Corona-Virus | Bildquelle: Bild von PIRO4D auf Pixabay

Molekül gibt Hoffnung:

So wirkt der potenzielle Corona-Impfstoff

Stand: 16.03.20 21:18 Uhr

Der Tübinger Impfstoffentwickler CureVac arbeitet mit EU-Millionenförderung an einem Wirkstoff gegen den Coronavirus. Hier erklären die Forscher, wie der Impfstoff wirken soll. Ein Molekül ist der Schlüssel.

CureVac sieht die mRNA als eines der potentesten Moleküle an, um schnell und effizient Hilfe bei Pandemie-Szenarien bereitzustellen - wie jetzt beim neuartigen Coronavirus. Das Kürzel mRNA steht für messenger-RNA, also auf Deutsch Boten-RNA.

„Die Natur hat Mechanismen erschaffen, um das Immunsystem gegen Infektionen zu aktivieren. Mit unserer einizgartigen mRNA-Technologie können wir die Natur nachahmen und dem Körper die Information bereitstellen, die er benötigt, um gegen das Virus zu kämpfen", erklärt Mariola Fotin-Mleczek, Chief Technology Officer bei CureVac.#

Boten-RNA soll Körper zur Gegenwehr anleiten

Das Tübinger Unternehmen hat eine lange und umfassende Produktionserfahrung und produziert seit 2006 mRNA-basierte Impfstoffe und Therapeutika. CureVac arbeitet daran, seine Produktionskapazitäten auszubauen, um je nach benötigter individueller Impfdosis bis zu Milliarden von Dosen für Pandemie-Situationen wie Covid-19 bereitstellen zu können.

"Die Kombination aus unserem Wissen über die mRNA, dem Verständnis der Krankheit und unsere Produktionstechnologien machen CureVac zu einem einzigartigen Akteur, um gegen jede Infektionskrankheit zu kämpfen – ganz gleich, ob diese saisonaler oder pandemischer Natur ist", so Mariola Fotin-Mleczek.

Positive Ergebnisse aus Studie

Erst kürzlich hat CureVac positive Ergebnisse aus einer Phase-1-Studie mit dem mRNA-basierten Tollwut-Impfstoff CV7202 veröffentlicht. Diese Daten zeigen laut CureVac den kompletten Schutz von Menschen nach zwei Impfungen mit der niedrigsten Dosis von jeweils 1 µg mRNA-Impfstoff (1 millionstel Gramm). "Diese Ergebnisse sind ermutigend, gerade vor dem Hintergrund, dass Menschen weltweit in einem Pandemie-Szenario damit versorgt werden können", teilte CureVac mit.

CureVac stehe unter anderem mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) in Kontakt, einer öffentlich-privaten Initiative zur beschleunigten Entwicklung von Impfstoffen gegen aufkommende Infektionskrankheiten, sowie mit zahlreichen weiteren Behörden. Die EU-Kommission gab jetzt bekannt, die Forschung von CureVac mit bis zu 80 Millionen Euro zu unterstützen.

Seit 20 Jahren arbeitet CureVac mit dem vielseitigen Molekül mRNA. Das Prinzip basiert auf der Nutzung von mRNA als Informationsträger, um den menschlichen Körper zur Produktion der entsprechend kodierten Proteine anzuleiten, mit welchen eine Vielzahl von Erkrankungen bekämpft werden können.

Das Unternehmen setzt seine Technologien zur Entwicklung von Krebstherapien, Antikörpertherapien, prophylaktischen Impfstoffen und zur Behandlung seltener Erkrankungen ein. CureVac hat signifikante Eigenkapitalinvestitionen erhalten, darunter von der dievini Hopp BioTech holding und der Bill & Melinda Gates Foundation. Zudem kooperiert CureVac mit multinationalen Konzernen und Organisationen wie Boehringer Ingelheim, Eli Lilly & Co, Genmab, CRISPR Therapeutics, CEPI und der Bill & Melinda Gates Foundation. CureVac hat seinen Hauptsitz in Tübingen und verfügt über weitere Standorte in Frankfurt und Boston, MA, USA.

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