Homeoffice | Bildquelle: Pixabay.com

Wegen Corona:

So planen Unis und Hochschulen das "Online-Sommersemester"

Stand: 31.03.20 19:38 Uhr

Studierende im Land sollen das Sommersemester nicht wegen Corona verlieren. Unis und Hochschulen setzen auf digitale Lehre. Wir zeigen beispielhaft, wie die Hochschulen Albstadt-Sigmaringen und Reutlingen die Lage angehen.

Nach einem Beschluss des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums startet der Vorlesungsbetrieb in diesem Sommersemester erst am 20. April, eine Woche später als vorgesehen. Doch möglicherweise müssen die Hörsäle weiter verschlossen bleiben, weil die Coronakrise noch nicht überwunden ist. Die Unis und Hochschulen bereiten sich auf dieses Szenario vor. Dass das Sommersemester ausfällt, kommt laut Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer nicht infrage.

Virtuelles Klassenzimmer, Vorlesungsaufzeichnungen, Online-Testate, Lernvideos - Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen setze "alles daran, die Durchführung des Sommersemesters für unsere Studierenden sicherzustellen", betont zum Beispiel deren Rektorin Dr. Ingeborg Mühldorfer. Die Hochschule will ab dem 20. April so viele Lehrveranstaltungen wie möglich in digitalen Formaten anbieten. "Und auch wenn die Hochschule in knapp drei Wochen wieder öffnen könnte, „wird die Gefahr durch das Virus noch lange nicht gebannt sein", sagt Ingeborg Mühldorfer. „Mit der Verlagerung eines Großteils der Lehre ins Digitale wollen wir daher nicht nur auf eine längere Schließung der Hochschule vorbereitet sein, sondern auch das Ansteckungsrisiko minimieren."

Die Hochschulen in Baden-Württemberg und das Wissenschaftsministerium würden sich derzeit "auf Hochtouren" abstimmen und vorbereiten, so Mühldorfer. Am 9. April sollen die Studierenden eine Stundenplanung mit dem digitalen Angebot für ihren jeweiligen Studiengang erhalten. Ein Team um den Prorektor Lehre, Prof. Clemens Möller, organisiert die derzeitige Umstellung federführend und berät Professorinnen und Professoren bei der Umsetzung digitaler Lehrformate.

"Schwierige Zeit, die mutiges Handeln verlangt"

„Glücklicherweise kommt uns nun zugute, dass wir an unserer Hochschule ohnehin längst digitale Maßnahmen etablieren, um die Lehre zu unterstützen", sagt Clemens Möller. Dennoch: „Eine schwierige Zeit, die mutiges Handeln verlangt". Den Anspruch, dass alles ab dem ersten Tag reibungslos läuft, hat die Hochschulleitung nicht. „Die Krisensituation ist für uns alle außergewöhnlich", sagt Rektorin Mühldorfer. „Es werden Fehler passieren, und wir werden sie aushalten müssen." Aber etwas zu unternehmen sei allemal besser als es zu unterlassen: „Es ist eine schwierige Zeit, die mutiges Handeln verlangt." Tatsächlich könne diese Ausnahmesituation für die Hochschule auch eine große Chance sein, die bereits beschrittenen Wege im Bereich der Digitalisierung fortzusetzen.

An der ESB Business School der Hochschule Reutlingen halten Professoren ihre Lehrveranstaltungen seit Kurzem virtuell. Deren Studiengänge orientieren sich an den internationalen Semesterzeiten und haben daher längst mit dem Vorlesungsbetrieb begonnen. Professoren und Lehrbeauftragte der ESB bieten Livestreams und Aufzeichnungen an, diskutieren mit ihren Studierenden in Chatrooms, vergeben Übungsaufgaben und veröffentlichen Skripte zum Selbststudium.

Die Hochschule Reutlingen hat zudem ein freiwilliges Lernangebot im Grundlagenbereich für die Erstsemester-Bachelorstudierenden. Weiteres sollen die Studierenden noch erfahren.

Politik für mehr digitale Lehre

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) stellte heute klar, dass ein "Nicht-Semester" oder "Null-Semester" nicht zur Debatte stehe. „Trotz der ungewissen Situation in Bezug auf die Pandemie-bedingten Ein­schränkungen des Studienbetriebes ist so viel schon heute klar: Das Sommersemester darf kein verlorenes Semester für die jungen Menschen werden", betonte Bauer.

