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Bisingen:

Fachtagung zu bezahlbarem Wohnraum im ländlichen Raum

Bezahlbarer Wohnraum ist etwas, was besonders in Baden-Württemberg im Moment spürbare Mangelware ist. Stuttgart wurde erst kürzlich, in Bezug auf Mietpreise, zur teuersten Großstadt Deutschlands gekürt. Um die Perspektive des Wohnens im Ländlichen Raum zu diskutieren, hatte das Regierungspräsidium Tübingen nach Bisingen zur Fachtagung eingeladen.

Zur AGLR-Fachtagung, also der Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum im Regierungsbezirk Tübingen, hatte Regierungspräsident Klaus Tappeser in die Hohenzollernhalle nach Bisingen eingeladen.

Unter dem Titel „Perspektive Wohnen – Im Ländlichen Raum", erklärte auch Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, wie das Land Baden-Württemberg ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte.

„Die Herausforderung in den ländlichen Räumen ist es, den ländlichen Raum so attraktiv zu halten, dass die Menschen auch hier wohnen bleiben. [...] Denn nur in einer funktionierenden Gemeinschaft können wir auch Rahmenbedingungen ermöglichen, attraktive Innenstädte, eine attraktive Infrastruktur, auch Arbeitsplätze", erklärte die Ministerin.

Um dies zu gewährleisten wurden vom Land verschiedene Förderprogramme aufgesetzt. Zum Beispiel das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, in dem Regionen im Bereich Wohnen und Gewerbe unterstützt werden.

„Wir haben die Städtebauförderung, die ich selber verantworte. Hier geben wir Landes- und Bundesgelder für die Stadtentwicklung und unterstützen die Kommunen, damit hier auch Investitionen vor Ort möglich werden. Wir haben über das Wohnraumförderprogramm, das wir jetzt für das ganze Land geöffnet haben, eine Möglichkeit geschaffen, Zuschüsse um bezahlbaren Wohnraum vor Ort entstehen zu lassen, zu generieren. Also wir versuchen an vielen Stellen auch finanziell zu unterstützen", erklärt Hoffmeister-Kraut.

Außerdem wurde auch die Landesbauordnung überarbeitet, so dass Verfahren beschleunigt oder sogar ganz aufgehoben wurden, um schneller und günstiger geeigneten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, erklärte die Ministerin weiter.

Wenn es um den Wohnraum im Ländlichen Kreis geht, spielt auch das Thema Verdichtung eine Rolle.

„Wir haben geschaut wie wir den dörflichen Charakter erhalten können. Also das Hochhaus im Dorf will keiner haben, wäre aber eine Form von Verdichtung. Aber es geht, wie wir heute gesehen haben, um Verdichtungen, die nicht als Verdichtung wahrgenommen werden und deshalb platzsparend und flächesparend sind", erklärt Regierungspräsident Tappeser.

Auch wenn Städte den Vorteil einer höheren Angebotsdichte haben, gibt es genug Gründe, die für das Wohnen im Ländlichen Raum sprechen – insbesondere in Baden-Württemberg, wie der Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, Markus Müller, in seinem Vortrag erklärt.

„Ein Verständnis dafür, dass sich ländlicher Raum dann gut entwickeln wird, wenn man Selbstbewusstsein dafür entwickelt, dass ländlicher Raum in Baden-Württemberg viel viel mehr Möglichkeiten bietet, als strukturschwache Räume in anderen Bundesländern. Weil Baden-Württemberg insgesamt prosperierend ist und weil periphere Räume in Baden-Württemberg häufig eine unglaublich hohe Lebensqualität bieten", so Müller.

Nun gilt es diese attraktiven Wohnmodelle zu schaffen und gleichzeitig zentrale Funktionen der privaten und öffentlichen Daseinsvorsoge zu erhalten oder weiterzuentwickeln. Damit die Menschen in unserer Region das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum auch einlösen können.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 05.12.19 - 17:24 Uhr   -   494 mal angesehen)
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