser Vorschlag kommt auch aus dem NRW-Gesundheitsministerium. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) habe wiederholt deutlich gemacht, "dass derjenige, der in ein Risikogebiet reist, auch wissen muss, was er da tut, und sich über die Konsequenzen bewusst sein muss. Die Kosten für die Tests dürfen auf Dauer nicht allein der Solidargemeinschaft aufgebürdet werden", teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage des Kölner Stadt-Anzeigers mit. Die Finanzierungsfrage müsse von der Bundesregierung in Angriff genommen werden. Man brauche eine bundeseinheitliche Regelung.

Laumanns Sprecher erklärte, die Gesundheitsministerkonferenz habe eine Umlage auf die Flugtickets einstimmig beschlossen, die sich technisch bisher aber habe nicht durchsetzen lassen.

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Klaus Müller, fordert hingegen die Beibehaltung der kostenlosen Corona-Tests: "Jens Spahn hat Recht: Wenn wir wollen, dass möglichst alle Reiserückkehrer sich testen lassen, muss der Corona-Test kostenlos bleiben", sagte Müller der Rheinischen Post". "Sonst werden zu viele Menschen ihn vermeiden. Denkbar wäre es, die Kosten in die Flughafengebühren oder Bahnfahrkarten zu integrieren, aber dann wird es eine Gerechtigkeitsdiskussion bei Autofahrern geben."

(Zuletzt geändert: Montag, 17.08.20 - 11:35 Uhr   -   983 mal angesehen)
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