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Pfullingen:

Wenig Vermittlungen & leere Kassen - bmt-Tierschutzzentrum auf Spenden angewiesen

Tiere können in diesen Zeiten wahre Seelentröster sein - wer isoliert Zuhause sein muss, freut sich über die Gesellschaft der Vierbeiner. Da auf einmal viel mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht wird, kommen Menschen aber auch auf sonderbare Ideen - sich beispielsweise für die Krisenzeit ein Tier aus dem Tierheim auszuleihen. Wie das der Geschäftsstellenleiter des bmt-Tierschutzzentrums in Pfullingen beurteilt und wie die aktuelle Lage vor Ort aussieht, erfahren Sie jetzt.

Die Abkürzung „bmt" steht für „Bund gegen Missbrauch der Tiere". Im Tierschutzzentrum am Fuße der Schwäbischen Alb ist die momentane Situation – wie wohl in allen Tierheimen – prekär. Keine Besucher bedeutet nicht nur weniger Tiervermittlungen, sondern auch leere Kassen.

„Wir haben aktuell für unsere Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, das ist die einzige Möglichkeit, wie jetzt auch der Tierschutz unterstützt wird. Ansonsten bekommen wir von der öffentlichen Hand keinerlei Zuwendungen, keinerlei Hilfe, weil wir ja ein gemeinnütziger Verein sind. Es brechen natürlich erhebliche Spenden weg, weil keine Leute mehr zu uns kommen können. Wir haben nur noch geringe Tiervermittlungen, von daher leiden wir natürlich extrem darunter", erklärt uns Geschäftsstellenleiter Dr. Uwe Wagner.

Um alle Tiere auch weiterhin gut versorgen zu können und den Standard aufrecht zu erhalten, sind die Verantwortlichen von der Spendenbereitschaft jedes einzelnen abhängig. Aber nicht nur Geldspenden werden gebraucht: auch eine Futterspende oder Patenschaft hilft. Zum Beispiel werden noch Paten für die niedlichen Waschbären gesucht. Auch die Tiertafel wird weiterhin nachgefragt. Hier werden Menschen mit niedrigem Einkommen monatlich finanziell unterstützt, um die anfallenden Futterkosten bezahlen zu können. Auf der Homepage des bmt-Tierschutzzentrums ist deshalb unter anderem auch eine Wunschliste für Sachspenden aufgeführt.

„Allein sein ist grausam!" - mahnt ein Plakat, auf dem Papageien und andere Vögel gezeigt werden. Nicht nur für Vögel im Käfig, auch für Menschen Zuhause. Trotzdem: von dem fragwürdigen Trend, sich ein Tier aus dem Tierheim für die Zeit der Coronakrise auszuleihen, hält der Geschäftsstellenleiter und Tierarzt Dr. Wagner nichts. Tier würden eine dauerhafte Bleibe suchen und nicht ein Zuhause auf Zeit.

Immer wieder wurde in den Medien diskutiert, ob sich Tiere mit dem neuartigen Coronavirus ebenfalls anstecken können oder nicht. Tierarzt Dr. Wagner erläutert die Situation.

„Wir haben schon sehr, sehr viele Jahre mit Corona-Viren bei Tieren zu tun. Allerdings sind die wieder etwas anders. Wir kennen Corona-Virus-Erkrankungen bei Katzen schon einige Jahre, und da gibt es sogar einen Impfstoff dagegen. Das heißt, Tiere bekommen Corona, aber nicht diesen aktuellen, der jetzt bei uns Menschen grassiert", so Wagner.

Das bmt-Tierschutzzentrum in Pfullingen hofft darauf, dass sich die Situation bald wieder entspannt. Noch haben sie Angst vor Publikumsverkehr, denn wenn sich die Pfleger anstecken, können auch die Tiere nicht mehr versorgt werden.

Gearbeitet wird deshalb auch in zwei Teams. Wer Interesse an einem Tier hat, bekommt die Möglichkeit, einen Kennenlerntermin zu vereinbaren. Auf der Homepage finden Sie außerdem verschiedene Möglichkeiten, wie Sie das Tierschutzzentrum in dieser schwierigen Zeit unterstützen können.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 14.05.20 - 12:05 Uhr   -   897 mal angesehen)
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