Beatmung | Bildquelle: Bild von Simon Orlob auf Pixabay

Behandlungskosten:

Lungenärzte ärgern sich über Krankenkassen

Stand: 08.07.20 17:42 Uhr

Das Coronavirus hat Lungenärzten in Deutschland bisher unbekannte Herausforderungen beschert. Ihr Vorstoß, wie der erhöhte Beratungs- und Versorgungsaufwand bezahlt werden soll, ging bei den Krankenkassen aber nicht durch.

Die ersten Wochen der Corona-Pandemie seien gekennzeichnet gewesen von Verunsicherung, Angst, fehlender Schutzkleidung, Mängeln des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Umorganisation der Patientenpfade, Sorge um die eigenen Mitarbeiterinnen sowie ein exponentiell anwachsender Fortbildungsaufwand. So berichtet es der Bundesverband der Pneumologen.

Die Lungenärztinnen und Lungenärzte hätten sich teilweise zu Wucherpreisen Schutzkleidung angeschafft, auf deren Kosten sie jetzt sitzen blieben, und hätten nach allen Kräften ihre Patienten versorgt. "Das Engagement der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird international als ein Grund dafür angesehen, dass Deutschland bisher besser durch die Corona-Krise kam, als viele andere Länder.", ist sich der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP), Dr. Frank Heimann, sicher.

"Nachdem inzwischen zwar die Zahl der frisch infizierten Patienten zurückgeht, nimmt jetzt dafür die Zahl der symptomatischen 'post'-COVID-Patienten zu, die Maskenpflicht beschert gesteigerten Beratungsaufwand", stellt Dr. Frank Powitz, Vorstandsmitglied des BdP aus München, fest. Außerdem hätten Atemstörungen Konjunktur, die sich nicht direkt auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen.

Deshalb habe der BdP die KBV gebeten, den erhöhten Beratungs- und Versorgungsaufwand in einer eigenen Gebührenordnungsziffer (GOP) befristet in den EBM aufzunehmen. Der GKV Spitzenverband habe sich aber diesem Ansinnen "mit schwachen und fadenscheinigen Argumenten verweigert", so der Lungenärzte-Verband. "Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle Ärztinnen und Ärzte, die sich unter Hintanstellung ihrer wirtschaftlichen Interessen und unter gesundheitlichem Risiko ihre Patienten versorgen", konstatiert Dr. Christian Franke, Vorstand des BdP. "Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Krankenkassen kein gesteigertes Interesse an einer besseren Versorgung der Versicherten zu haben scheinen", so Dr. Franke weiter.

Die Lungenärzte vermissen ihrem Verband zufolge Anerkennung für ihre Arbeit und die Unterstützung der intensiven pneumologischen Versorgung während der dramatischen ersten Wochen der Pandemie. Das führe zu Enttäuschung und Frustration bei all denen, die wesentlich zum bisher international bestaunten positiven Verlauf der Corona-Krise in Deutschland beigetragen hätten. Die Lungenärzte hierzulande seien weiterhin hoch motiviert ihren Beitrag zu leisten und für den weiteren Verlauf der Pandemie unverzichtbar.

WERBUNG:

Der Liveticker kann derzeit nicht anzeigt werden!

Der Liveticker kann derzeit nicht anzeigt werden!




Seitenanzeige: