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Zollernalbkreis / Geislingen:

Widerstand für den Frieden - Antikriegstag 2019 in Geislingen

Als Bekenntnis für den Frieden soll in Geislingen im Zollernalbkreis am 1. September der Antikriegstag begangen werden. Deutschlandweit wird an diesem Tag jährlich an den Beginn des Zweiten Weltkrieges erinnert. Die regionalen Organisatoren veranstalten unter der Überschrift "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Für Frieden und Abrüstung!" diverse Gedenkveranstaltungen in der Stadt.

Der Antikriegstag oder Weltfriedenstag am ersten September, soll an die Schrecken des Krieges erinnern und die Menschen gleichzeitig ermutigen, auch weiterhin für den Weltfrieden einzutreten.

Auch im Zollernalbkreis wird dieser Tag genutzt, um gemeinsam an den Frieden zu appellieren, aber auch um aufzuzeigen, wie wichtig Widerstand sein kann. Nach der ersten Gedenkveranstaltung im Zollernalbkreis im letzten Jahr in Bisingen, wollen die Veranstalter, bestehend aus den Gewerkschaften ver.di Zollernalb, ver.di Senioren Zollernalb, der igm Albstadt und der igm Senioren Albstadt sowie der gew Zollernalb und dem DGB Regionalbüro Reutlingen, den Antikriegstag in diesem Jahr in Geislingen abhalten. Hier sind sie durch die Archivare im Kreis auf die Geschichte der „Geislinger Weiberschlacht" gestoßen. Mutige Frauen hatten sich 1941 gegen die Übernahme eines katholischen Kindergartens gewehrt. Die Nonnen sollten durch sogenannte „braune Tanten" ersetzt werden, erzählt der Vorsitzende des ver.di Ortsvereins Zollernalb, Salvatore Bertolino.

Auch wenn die „braunen Tanten" und die damit verbundene Übernahme des Kindergartens damals nicht verhindert werden konnte, boykottierten die rund 200 Frauen das Naziregime, indem sie ihre Kinder nicht mehr dorthin schickten. Zur Erinnerung an diesen Boykott hängt auch heute noch eine Tafel vor Ort.

In einer Zeit, in der Rechtspopulisten in der Welt immer mehr an Macht gewännen, wolle Bertolino mit dem Antikriegstag außerdem eine deutliche Botschaft vermitteln:

„Ich hoffe, dass unser Tag, Menschen nachdenken lässt und Menschen ermutigen wird, nicht Menschen mit rechtspopulistischen Gedankengut nachzueifern, sondern sich für Frieden einzusetzen. Sich für Gerechtigkeit einzusetzen, für Integration, für eine Gesellschaft, die lebenswert ist, die ohne Angst auskommt, die Probleme benennt, wo man gegenseitig zuhört und gemeinsam Probleme löst und nicht nach der Sündenbock-Politik lebt, wie es die Rechtspopulisten machen", erklärt Bertolino.

Salvatore Bertolino formulierte außerdem den Wunsch, dass es schön wäre, wenn die mutigen Frauen der Geislinger Weiberschlacht, zum 80. Gedenktag in 3 Jahren eine Skulptur bekämen, um dauerhaft an sie zu erinnern. Wie der Antikriegstag genau zelebriert wird, erklärt Bertolino so:

„Weil es ein Sonntag ist, beginnen wir mit einem Friedensgottesdienst. Dass ist ganz toll und ist für uns neu. Also eine Zusammenarbeit von Gewerkschaften und Kirche. [...] Dann geht es weiter im Bürgerhaus Harmonie, dort werden wir begleitet von einer Pianisten und einer Sopranistin, hier wird der Bürgermeister sprechen, es wird unser DGB-Kollege sprechen und dann gibt es noch das Referat, um die Geschichte der Geislinger Weiberschlacht darzustellen und uns näher zu bringen", erklärt Bertolino.

Um die Gedenkveranstaltung durchzuführen, freuen sich die Gewerkschafter, dass sie in diesem Jahr die Stadt Geislingen und auch die Katholische Kirchengemeinde St. Ulrich aus Geislingen für ihr Anliegen gewinnen konnten.

Wenn eine passende lokale Geschichte gefunden wird, soll der nächste Antikriegstag des Zollernalbkreises dann vielleicht in Hechingen stattfinden.

(Zuletzt geändert: Samstag, 24.08.19 - 15:48 Uhr   -   568 mal angesehen)
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