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Hechingen:

Traditioneller IHK-Herbstempfang thematisiert aktuelle Konjunktureinbrüche

Zum traditionellen Herbstempfang der IHK trafen sich die Mitglieder und Gäste in diesem Jahr in der Stadthalle Hechingen. Thema war natürlich die aktuelle Konjunktur. Nach zehn Jahren des Aufschwungs sind die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die sich seit geraumer Zeit angekündigt hatten, nun auch vor Ort spürbar. Über Prognosen und Maßnahmen wurde deshalb ausführlich diskutiert.

„Wohlstand sei kein Naturgesetz" mahnt IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Zollernalbkreis, Dr. Thomas Lindner.

Er habe sich vor dem diesjährigen Herbstempfang die Begrüßungsreden der vergangenen Jahre durchgesehen und habe festgestellt, dass er und die Kollegen aus dem IHK-Präsidium wiederholt vor den Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten auf internationaler Ebene gewarnt haben. Der entscheidende Unterschied im diesen Jahr sei, dass die skizzierten Problematiken nun in der Region angekommen seien.

„Wir haben ja in Baden-Württemberg doch eine sehr autolastige Industrie. Und Auto geht im Moment nach unten und das zieht natürlich andere Branchen nach, Maschinenbau als ein Beispiel. Es gibt die Bauindustrie, die davon noch wenig spürt. Und da wird es natürlich eine spannende Frage sein, wie entwickelt sich das in den nächsten Monaten? Wird die Bauindustrie den anderen, etwas flügellahmen Branchen, folgen oder werden die am Ende dann doch nur eine kleine Delle haben?", so Lindner.

Für Lindner sei es außerdem höchste Zeit für eine unternehmerfreundliche Gesetzesinitiative. Er ist sich sicher, dass sich die Defizite bei Themen wie Bildung, Verkehr, Bürokratieabbau und Digitalisierung in wirtschaftlich schwächeren Zeiten rächen würden. Die IHK selbst versucht die Unternehmen vor Ort in diesen Zeiten zu unterstützen.

„Wir müssen die Firmen fit machen, das machen wir ja immer. Man muss vielleicht den Speck, den man in den zehn Jahren Aufschwung angesammelt hat, hier oder da versuchen abzuarbeiten. [...] Indem man in Innovationen investiert, indem man in Prozessoptimierung investiert, das ganze Thema Industrie 4.0 beschäftigt uns. Das sind die Themen an denen wir arbeiten und mit denen wir versuchen, die Firmen fit zu halten", erklärt Lindner.

Auch der Hechinger Bürgermeister, Philipp Hahn, kann nicht leugnen, dass der Konjunktureinbruch in seiner Stadt ebenfalls spürbar geworden ist.

„Ja, selbstverständlich merken wir das bei der Stadt Hechingen dadurch, dass wir die Gewerbevoranmeldungen unserer Unternehmerinnen und Unternehmer sehen. Und da sehen wir im Vergleich zum Wachstum der vergangenen Jahre eine Zurückhaltung. Einen entsprechenden Rückgang auch der Zahlen, die gemeldet werden, und das beobachten wir natürlich mit Sorge. Wir sind aber auch zuversichtlich, dass wir mit unseren Unternehmensstrukturen hier in Hechingen ganz gut aufgestellt sind. Was meine ich damit: wir haben sehr viele Unternehmen aus dem Bereich der Medizintechnik, die auch konjunkturunabhängig robust aufgestellt sind", erklärt Bürgermeister Hahn.

Gerade die Automobilbranche stehe vor vielen Hürden und bekomme das Ausmaß der internationalen wirtschaftlichen Spannungen deutlich zu spüren.

Genau aus diesem Grund hielt Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der Elring Klinger AG, einen Festvortrag über die Perspektiven neuer Antriebstechniken und deren Auswirkung auf die regionale Automobilzulieferindustrie.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 07.11.19 - 15:35 Uhr   -   318 mal angesehen)
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