"Wir wollen, dass unsere Hochschulen so weit wie möglich auf Online-Formate umstellen und neue Wege beschreiten für den Studienbetrieb", sagte Theresia Bauer und forderte: "Es ist enorm wichtig, dass unsere Hochschulen im ganzen Land den Studien­betrieb immer stärker um virtuelle Angebote ergänzen. Es gibt auf diesem Gebiet schon viele Erfahrungen und Vorreiter-Hochschulen, die zeigen, wie es geht. Wir haben in den vergangenen Jahren rund zehn Millionen Euro investiert, um die Pioniere zu unterstützen. Darauf können die Hochschulen jetzt aufbauen."

Gabi Rolland, hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Opposition im Landtag, teilt die ablehnende Position von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zu einem Ausfall des Sommersemesters. "Deswegen müssen bei der Umstellung auf digitale Lehr- und Lernformate alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit das bevorstehende Sommersemester in vollem Umfang gezählt und angerechnet werden kann", erklärte sie.

"Insbesondere die Verantwortlichen an den Hochschulen sind gerade mit Hochdruck und großer Motivation dabei, die technische Ausstattung in der IT-Infrastruktur und praktikable Software-Tools auszubauen, die digitale Didaktik der Hochschullehre mit innovativen Lösungen und unter Wahrung hoher Qualitätsstandards weiterzuentwickeln und Lehrende dazu in Schnellkursen angemessen zu schulen", so Rolland.

Die Landesregierung ist aus Sicht der SPD-Politikerin in der Pflicht, "die Hochschulen bei ihren Anstrengungen auf allen Feldern größtmöglich zu unterstützen - sei es bei der flexiblen Handhabung rechtlicher Vorgaben, aber auch bei der Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel". Das Thema Digitalisierung in der Lehre an den Hochschulen habe bei Wissenschaftsministerin Bauer bisher nicht die Priorisierung gefunden, die ihm eigentlich zustehe. Hier brauche es einen Paradigmenwechsel und eine gezielte eigene Förderung der digitalen Lehre an den Hochschulen. Andere Bundesländer seien hier schon viel weiter "oder nutzen in der Krise die sich nun auftuende Notwendigkeit für Nägel mit Köpfen."

WERBUNG:
Dienstag, 23. Februar 2021
14:22 Lockerung oder Verschärfung? Kretschmann und Lucha zur aktuellen Corona-Situation
Bei der Regierungspressekonferenz sprachen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Gesundheitsminister Manne Lucha über die aktuelle Corona-Situation. Insbesondere die Themen Impfreihenfolge, Teststrategien und mögliche Lockerungen kamen dabei auf den Tisch. [Weiterlesen]

10:15 CureVac produziert bereits Corona-Impfstoff
Das Biotechunternehmen CureVac aus Tübingen stellt bereits große Mengen seines Corona-Impfstoffes her. [Weiterlesen]
Donnerstag, 18. Februar 2021
22:16 Berlins Regierender Bürgermeister will Impfreihenfolge ändern
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich dafür ausgesprochen die Impfreihenfolge anzupassen. Hintergrund: Bundesweit wurden Hunderttausende ausgelieferte Astrazenca-Dosen nicht verimpft - weil ihn viele nicht wollen. Müller will den Impfstoff nun anderen geben. [Weiterlesen]

12:41 Forscher der Uni Hamburg: Coronavirus war Laborunfall
Der Hamburger Nanowissenschaftler Prof. Roland Wiesendanger forscht zum Ursprung des Coronavirus. Sein Ergebnis: Es war ein Laborunfall am virologischen Institut der chinesischen Stadt Wuhan. Lesen Sie Auszüge aus der Studie. [Weiterlesen]

10:49 Oberbürgermeister appellieren an Merkel: Innenstadtbezirke sollen wieder öffnen dürfen
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich zusammen mit den Oberbürgermeistern von Schwäbisch Gmünd (Richard Arnold) und Schorndorf (Matthias Klopfer) in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Olaf Scholz und Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt. [Weiterlesen]
Freitag, 12. Februar 2021
14:09 Zulassungsverfahren für CureVac Impfstoff startet
Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac hat bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ein rollierendes Zulassungsverfahren für seinen Covid-Impfstoff-Kandidaten gestartet. [Weiterlesen]
Donnerstag, 11. Februar 2021
16:03 Wie ist die Pandemielage? Und wie sieht es bei den Impfungen aus?
Wie ist die aktuelle Coronalage im Landkreis Reutlingen? Wie laufen die Impfungen bei den Risikogruppen? Darüber hat Landrat Thomas Reumann bei einer Pressekonferenz informiert. [Weiterlesen]

15:05 Lockdown verlängert - Kretschmann zu den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz
Gestern traf sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder, um sich über neue Corona-Maßnahmen zu beraten. Im Anschluss daran gab Ministerpräsident Kretschmann ein Statement dazu ab, was bei der Beratung besprochen wurde. [Weiterlesen]

