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Tel Aviv:

Vorratshaltung vor 400.000 Jahren: Schlaue Menschen aßen Knochenmark aus getrockneten Hischbeinen

Prähistorische Menschen betrieben bereits vor 400.000 Jahren Vorratshaltung: Sie lagerten die noch mit Haut bedeckten Beine von Hirschen in der Quesem-Höhle bei Tel Aviv ein. Das nahrhafte Knochenmark war so bis zu 9 Wochen nach der Schlachtung haltbar.
Neandertaler

Prähistorische Menschen betrieben bereits vor 420.000 Jahren Vorratshaltung. Sie lagerten die noch mit Haut bedeckten Beine von Hirschen in der Quesem-Höhle bei Tel Aviv ein, um deren Knochenmark noch bis zu 9 Wochen nach der Schlachtung zu gewinnen.

Das stellte ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dr. Ruth Blasco  von der Universität Tel Aviv (TAU)  jetzt fest: Die Schnittmarken an den in der Höhle gefundenen Hirschknochen unterschieden sich deutlich von den Schnittmarken der Knochen, die direkt an prähistorischen Schlachtplätzen zurückgelassen wurden, und an denen frisches Fleisch und Fett unmittelbar nach dem Erlegen entfernt wurde.

Aufgrund der Art der Schnittmarken und durch Vergleichsversuche, sowie  durch chemische Analysen konnten die Forscher rekonstruieren, dass diese Schnittmarken speziell dafür geeignet waren, getrocknete Haut von den Knochen zu entfernen. Das im Knochen des mit Haut bedeckten Hirschbeins gelagerte Knochenmark war bis zu 9 Wochen nach der Schlachtung haltbar und - auch vom Nährwert her - zum Verzehr geeignet.

Das Ergebnis der Forschungen ist eine kleine Sensation. Denn bisher waren die Prähistoriker davon ausgegangen, dass prähistorische Menschen nicht in der Lage waren, Vorratshaltung zu betreiben, sondern "von der Hand in den Mund" lebten . Deswegen hatte man bisher angenommen, dass die frühen Menschen lange Hungerperioden durchstehen mussten, wenn frische Nahrung knapp war.

"Das ist der früheste Beweis eines solchen Verhaltens und es bietet Einblicke in die Sozioökonomie der Menschen, die bei Quesem lebten", sagte Dr. Blasco: "Es markiert zugleich eine Schwelle für neue Methoden paläolitischer (altsteinzeitlicher)  menschlicher Anpassungen."

""Wir zeigen in unserer Studie das erste Mal, dass prähistorische Menschen vor 420,000 bis 200,000 Janre in der Qesem Höhle hochentwickelt genug, intelligent genug und talentiert genug waren, um zu wissen, dass es möglich war, einzelne Knochen von Tieren unter bestimmten Bedingungen aufzubewahren, und, wenn nötig, die Haut zu entfernen, den Knochen aufzubrechen und das Knochenmark zu essen" erläutert Prof. Gopher, Mitglied des Forscherteams.

"Wir nehmen an, dass das alles kam, weil die Elefanten, die davor eine Hauptnahrungsquelle für die Menschen waren, nicht mehr länger zur Verfügung standen", ergänzt Prof. Barkai: "Deshalb mussten die Menschen in unserer Region neue Lebensweisen erfinden und entwickeln: Diese Art von Verhallten erlaubte es den Menschen, sich zu entwickeln und in eine höher entwickelte Stufe von sozioökonomischer Existenz einzutreten."

Quelle: PM TAU

Erstveröffentlichung: 09.10.2019-23:47

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 10.10.19 - 11:14 Uhr   -   275 mal angesehen)
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