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Tübingen:

Uniklinik wappnet sich - Phasenplan soll Patientenansturm koordinieren

Das Universitätsklinikum Tübingen berichtete am Freitag - wie neuerdings fast schon üblich - via Live-Stream - von der aktuellen Situation vor Ort. Auf eine anstehende Welle an Coronapatienten bereite man sich aktuell vor. Ein Phasenplan, der für eine solche Welle vorbereitet wurde, regele dabei unterschiedliche Versorgungsstufen.

Das Coronavirus stellt das Universitätsklinikum Tübingen vor viele Herausforderungen. Unter anderem müssen viele Abläufe geändert werde, da man davon ausgehe, dass in der kommenden Zeit viele infizierte Patienten ins Klinikum kommen werden. Und dann gilt es alle unterzubringen und zu versorgen. Der leitende ärztliche Direktor des Uinversitätsklinikums Tübingen, Prof. Michael Bamberg, erklärt, dass sie gut ausgestattet und vorbereitet seien. Zwar würden auch sie sehnsüchtig auf die Lieferung von Schutzausrüstung und Gesichtsmasken, die für nächste Woche bestellt sind, warten, aber Sorgen, dass die Großlieferung ausbleibe, habe er nicht.

Bamberg und sein Team versuchen dieser Tage alles, um sich auf den zu erwartenden Ansturm zu wappnen. Überwältigt ist er auch von den 800 Medizinstudenten, die sich gemeldet haben, um bei der Patientenversorgung mitzuhelfen. „Die Bevölkerung darf davon ausgehen, dass wir hier mit der entsprechenden Ausrüstung vor Ort bereits sind. Wir haben uns intensivst vorbereitet in den letzten Wochen und wir glauben auch, dass wir auch einen größeren Ansturm gut bewältigen können", erklärt Bamberg.

Im UKT hat sich schon vor Wochen eine sogenannte „Task-Force-Corona" gegründet, die sich täglich auf die Krise vorbereitet. Zu dieser Gruppe gehört auch Prof. Nisar Malek, der Direktor der Medizinischen Klinik. Er hat mit seinem Team einen genauen Phasenplan erarbeitet.

„In den ersten beiden Phasen, in A und B, werden wir also deutlich über 100 Betten im Department Innere Medizin zur Verfügung stellen könne, indem wir diese Patienten eben vollumfänglich, solange sie nicht intensivmedizinisch betreut werden müssen, versorgen können. In der Phase C, sollte diese Menge nicht ausreichen, werden wir diese Versorgung auf andere Bereiche des Klinikums ausdehnen. Wir haben angefangen, in diesen Bereichen das Personal dementsprechend zu schulen", erklärt Professor Malek.

Außerdem habe man auch angefangen, mobile Teams einzuführen, die dann auch im ganzen Haus die Patienten vollumfänglich versorgen können.

Doch was passiert eigentlich mit den normalen Patienten, die nicht an Covid 19 erkrankt sind? Malek betont, dass die Versorgung dieser Patienten eingeplant sei und eine Versorgung nicht durch die Covid-19-Epidemie gefährdet sei, auch nicht, wenn weitere Patienten hinzukommen.

Prof. Malek zeigt sich zuversichtlich, insbesondere, da die Solidarität und die Zusammenarbeit innerhalb des UKTs besonders in dieser Zeit der Krise besonders gut funktioniere.

Der Chef der Intensivmedizin, Peter Rosenberger, betreut im Moment sechs Patienten auf der Intensivstation, wo sie beatmet werden. Zwei davon würden auch ein Lungenunterstützungssystem benötigen. Alle wären aber in einem stabilen Zustand, so Rosenberger.

Er geht davon aus, dass eine Situation wie momentan in Italien, nicht eintreten werde. Professor Malek macht zudem Mut, indem er sagt, dass man parallel auch bezüglich Medikamenten und mit weltweiten Informationen gegen das Virus vorgehe.

Explizit erwähnt er dabei auch die erste Tübinger Studie in der das bekannte Malaria-Medikament Chlooquin auf seine Wirkung bei einer Covid-19-Erkrkanung geprüft wird.

Jetzt bleibt also nur noch abzuwarten, ob der Patientenansturm als abgeflachte Welle oder als Tsunami auf das Universitätsklinikum Tübingen trifft.

(Zuletzt geändert: Samstag, 21.03.20 - 17:03 Uhr   -   1228 mal angesehen)
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