01:19 Stuttgarter dürfen über Nacht draußen bleiben: Inzidenz fällt gerade noch rechtzeitig unter 50
Die Stuttgarter dürfen offenbar auch nach 21 Uhr draußen bleiben: Gerade noch rechtzeitig zum Beginn der neuen Ausgangssperren-Regelung unterschreitet Stuttgart die rote 50er-Inzidenz-Linie. Zuvor hatte die Inzidenz noch 50,3 betragen. [Weiterlesen]
Samstag, 30. Januar 2021
09:35 Viele Azubis können Corona-Lernlücken schwer schließen
Das Corona-Virus wirkt sich auf vielen Ebenen auf das Berufsleben aus. Auch Auszubildende sind betroffen - vor allem, weil Präsenzveranstaltungen weitgehend ausfallen. [Weiterlesen]
Freitag, 29. Januar 2021
22:14 Deutschland erlässt kurzfristig Einreisestopp
Zum Schutz vor hochansteckenden Mutationen des Coronavirus erlässt Deutschland einen Einreistopp: Aus Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien darf man ab Samstag nur in Ausnahmefällen einreisen. [Weiterlesen]

16:26 Stoch: "Eltern und Schulen brauchen Perspektiven"
Den 22. Februar sollte sich das Land dann wirklich als Ziel setzen, die Schulen und Kitas schrittweise zu öffnen. Das findet der SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch. Allerdings sollte das nicht ohne Konzepte geschehen. [Weiterlesen]

14:44 Zunächst keine Öffnung - Kitas und Grundschulen bleiben weiterhin geschlossen
Grundschulen und Kitas bleiben weiterhin geschlossen und öffnen nicht wie geplant bereits Anfang Februar. Dies gab Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einem Statement am gestrigen Donnerstagabend bekannt. Den Grund für diese Entscheidung und wie es weitergehen soll, erfahren Sie jetzt. [Weiterlesen]
Donnerstag, 28. Januar 2021
09:16 Eisenmann für frühere Impfung von Lehr- und Erziehungskräften
Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat sich Medienberichten zufolge dafür ausgesprochen, dass Lehr- und Erziehungskräfte früher geimpft werden. [Weiterlesen]
Sonntag, 24. Januar 2021
16:03 Maskenpflicht, Home-Office und Hundesalons - Neue Corona-Regelungen treten am Montag in Kraft
Ab dem morgigen Montag treten die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Regeln in Kraft. So wird die Maskenpflicht erweitert und verschärft. Beim Einkaufen, im ÖPNV, in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Arztpraxen müssen dann medizinische Masken getragen werden. [Weiterlesen]
Montag, 18. Januar 2021
17:47 Corona-Pandemie schlägt Pflegeheimbewohnern aufs Gemüt
In der Corona-Pandemie haben sich Lebensfreude und geistige Fähigkeiten von Seniorenheim-Bewohnern offenbar deutlich verschlechtert. Das ergab eine Studie, für die das Zentrum für Qualität in der Pflege deutschlandweit knapp 2.000 Mitarbeiter von Heimen und ambulanten Diensten befragt hat. [Weiterlesen]

11:29 So schützen FFP2-Masken am besten - Fälschung erkennen, richtig tragen
Ab heute gilt eine FFP2-Maskenpflicht in Bayern, für ganz Deutschland wird sie diskutiert. Worauf muss man achten, mit oder ohne Ventil, wie schützen sie am besten vor Corona? Alle Infos. [Weiterlesen]

10:22 Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis Mitte Februar vorstellbar
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kann sich vorstellen, dass die Corona-Maßnahmen bis Mitte Februar verlängert werden. Auf Unternehmen will er mehr Druck in Sachen Homeoffice machen. [Weiterlesen]
Freitag, 15. Januar 2021
09:51 Boris Palmer kritisiert Schul- und Kita-Schließung
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat die Schul- und Kitaschließungen wegen der Corona-Pandemie kritisiert. "Eine Gruppe, die selber von Corona kaum betroffen ist, trägt eine der größten Lasten der Pandemie-Abwehr. Das scheint mir nicht verhältnismäßig zu sein." [Weiterlesen]
Donnerstag, 14. Januar 2021
20:02 Regierung prüft Lockdown-Hammer: Kein Nahverkehr, Homeoffice-Pflicht, Ausgangssperre
Bundeskanzlerin Merkel will den Corona-Lockdown offenbar massiv verschärfen: So wird laut Medienberichten geprüft, den Nahverkehr mit Bus und Bahn komplett einzustellen. Auch eine Homeoffice-Pflicht und eine ganztägige Ausgangssperre sind im Gespräch. [Weiterlesen]




Seitenanzeige: