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Rottenburg:

Bischofsgrablege ausgezeichnet

Die Gestaltung der Bischofsgrablege in der Rottenburger Sülchenkirche erhält beim Deutschen Architekturpreis 2019 eine Auszeichnung. Die Preisverleihung findet am kommenden Donnerstag in Berlin statt. Bei einer Führung durch die Kirche wurde die Grablege schon jetzt genauer vorgestellt.

Die Sülchenkirche in Rottenburg – seit dem späten 15. Jahrhundert dient sie als Friedhofskirche, doch ihre Geschichte beginnt bereits früher. Die Kirche besaß bereits drei Vorgängerbauten, von denen der Älteste aus dem 7. Jahrhundert stammt. Diese wurden während der Sanierung der alten Bischofsgruft gefunden. Dabei wurden außerdem 300 historische Bestattungen mit Grabbeigaben entdeckt, die laut Diözesankonservatorin Dr. Melanie Prange belegen, dass das Christentum seit dem frühen Mittelalter bei uns Einzug erhalten hat.

Anstatt die Grabbeigaben ins Stadtarchiv zu bringen, haben die Verantwortlichen der Diözese einen Museumsbereich eingerichtet. Dort können die Beigaben von der Öffentlichkeit betrachtet und bestaunt werden. Ein Stockwerk tiefer befindet sich der Andachtsraum. Hier wurden 28 Bischofsgrabkammern in Wände aus Stampflehm gebaut. Dieser soll symbolisieren, dass der Mensch aus Erde entstanden ist und nach seinem Tod wieder zu Erde wird.

Die Entscheidung, genau 28 Grabkammern zu bauen, wurde nicht zufällig getroffen und verfolgt ein ganz bestimmtes Muster.  Insgesamt gibt es vier Reihen mit jeweils sieben Grabkammern; aufgeteilt auf zwei gegenüberliegende Wände. Die Zahl sieben sei hierbei besonders wichtig, da sie für die Verbindung zwischen Mensch und Gott stehe.

Der Andachtsraum sowie der Museumsbereich wurden nun vom Deutschen Architekturpreis (DAP) 2019 ausgezeichnet. Beim DAP gebe es eine Hauptauszeichnung und verschiedene Würdigungen. Eine dieser Würdigungen erhielt nun die Rottenburger Sülchenkirche. Für die Auszeichnung erhält die Diözese 2000 Euro, die laut Diözesankonservatorin Melanie Prange vermutlich der Kirche zugutekommen wird.

Diese Würdigung dürfe laut Prange nicht als zweitrangig angesehen werden. Durch die Auszeichnung stehe die Sülchenkirche nun auf einer Ebene mit der Museumsinsel in Berlin, die ebenfalls eine solche Würdigung erhielt. Wer einmal selbst die Bischofsgrablege und den Museumsbereich besichtigen möchte, kann der Kirche immer zu den regulären Öffnungszeiten einen Besuch abstatten.

(Zuletzt geändert: Montag, 23.09.19 - 16:27 Uhr   -   377 mal angesehen)
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