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UNHCR:

Flüchtlingszahlen weltweit auf Rekordhoch

Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) stellt in seinem Bericht für 2019 ein neues Rekordhoch fest. Schutzsuchende auf den griechischen Inseln müssen endlich evakuiert werden, fordert Amnesty International, ebenso wie Abschiebungsstopps für Syrien und Afghanistan.
LEA Rottenburg-Ergenzingen

Die Zahl der geflüchteten Menschen weltweit hat einen neuen Rekord erreicht. Das ergibt der Weltflüchtlingsbericht des UNHCR „Global Trends" für das Jahr 2019.

„Die fast 80 Millionen Menschen, die aktuell ihre Heimat verloren haben und fliehen mussten, rufen zum entschlossenen Handeln auf", bewertet Franziska Vilmar die Zahlen, Expertin für Asylpolitik bei Amnesty International Deutschland.

Während innerhalb der letzten zehn Jahre fast doppelt so viele Menschen gezwungen waren zu fliehen, sind in Europa immer weniger Mitgliedstaaten bereit, Schutzsuchende aufzunehmen. Besonders katastrophal sei die Situation seit Jahren für geflüchtete Menschen auf den griechischen Inseln, so Vilmar: "Von den 1.600 besonders schutzbedürftigen Menschen, deren rasche Umverteilung Anfang des Jahres geplant war, sind bisher gerade einmal 150 Menschen in einigen europäischen Ländern aufgenommen worden. Das ist eine Bankrotterklärung für den gemeinsamen Flüchtlingsschutz in Europa", meint die Amnesty-Expertin.

Von den beinahe 80 Millionen Menschen auf der Flucht mussten fast 30 Millionen ihr Land verlassen, um Bürgerkrieg oder staatlicher Verfolgung zu entkommen. Die meisten Schutzsuchenden kommen aus Syrien, Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar.

Auch in Deutschland zählen Syrien und Afghanistan zu den Hauptherkunftsländern von Schutzsuchenden. „Amnesty International wird nicht müde, einen Abschiebungsstopp für beide Länder zu fordern", sagt Franziska Vilmar mit Blick auf die am Donnerstag zu Ende gehende Tagung der Innenminister der Länder. Amnesty hatte bereits im Vorfeld der Konferenz eindringlich auf die Notwendigkeit von Programmen zur Aufnahme besonders Schutzbedürftiger aus Griechenland hingewiesen und eine zügige Umsetzung gefordert.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 18.06.20 - 07:55 Uhr   -   594 mal angesehen)
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